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24h Nürburgring
10.04.2026

Manthey setzt neu entwickelten Porsche 911 GT3 Cup 24h Nürburgring ein

Nach einer erfolgreichen Debütsaison 2025 – gekrönt unter anderem von Rang 20 im Gesamtklassement beim 24-Stunden-Rennen – bringt Manthey gemeinsam mit der Griesemann Gruppe im Jubiläumsjahr 2026 erneut eine Eigenentwicklung auf die Nürburgring-Nordschleife. Damit setzen beide Partner ihre Zusammenarbeit fort und vertrauen auf den in Meuspath speziell für diesen Einsatz entwickelten Porsche 911 GT3 Cup Manthey.

Die Basis bildet ein 911 GT3 Cup der Generation 992.1, der mit einem umfangreichen Umbaupaket ausgestattet wurde – darunter auch Komponenten aus recyceltem CfK. Angetrieben von eFuel geht der 911 GT3 Cup Manthey unter der Startnummer 992 ins Rennen. Beim 24h-Rennen vom 14. bis 17. Mai teilen sich Björn Griesemann, Georg Griesemann, Dirk Adorf und Marco Holzer das Cockpit. Zur Vorbereitung stehen bereits im April der dritte Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) sowie die 24h Nürburgring Qualifiers auf dem Programm.

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Am Steuer des Manthey Fahrzeugs sitzen bekannte Gesichter: Björn Griesemann, Georg Griesemann, Dirk Adorf und Marco Holzer sammelten bereits bei den Einsätzen des 718 Cayman GT4 RS Clubsport M in der Saison 2025 viele Nordschleifenkilometer gemeinsam mit Manthey. Dabei zeigte sich die Fahrerbesatzung in variierender Zusammensetzung nicht nur an der Spitze der Klasse für alternative Kraftstoffe, sondern auch unter den Top 20 Positionen des Gesamtstarterfeldes. Basierend auf diesen Erfahrungen war nicht nur Porsche Fahrer Marco Holzer, sondern auch die Brüder Björn und Georg Griesemann eng in die Entwicklung des 911 GT3 Cup Manthey eingebunden. Gemeinsam mit dem Team aus Manthey Ingenieuren und Technikern absolvierten sie seit Beginn des Jahres bereits mehrere Testeinsätze des Fahrzeugs auf verschiedenen Strecken in Europa. Im Rahmen des 24-Stunden-Rennens wird Dirk Adorf in Kooperation mit RTL Nitro und dem offiziellen Livestream zwei Runden live aus dem Fahrzeug kommentieren und die Herausforderungen der Nordschleife den Zuschauern näherbringen.
 
Für den Einsatz mit der Griesemann Gruppe wechselt Manthey in diesem Jahr vom 718 Cayman GT4 RS Clubsport M auf ein neu entwickeltes Fahrzeugkonzept auf Basis eines 911 GT3 Cup (992.1). Der 911 GT3 Cup Manthey zeichnet sich durch ein umfangreiches Aerodynamik- sowie Kühlerkonzept aus und setzt erneut den Fokus auf Nachhaltigkeit. So werden die neu entwickelte Front, samt Kotflügel und Haube sowie die neue Heckverkleidung, die Radhausverbreiterung, der Heckflügel und der Heckdeckel aus recyceltem CfK gefertigt. Darüber hinaus dient als Fahrzeugbasis ein bestehendes Chassis, um Ressourcen einzusparen. Zur verbesserten Performance auf der Langstrecke wird nach bewährtem Konzept ein Mittelkühler verbaut, welcher gleichzeitig auch die Aerodynamik an der Front optimiert. Diese Bauweise vermindert gleichzeitig das Risiko, das bei einem Fremdkontakt der Kühler beschädigt wird und Kühlflüssigkeit austritt. Eine zusätzliche verbesserte Bremsenkühlung verringert den Verschleiß und sorgt für eine längere Lebensdauer. Weitere aerodynamische Verbesserungen umfassen eine Frontverkleidung mit integriertem Unterboden, Flics sowie ein neu konzipierter Heckflügel mit vergrößerten Endplatten und angepasster Flügelanbindung. Durch die neue Heckflügelanbindung setzt der 911 GT3 Cup Manthey auf eine strömungsoptimierte Ansaugung aus dem 991.2 GT3 CUP MR. Radhausverbreiterungen an Front und Heck ermöglichen außerdem Platz für eine Spurverbreiterung um 20 Millimeter an der Vorder- und 50 Millimeter an der Hinterachse sowie einen Leichtbauradsatz mit einer Gewichtsersparnis von 3,8 Kilogramm. Für den Einsatz auf der Langstrecke wird im 911 GT3 Cup Manthey ein geschlossenes Tanksystem installiert, dass das Tanken durch die Fronthaube ermöglicht.

