Noch fast genau 14 Tage bis es vom 06. bis 08. März 2026 in Melbourne zum ersten Rennwochenende kommt. Und nach den Tagen in Barcelona und Sakhir kann man zum Schluss kommen, dass Mercedes scheinbar sehr gut vorbereitet ist und Aston Martin mit Problemen zu kämpfen hat.
Mercedes: Konstanz über eine Distanz
Der intern von Mercedes bezeichnete W17 zeigte sich mit einem technisch ausgereiften Gesamtpaket. Entscheidend war weniger eine einzelne Bestzeit als vielmehr die Konstanz über mehrere Stints hinweg. Ohne sehenswerte Zuverlässigkeitsprobleme konnten George Russell und Andrea Kimi Antonelli ihre Runden mit unterschiedlichen Reifenmischungen von Pirelli und verschiedenen Benzinmengen durchführen. Mit 1.204 Runden lag man nach Barcelona und Bahrain (Angaben für Teams immer für alle drei Testwochen) vorne.Gerade auf einer Strecke wie Sakhir, die durch Traktion aus langsamen Kurven, hohe Bremsenergien und starke thermische Belastung der Hinterreifen geprägt ist, lassen sich valide Rückschlüsse ziehen. Mercedes wirkte hier in allen Disziplinen kontrolliert – ein Indiz für ein ausgereiftes Aero- und mechanisches Setup.
Ferrari und McLaren: Geschwindigkeit vorhanden
Ferrari zeigte phasenweise beeindruckende Ein-Runden-Schnelligkeit. Insbesondere im Qualifying-Simulationsmodus war der SF-26 sehr konkurrenzfähig. Die absolute Bestzeit der sechstägigen Vorsaisontests in Bahrain wurde in der letzten Stunde mit den neuen Pirelli-Reifen erzielt. Ferrari-Pilot Charles Leclerc verbesserte die Bestzeit vom Vortag von Kimi Antonelli um acht Zehntelsekunden und beendete die zweiwöchigen Testfahrten bei kühleren Bedingungen mit einer Zeit von 1:31,992 Minuten auf dem C4-Reifen, nachdem er insgesamt 132 Runden abgespult hatte.Hinsichtlich der Konstanz über Rennsimulationen konnte man bei Ferrari noch keine abschließende Meinung bilden. Mit 1.164 Runden fuhr man die drittmeisten Runden.
McLaren bestätigte den positiven Trend der Vorjahre. Wenngleich mal vielleicht etwas an Dominanz eingebüßt hat. Die Fahrzeuge wirkten bei den 1.096 Runden aerodynamisch effizient, besonders im mittleren Geschwindigkeitsbereich. Allerdings fehlte im absoluten Topspeed-Vergleich noch ein letzter Schritt. Lando Norris und Oscar Piastri waren aber jedenfalls in den Top-Zeiten des Tages zu finden.
Red Bull: Entwicklungsstand schwer einzuschätzen
Red Bull trat vergleichsweise zurückhaltend auf. Außer Max Verstappen, der sich über das neue Reglement beschwerte und die Zukunft eher düster sieht. Die Testprogramme wirkten stark datengesteuert, weniger auf Showruns ausgelegt. Man blieb mit 969 Runden unter seinen Möglichkeiten. Das Auto scheint solide, aber nicht dominant. Auffällig war eine gewisse Sensitivität bei veränderten Windbedingungen – ein möglicher Hinweis auf ein engeres Aero-Fenster.Haas überrascht - Williams stabilisiert sich
Das Haas F1 Team gehörte zu den positiven Erscheinungen der abgelaufenen Tests. Das Auto zeigte eine gute Balance und vor allem eine solide Zuverlässigkeit über die 1.175 Runden (zweitmeisten). In der Mittelfeldkonstellation könnte das Team mit Esteban Ocon und Oliver Bearman in dieser Saison häufiger in die Punkte fahren.Williams präsentierte sich als Team mit Alexander Albon und Carlos Saion strukturiert und deutlich stabiler als noch vor zwei Jahren. Das Paket wirkt berechenbar, allerdings fehlt noch die reine Performance für die Spitze des Mittelfelds. Nachdem man die Testfahrten in Barcelona noch absagen musste, was ein peinlicher Rückschlag war, fiel man in Bahrain nicht negativ auf. Ein klarer Fortschritt. Obwohl man nur 783 Runden abspulte.
