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Porsche Super Cup
22.10.2016

Mathieu Jaminet gewinnt Thrillerrennen

Porsche-Junior Mathieu Jaminet (F/Martinet by Almeras) gewann am Samstag den neunten Meisterschaftslauf des Porsche Mobil 1 Supercup. Damit fällt die Titelentscheidung beim Saisonfinale in Austin/Texas erst am Sonntag, denn in dem nervenaufreibenden Rennen kam der lange Zeit führende Meisterschaftsanwärter Matteo Cairoli (I/Fach Auto Tech) nicht ins Ziel. Somit war der Weg frei für Jaminet, der im 460 PS starken Porsche 911 GT3 Cup als Sieger vor seinem Junior-Kollegen Sven Müller (D/Lechner MSG Racing Team) und Robert Lukas (PL/Förch Racing by Lukas Motorsport) über die Ziellinie fuhr. Müller hat vor dem Finalrennen am Sonntag einen Vorsprung von 20 Punkten auf Cairoli, der in jedem Fall gewinnen muss, um seine theoretischen Meisterschaftschancen noch zu wahren.

Jaminet startete in das 14-Runden-Rennen von der Pole-Position. Cairoli kam beim stehenden Start besser weg, setze sich links daneben und ging beim Anbremsen der ersten Kurve an ihm vorbei. Müller, der im Qualifying Platz sechs erkämpft hatte, machte drei Positionen gut und schob sich hinter Cairoli und Jaminet. Das Dreierpack an der Spitze lag in den ersten Runden eng zusammen. Immer wieder setzten Jaminet und Müller zu Überholmanövern an, doch eine echte Chance bot sich nie. Dennoch klebten die Kameraleute auf dem packenden, aber fairen Dreikampf an der Spitze. Je mehr sich Jaminet gegen die Attacken von Müller zur Wehr setzen musste, desto mehr Luft bekam Cairoli, konnte Ideallinie fahren und sich immer weiter absetzen. Nach sieben Runden führte er mit einem Vorsprung von 2,5 Sekunden, aber dann geschah das Unfassbare: Entsetzt schlugen die Mechaniker von Fach Auto Tech die Hände vors Gesicht, denn der Italiener wurde immer langsamer und musste letztendlich sein Fahrzeug, das nach seinem Ausrutscher im Qualifying eiligst repariert wurde, ohne Vortrieb abstellen. „Ich kann es nicht glauben und jetzt bin ich unglaublich enttäuscht. Es gibt noch eine mathematische Meisterschaftschance, aber eigentlich glaube ich, dass sich Sven den Titel nicht mehr nehmen lassen wird“, sagte ein niedergeschlagener Cairoli nach dem Rennen.

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Jaminet fuhr nach dem Ausfall seines Junior-Kollegen seinem zweiten Supercup-Sieg entgegen. „Ich habe gemischte Gefühle, denn ich fühle mit Matteo. Andererseits freue ich mich natürlich, dass ich hier gewinnen konnte“, sagte Jaminet. „Man sieht echt, wie schnell es gehen kann. Es tut mir leid für Matteo, dass er unverschuldet ausgefallen ist. Nach meinem schlechten Qualifying mit den Plätzen sechs und vier war ich verzweifelt. Doch alle haben zu mir gesagt: Niemals aufgeben. Jetzt liege ich mit 20 Punkten vorne“, sagte Porsche-Junior Müller.

Auf der 5,516 Kilometer langen Strecke sicherte sich Lukas Platz drei und stand nach Platz zwei in Budapest erneut auf dem Podium. „Ich habe mir mit Michael Ammermüller ein spannendes Duell geliefert und er hat versucht, mich in einen Fehler zu zwingen. Doch das ist ihm nicht gelungen. Ich kam vom vierten Startplatz und dann möchte man natürlich auf’s Podium fahren“, sagte Lukas. Als Vierter beendete Ammermüller (D/Lechner MSG Racing Team) das Rennen und fuhr gemeinsam mit Müller die entscheidenden Punkte für das Team Lechner MSG Racing ein, das die Teammeisterschaft vorzeitig gewinnen konnte. Fünfter im neunten Meisterschaftslauf wurde Christian Engelhart (D/MRS GT-Racing) vor Jeffrey Schmidt (CH/Lechner Racing Middle East).

In der Gesamtwertung führt nach neun von zehn Rennen Müller mit 153 Punkten vor Cairoli (133 Punkte) und Jaminet (126 Punkte). In der Rookiewertung liegt Jaminet seit dem 8. Lauf in Monza uneinholbar vorne. Das Finalrennen wird am Sonntag um 11.30 Uhr (Lokalzeit) auf dem Circuit of the Americas in Austin ausgetragen. Der neue Champion des Porsche Mobil 1 Supercup wird entweder Müller oder Cairoli heißen.

Ergebnis Austin, 9. Lauf
1. Mathieu Jaminet (F/Martinet by Almeras)
2. Sven Müller (D/Lechner MSG Racing Team)
3. Robert Lukas (PL/Förch Racing by Lukas Motorsport)
4. Michael Ammermüller (D/Lechner MSG Racing Team)
5. Christian Engelhart (D/MRS GT-Racing)
6. Jeffrey Schmidt (CH/Lechner Racing Middle East)
7. Paul Rees (GB/MOMO Megatron Team Partrax)
8. Philipp Frommenwiler (CH/Fach Auto Tech)