Gerhard verpasste damit knapp den dritten Vissel-Sieg in Folge. Rostek erklärte: „Ich will den jungen Nachwuchs eine Chance auf dem Beifahrersitz geben, deshalb war diesmal Tilmann Bößert dabei. In der ersten Runde hat es noch etwas gehakt und wir hatten einen Ausritt, der 15 Sekunden gekostet hat. Dann lief es perfekt und wir konnten die Lücke zufahren.“
Geradezu fassungslos waren Christopher Gerhard / Lena März im Ziel. Statt wie erwartet als Sieger, wurden sie im Citroën C3 Rally2 als Gesamtzweite gewertet. Aufgrund einer Behinderung in der zweiten WP wurde Rostek kurz vor dem Start der finalen Prüfung eine Zeitgutschrift gewährt, der Vorsprung auf Rostek schmolz deutlich zusammen. „Der Sieg wurde uns durch eine krasse Fehlentscheidung gestohlen. Wäre das vor den letzten beiden Prüfungen kommuniziert worden, wäre es ein leichtes gewesen, die letzten beiden Prüfungen in Summe 5-8 Sekunden schneller zu fahren.“
Bis zur vorletzten WP lagen Dark Liebehenschel / Linus Noll im Škoda Fabia Rally2 Evo sicher auf dem dritten Platz: „Wir hatten dort einen kleinen Ausrutscher und sind im Zeitlupentempo aufs Dach gefallen. Das hat Zeit gekostet, aber mit meiner ersten Asphaltrallye seit sechs Jahren bin ich sehr zufrieden.“ Den letzten Podestplatz sicherten sich dann Andreas Dahms / Paul Schubert im Porsche 911.
Müller jetzt auf Platz zwei im Ravenol Deutscher Rallye Cup
Der Kampf zwischen Kevin Müller / Stefanie Spreitzer (Toyota GR Yaris) und Tony Bayer / Dominik Buß im BMW 323TI um die Vorherrschaft in der Klasse NC2 und die höhere Punkteausbeute für den Ravenol DRC endete schon in der ersten Prüfung. „In der letzten Kurve vor dem Ziel kollabierte das Antriebswellengelenk und der Vortrieb war weg. Das ist brutal, aber so ist unser Sport leider manchmal“, erklärte Bayer anschließend. „Für Tony und Dominik ist der Ausfall echt schade“, sagte Müller im Ziel. „Wir mussten dennoch die ganze Zeit voll fahren, die Prüfungen waren sehr fordernd, aber es hat super funktioniert.“ Mit Startnummer 5 ging das Duo direkt hinter den RC2-Allradlern auf die Strecken. „Die größte Herausforderung war unsere Startnummer. Leider ist Dennis (Rostek) in der zweiten WP im Rundkurs in unserer Staubwolke gefahren, zum Glück hat er dafür aber eine Gutschrift bekommen.“ Mit den Punkten für den Klassensieg – in der Gesamtwertung fuhren sie auf den vierten! Platz – schoben sich Müller / Spreitzer in der DRC-Wertung auf den zweiten Platz. Sie liegen nun mit ebenfalls fünf gewerteten Resultaten knappe 1,3 Punkte hinter Tabellenleader Schläppi, der wie der bisherige Zweite Pöttgen den Lauf im Norden ausließ.Niklas Möller, diesmal gemeinsam mit Jan-Steffen Imwiehe im BMW 318 unterwegs, erklärte: „Man unterschätzt die Strecke hier im Norden, auf dem Papier geht es viel geradeaus aber der hohe Schotteranteil und die vielen unterschiedlichen Beläge machen es super interessant. Durch einen Stempelfehler vor der zweiten WP kassierten wir eine Strafminute und mussten eine Aufholjagt starten.“ Sie fuhren noch auf den dritten Platz in der Klasse NC3 nach vorne und schoben sich so auf den vierten Platz der DRC-Wertung.
Im BMW M3 sicherten sich Werner Löseke / Paul Tenberge den vierten Platz in der NC2 und fuhren auf den neunten Gesamtrang. In der DRC-Tabelle verbesserten sie sich auf achten Platz.
Jungnickel übernimmt die Führung im ADAC Rallye Junior Cup
Im ADAC Rallye Junior Cup war der Kampf der beiden punktgleich führenden Teams in ihren identischen Opel Corsa Rally6 bereits früh beendet. Kurt Escher / Alexander Hirsch strandeten schon in der ersten Prüfung. „Genau die eine Kurve hat nicht gepasst, da fehlt mir einfach noch die Erfahrung“, erklärte Escher den Ausritt. Nun war der Weg frei für die Brüder Arwed und Aaron Jungnickel. Mit einem satten Vorsprung und allen sieben Bestzeiten fuhren sie zu ihrem zweiten Cup-Sieg, übernahmen die alleinige Cup-Führung, sicherten sich das maximale Preisgeld und alle Bestzeitprämien der Ravenol-Speed-Trophy. „Es lief wie geschmiert, schade nur, das Kurt (Escher) so früh ausgeschieden ist“, sagte Jungnickel im Ziel. „Trotzdem war es eine anspruchsvolle Rallye. Jetzt bringen wir unseren Corsa wieder auf Vordermann und können den nächsten Start im Cup kaum erwarten.“Ihr bislang bestes Cupergebnis sicherten sich Luca Wanke / Stephan Schneeweiß mit dem zweiten Platz. „Ich bin sehr zufrieden, zur Halbzeit hatten wir noch einen Rückstand von 18 Sekunden auf Platz zwei. Dann konnten wir uns verbessern, auch dank der Erfahrung von Stephan“, freute sich Wanke und ergänzt: „Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung und gibt Auftrieb.“
Lukas Meiners / Leon Witte belegten knapp geschlagen den dritten Platz. „Wir hatten sehr viel Spaß, die Rallye war gut organisiert. Vor allem in der zweiten Runde sind wir richtig gute Zeiten gefahren und waren fehlerfrei unterwegs“, freute sich Meiners im Ziel über die wichtigen Punkte.





