Rallye WM
11.04.2026
Neuville schlägt zurück – Chaos stellt Rallye auf den Kopf
Der Hyundai-Pilot war mit einem Rückstand von 13,7 Sekunden auf den Toyota-Junior in den Tag gestartet, beendete ihn jedoch mit einem komfortablen Vorsprung von 1:14,5 Minuten auf Takamoto Katsuta. Pajari, der seit Freitagmorgen geführt hatte, fiel nach einem Radwechsel auf Rang drei zurück und lag am Abend bereits 1:46,4 Minuten hinter der Spitze.
Dabei hatte der Tag zunächst unspektakulär begonnen. Pajari kontrollierte am Vormittag das Geschehen souverän und kam mit schwierigen Bedingungen – Laub auf der Strecke, starker Schmutzeintrag und wechselnde Gripverhältnisse – gut zurecht. Zwar übernahm Katsuta zwischenzeitlich Rang zwei, doch Neuville konterte und holte sich die Position zurück.
Zur Mittagspause führte Pajari mit 12,4 Sekunden Vorsprung vor Neuville, Katsuta lag weitere 12,7 Sekunden dahinter auf Platz drei. Hayden Paddon überzeugte bei seinem Debüt in Kroatien mit Rang vier, während Adrien Fourmaux nach einem Unfall auf WP12 vorzeitig ausschied.
Am Nachmittag entwickelte sich die Rallye jedoch zu einem echten Überlebenskampf.
Katsuta eröffnete die Schleife mit der Bestzeit auf WP13 und verkürzte den Rückstand im Kampf um Rang zwei, während Pajari weiterhin kontrolliert an der Spitze agierte. Doch auf WP14 eskalierte die Situation: Die Streckenbedingungen erinnerten teilweise an eine Schotterprüfung, zahlreiche Fahrer kämpften mit Reifenschäden.
Jon Armstrong musste anhalten, um ein Rad zu wechseln, Paddon und Katsuta beklagten ebenfalls Reifenschäden. Am härtesten traf es jedoch Pajari: Der Finne verlor durch einen notwendigen Stopp mehr als zwei Minuten und büßte damit die Führung ein.
„Dieses Wochenende passt einfach alles“, erklärte Neuville. „Das Auto hat sich von Beginn an besser angefühlt als bei den anderen Rallyes. Wir konnten uns Schritt für Schritt steigern. Die Bedingungen sind extrem schwierig, aber wir konnten dennoch ein gutes Tempo gehen.“
Katsuta profitierte von einer fehlerfreien Fahrt und rückte auf Rang zwei vor. Trotz Zeitverlusten behielt der Japaner die Nerven und geht als erster Verfolger von Neuville in den Sonntag.
„Schade, wir wollten eigentlich nur kontrollieren“, sagte Katsuta. „Es war eine Lotterie. Selbst bei Schotter-Rallyes haben wir nicht so viele Steine.“
Abseits der Gesamtwertung sorgte Oliver Solberg für Schlagzeilen: Nach seinem Ausfall am Freitag gewann er alle Prüfungen von WP9 bis WP12, ehe ein Reifenschaden auf WP13 seine Serie beendete.
Elfyn Evans sicherte sich nach seinem Ausfall am Freitag immerhin eine Bestzeit auf WP16, während Jon Armstrong trotz eigener Probleme mit starken Zeiten überzeugte. Für M-Sport Ford verlief der Tag hingegen enttäuschend: Josh McErlean kämpfte mit einem Cockpitbrand, mehreren Reifenschäden und Elektrikproblemen.
Paddon brachte sich mit einer kontrollierten Fahrt auf Rang vier ins Ziel (+3:28,2 Minuten), während Yohan Rossel als Gesamtfünfter weiterhin die WRC2-Wertung anführt.
Vier Wertungsprüfungen über knapp 60 Kilometer stehen am Sonntag noch aus – und damit zwischen Thierry Neuville und seinem ersten Saisonsieg.
Top 10 nach WP 16
1. Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe (Hyundai i20 N Rally1) 02:20:20.8
2. Takamoto Katsuta / Aaron Johnston (Toyota GR Yaris Rally1) + 01:14.5 Minuten
3. Sami Pajari / Enni Mälkönen (Toyota GR Yaris Rally1) + 01:46.4 Minuten
4. Hayden Paddon / John Kennard (Hyundai i20 N Rally1)+ 03:28.2 Minuten
5. Yohan Rossel / Arnaud Dunand (Citroën C3 Rally2) + 05:14.1 Minuten
6. Léo Rossel / Guillaume Mercoiret (Citroën C3 Rally2) + 06:17.3 Minuten
7. Roope Korhonen / Anssi Viinikka (Toyota GR Yaris Rally2) + 06:32.8 Minuten
8. Nikolay Gryazin / Konstantin Aleksandrov (Lancia Ypsilon HF) + 06:45.8 Minuten
9. Alejandro Cachón / Borja Rozada (Toyota GR Yaris Rally2) + 06:56.2 Minuten
10. Roberto Daprà / Luca Guglielmetti (Škoda Fabia RS Rally2) + 07:52.4 Minuten