Der Porsche 911 GT3 Cup Manthey wird die 24 Stunden auf dem Nürburgring sowie die vorangehenden Rennen vollständig mit dem synthetischem Ottokraftstoff eFuel Race 98 absolvieren. Dieser wird im Rahmen des DeCarTrans-Projekts produziert, einem Forschungsprojekt an der TU Bergakademie Freiberg gefördert vom Bundesministerium für Verkehr. Der dabei hergestellte eFuel basiert auf eMethanol, das durch grünen Wasserstoff gewonnen wird, und kann ohne technische Anpassungen (Drop-in) in bestehenden Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Das Fahrzeug wird aufgrund des Betriebs mit dem klimafreundlichen eFuel bei den kommenden Rennen die Kennzeichnung AT für alternative Kraftstoffe tragen.
 
Patrick Arkenau, Geschäftsbereichsleiter Racing, Manthey Racing GmbH: „Wir freuen uns sehr, die im vergangenen Jahr begonnene Zusammenarbeit mit der Griesemann Gruppe 2026 nicht nur fortzusetzen, sondern gezielt weiterzuentwickeln. Mit dem neuen Fahrzeug verbinden wir unseren sportlichen Anspruch erneut mit einem klaren Innovationsfokus. Für uns steht dabei im Mittelpunkt zu zeigen, dass sich sportlicher Ehrgeiz und technische Weiterentwicklung im Motorsport sinnvoll ergänzen. Diese Kombination aus Erfahrung im Renneinsatz und Innovationsdenken macht die Partnerschaft für uns besonders wertvoll.“

Jan-Helmut Brakhage, Geschäftsbereichsleiter Race Cars, Manthey Racing GmbH: „In unseren Entwicklungsprojekten bei Manthey ist der verantwortungsvolle und ressourceneffiziente Umgang mit Material und Technik seit vielen Jahren ein fester Bestandteil. Unser Ziel ist es, entsprechende Ansätze in unsere Produkte und Fahrzeuge zu überführen – was nicht immer einfach ist, mit dem 911 GT3 Cup Manthey aber erneut gelungen ist. Gleichzeitig führen wir damit das Projekt mit der Griesemann Gruppe aus dem vergangenen Jahr konsequent fort. Der von uns im letzten Jahr entwickelte Cayman GT4 RS Clubsport M hat seine Leistungsfähigkeit auf der Langstrecke bereits unter Beweis gestellt, und ich bin überzeugt, dass wir mit dem neuen Fahrzeug daran anknüpfen können. In Konzept, Ausarbeitung und Erprobung ist viel Arbeit geflossen, und ich bin stolz auf das, was wir als Team erreicht haben. Nun freue ich mich darauf, das neue Fahrzeug erstmals im Rennbetrieb zu sehen.“

Björn Griesemann, Griesemann Gruppe: „Nach unserem starken Ergebnis im vergangenen Jahr mit Platz 20 im Gesamtklassement konnten wir erneut zeigen, welches Potenzial in synthetischen, klimafreundlichen Kraftstoffen steckt. Manthey gibt uns die Möglichkeit, genau hier mit der neuen Eigenentwicklung anzuknüpfen. Der Aufbau eines neuen Fahrzeugkonzepts unter ressourcenschonenden Gesichtspunkten war für uns eine klare Teamentscheidung. Gleichzeitig ermöglicht uns die eFuel GmbH, unser eFuel-Engagement fortzuführen. eFuels werden künftig eine wichtige Rolle in der Mobilität spielen. Wir wollen weiterhin demonstrieren, dass sie funktionieren und fossile Kraftstoffe in vielen Bereichen ersetzen können. Dies ist nicht nur Ausdruck unserer Überzeugung, sondern auch ein Appell, stärker in die Umsetzung grüner Technologien zu investieren – denn sie funktionieren und haben enormes Potenzial.“

Georg Griesemann, Griesemann Gruppe: „Wir haben mehrfach unter Beweis gestellt, dass eFuels auch unter extremen Rennbedingungen funktionieren, uns von Jahr zu Jahr gesteigert und immer neue Ziele gesetzt. Die Basis, mit eFuel zu fahren, ist dabei bewusst unverändert geblieben. Genau darauf setzen wir gemeinsam mit Manthey weiterhin. Dort spürt man das über drei Jahrzehnte gewachsene Verständnis für Fahrzeug und Motorsport – verbunden mit der Fähigkeit, Komponenten zu optimieren, neu zu denken und Nachhaltigkeit konsequent mitzudenken. eFuels und andere alternative Kraftstoffe haben ihren festen Platz im Motorsport.“
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