Audi im Aufbau
Viele Augen richteten sich weltweit auf das Audi F1 Team. Das Projekt ist spannend und befindet sich in einer sichtbaren Aufbauphase.Niko Hülkenberg (Bestzeit 1:33,987) und Gabriel Bortoleto (Bestzeit: 1:33,755) lagen im Mittelfeld der Zeiten. Die Kilometerleistung war solide, mit 941 Runden, aber auch nicht beeindruckend. Man kann davon ausgehen, dass sich Audi im Mittelfeld beim Debüt in Melbourne einordnen dürfte.
Cadillac steckt in der Lernphase - Natürlich!
Wie nicht anders zu erwarten, steckt das neue Projekt Cadillac noch in den Kinderschuhen. Mit Valtteri Bottas (36) und Sergio Perez (36) hat man Erfahrung, die man wahrscheinlich auch benötigt, um die Testphase ordentlich zu bestreiten. Erstes Ziel war sicherlich die Überprüfung aller Funktionen und so viel wie möglich Kilometer zu fahren. Mit 745 Runden lang man aber unter dem Durchschnitt (958 Runden der 11 gefahrenen Teams bei insgesamt 10.538 Runden). Vergleiche sind schwer zu finden aber man darf davon ausgehen, dass man noch viel Potenzial suchen muss und alles nur bedingt aussagekräftig ist.Racing Bulls und Alpine: Zwischen Potenzial und Fragezeichen
Racing Bulls überzeugte mit guter Zuverlässigkeit, allerdings fehlte es an guter Schnelligkeit. Liam Lawson und Arvid Lindblad fuhren eher im letzten Drittel des Feldes – konnten aber 1.052 Runden runterspulen.Alpine absolvierte die Schallmauer von 1.015 Runden, ohne jedoch signifikante Akzente zu setzen. Beide Teams bewegen sich derzeit im engen Mittelfeld. Hier kommt es später auf Kleinigkeiten an, wie weit man vorfährt oder zurückfällt.
Aston Martin: Technische Baustellen
Aston Martin erlebte eine schwierige Testwoche. Mehrere technische Unterbrechungen, Probleme im Bereich der Kühlung sowie eine inkonsistente Fahrzeugbalance deuteten auf ein noch nicht vollständig abgestimmtes Gesamtkonzept hin. Und nur 394 Runden von Lance Stroll und Fernando Alonso sprechen Bände. So wird man nicht konkurrenzfähig sein. Frage ist, wie man diese Probleme in den nächsten Tagen bis um Saisonstart lösen will?Fazit für Melbourne
Testzeiten sind Momentaufnahmen – dennoch zeichnen sich Trends ab. Mercedes verfügt aktuell über das breiteste Performance-Fenster und die größte technische Reife. Ferrari und McLaren lauern mit Speed-Potenzial, während Red Bull noch nicht alle Karten offengelegt haben dürfte.Niemand weiß mit welchen Karten genau gespielt wird und welche Motorleistung noch möglich ist. Da wird sich kein Team zu weit aus dem Fenster lehnen wollen. Man darf davon ausgehen, dass einige Fahrzeuge nicht das gezeigt haben, was sie wohl wirklich können.
| Testzeiten Gesamt F1 Bahrain | |||
| 1. | Charles Leclerc | Ferrari | 1:31,992 |
| 2. | Andrea Antonelli | Mercedes | 1:32,803 |
| 3. | Oscar Piastri | McLaren | 1:32,861 |
| 4. | Lando Norris | McLaren | 1:32,871 |
| 5. | Max Verstappen | Red Bull | 1:33,109 |
| 6. | George Russell | Mercedes | 1:33,197 |
| 7. | Lewis Hamilton | Ferrari | 1:33,408 |
| 8. | Pierre Gasly | Alpine | 1:33,421 |
| 9. | Oliver Bearman | Haas | 1:33,487 |
| 10. | Gabriel Bortoleto | Audi | 1:33,755 |
| 11. | Franco Colapinto | Alpine | 1:33,818 |
| 12. | Niko Hülkenberg | Audi | 1:33,987 |
| 13. | Arvin Lindblad | Racing Bulls | 1:34,149 |
| 14. | Esteban Ocon | Haas | 1:34,201 |
| 15. | Isack Hadjar | Red Bull | 1:34,260 |
| 16. | Carlos Sainz | Williams | 1:34,342 |
| 17. | Liam Lawson | Racing Bulls | 1:34,532 |
| 18. | Alexander Albon | Williams | 1:34,555 |
| 19. | Valtteri Bottas | Cadillac | 1:35,290 |
| 20. | Sergio Perez | Cadillac | 1:35,369 |
| 21. | Lance Stroll | Aston Martin | 1:35,974 |
| 22. | Fernando Alonso | Aston Martin | 1:36,536 |







