Sonntag, 9. August 2026
MXL täglich aktuell
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Formel 1
09.08.2026

Fünf Thesen zur Formel 1-Halbzeit

Die Formel-1-Saison 2026 hat zur Halbzeit bereits einige klare Trends hervorgebracht. Fahrer haben sich weiterentwickelt, Teams ihre Positionen verändert und die neuen technischen Regeln sorgen für einen engen Entwicklungswettlauf. Fünf Erkenntnisse stechen dabei besonders hervor.
 

Kimi Antonelli ist endgültig angekommen

Nach seinem Rookie-Jahr in 2025, als er schon einige Erfolge erzielte, hat sich Kimi Antonelli 2026 deutlich weiterentwickelt. Der Mercedes-Pilot feierte bereits mehrere Siege und übernahm als jüngster Fahrer der F1-Geschichte die WM-Führung. Trotz einzelner Rückschläge hat er sich an der Spitze etabliert und ist zum ernsthaften Titelkandidaten geworden. Nun wird sich in der zweiten Hälfte der Saison zeigen, wie er mit dem Druck zurecht kommt. Auffällig sind seine vielen Track-Limit-Verstöße und in gewissem Maße seine Ungeduld in verschiedenen Situationen. Aber das darf man einem 19-Jährigen zugestehen.
 

Lewis Hamilton ist bei Ferrari zurück in der Erfolgsspur

Nach einem enttäuschenden ersten Ferrari-Jahr präsentiert sich Hamilton 2026 deutlich stärker. Mehrere Podestplätze und sein erster Sieg für die Scuderia in Barcelona zeigen, dass der siebenfache Weltmeister wieder konkurrenzfähig ist. Vor allem seine persönliche Einstellung und die Zusammenarbeit mit dem Team scheinen sich verbessert zu haben. Vor der Saison 2026 gab es erhebliche Zweifel an seiner Einstellung und der Brite sah sich genötigt auf seinen Social Media-Kanälen immer wieder Optimismus und Kampfwille zu verbreiten. Das waren nicht nur Worte - Hamilton hat Taten sprechen lassen.
 

Die Entwicklung entscheidet über die Hackordnung 

Die neuen technischen Regeln haben das Kräfteverhältnis 2026 ständig verändert. Man darf immer noch kritisch sein und gerade Spa hat das Dilemma mit der Power gezeigt. Doch vielen Fans weltweit scheint das zu gefallen. Vielleicht müssen sich langjährige F1-Experten damit auch abfinden. Und man darf auch nicht vergessen, dass wir am Beginn der Entwicklung stehen. Upgrades sorgten bislang dafür, dass die Abstände zwischen den Teams immer wieder neu verteilt werden. Besonders im Mittelfeld ist ein regelrechter Entwicklungswettlauf entstanden: Racing Bulls haben zugelegt, während Alpine und Haas zurückgefallen sind. Auch in der zweiten Saisonhälfte dürfte die Weiterentwicklung der Autos entscheidend sein. Aber auch an der Spitze darf sich Mercedes nicht sicher sein. Ferrari und McLaren haben aufgeholt.
 

Williams und Aston Martin erleben einen Realitätscheck

Williams konnte an die starke Saison 2025 (Platz 5 in der Teamwertung) bislang nicht anknüpfen und liegt nach der ersten Saisonhälfte nur auf Rang neun. Verzögerungen beim neuen Auto und ein zu hohes Fahrzeuggewicht erschwerten den Saisonstart. Aston Martin erwischte ebenfalls einen schwierigen Auftakt, zeigte mit den Updates in Ungarn aber erste Fortschritte. Beide Teams hoffen auf eine deutliche Steigerung nach der Sommerpause.
 

Cadillac überzeugt beim F1-Debüt - sollte aber nachlegen

Mit Cadillac ist 2026 erstmals seit Haas vor zehn Jahren ein neues Team in die Formel 1 eingestiegen. Sergio Pérez und Valtteri Bottas bringen viel Erfahrung mit, während das Team zunächst bewusst bescheidene Ziele formulierte. Dennoch konnte Cadillac bereits mehrfach mit dem Mittelfeld mithalten. Der erste WM-Punkt wurde zwar in Monaco durch eine nachträgliche Strafe verpasst, die Entwicklung des Teams wird jedoch positiv bewertet. Allerdings sollte man jetzt in der Performance nachlegen.
Lesen Sie auch: Die Geschichte der Formel 1: Über 75 Jahre Königsklasse des Motorsports

 
Anzeige