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DTM
09.08.2026

Die Geschichte der DTM - Ein Auf und Ab

Die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, kurz DTM, gehört zu den traditionsreichsten Rennserien im internationalen Tourenwagensport.

Seit ihrer Gründung hat sie mehrere technische und organisatorische Veränderungen durchlaufen – von spektakulären Gruppe-A-Tourenwagen über die Class-1-Ära bis zu den heutigen GT3-Fahrzeugen. Vorläufer war von 1972 bis 1985 die Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) mit seriennahen Fahrzeugen.

Wie immer ist dies keine hintergründige Aufklärung mit allen Fakten, die man kennt. Das würde Bücher füllen. Es geht um eine einfache Information für den Leser, um einen kurzen Überblick über eine lange Geschichte zu haben.


1984–1985: Die Anfänge

Die Wurzeln der DTM reichen in das Jahr 1984 zurück. Unter dem Namen Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft (DPM) wurde eine neue Rennserie für seriennahe Tourenwagen ins Leben gerufen. Zum Einsatz kamen Fahrzeuge nach dem internationalen Gruppe-A-Reglement. Mit einem BMW 635 CSi gewann Volker Strycek die Meisterschaft. Am Start außerdem z.B. Ford Mustang, Rover Vitesse, Chevrolet Camaro, VW Golf, Ford Capri, Opel Kadett, Volvo 240 Turbo, Alfa Romeo, etc.

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1985 wurde die Meisterschaft noch als DPM ausgetragen. Zu den frühen Marken gehörten unter anderem BMW, Ford, Rover und Volvo.

Die Rennen waren geprägt von engem Wettbewerb, unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten und vergleichsweise niedrigen Kosten. Die Serie entwickelte sich schnell zu einer beliebten deutschen Rennserie.
 

Die Gründung der ITR

Nach den ersten beiden Jahren der Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft (DPM) wollten mehrere beteiligte Teamchefs die Serie professioneller aufstellen und stärker selbst bestimmen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der damaligen Motorsportbehörde ONS (heutige DMSB) sorgte für Unzufriedenheit.

Eine zentrale Rolle spielte dabei Hans Werner Aufrecht, Gründer von AMG und damaliger Teamchef im Tourenwagensport. Gemeinsam mit Burkard Bovensiepen, dem Gründer von Alpina, trieb Aufrecht die Gründung einer neuen Interessenvertretung der Teams voran.

Am 11. Juni 1986 wurde am Nürburgring die Interessengemeinschaft Tourenwagen Rennen e.V. (ITR) gegründet. Sie wurde zum organisatorischen Rückgrat der DTM und übernahm in der Folge die Organisation und Vermarktung der Serie.

Hans Werner Aufrecht wurde zum ersten Vorsitzenden der ITR. Er prägte die DTM anschließend mehr als drei Jahrzehnte und gilt als einer ihrer wichtigsten Gründungsväter.

Die Gründung der ITR fiel mit einem weiteren wichtigen Schritt zusammen: 1986 wurde aus der Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft (DPM) offiziell die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).

Damit beginnt 1986 die eigentliche DTM-Ära – organisatorisch mit der ITR und unter dem neuen Namen DTM.

Ende 2022 wurde die ITR offiziell aufgelöst und die Markenrechte der DTM an den ADAC übergeben.
 

1986–1992: Aufstieg zur deutschen Top-Tourenwagenserie

In den späten 1980er-Jahren gewann die DTM zunehmend an Bedeutung. Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz, Ford, Audi, Rover und Alfa Romeo engagierten sich. Der erste DTM-Meister war 1986 Kurt Thiim im Rover Vitesse.

Zahlreiche Fahrzeuge, wie z.B. der BMW M3 (ab 1987 - auch Meister mit Per Stureson), AMG ab 1988 erstmals als eigenes Mercedes-Benz-Team mit dem 190 E 2.3-16 entwickelten sich zu Ikonen des Motorsports.

Ab 1988 gab es erstmals zwei Läufe an einem Rennwochenende,

Ein wichtiger Schritt war die Einführung eines neuen technischen Reglements Anfang der 1990er-Jahre. Die Fahrzeuge wurden deutlich leistungsfähiger und technisch aufwendiger.

Audi setzte mit dem V8 quattro Maßstäbe. Der allradgetriebene Audi V8 konnte 1990 (Hans-Joachim Stuck) und 1991 (Frank Biela) gewinnen und somit als Hersteller erstmals die DTM-Meisterschaft verteidigen. 1990 startete auch Michael Schumacher als Mercedes-Junior beim Finale in Hockenheim.

1992 schaffte Ellen Lohr (Mercedes) als bisher einzige Frau einen Rennsieg. Und Audi beendete das Werksengagement nach einem Streit um eine Kurbelwelle.
 

1993–1996: Die Class 1 und die große Herstellerära

1993 wurde das sogenannte Class-1-Reglement eingeführt. Die Fahrzeuge hatten mit ihren Serienmodellen optisch noch viel gemeinsam, technisch waren sie jedoch hochentwickelte Rennwagen.

BMW zog sich vom Werk zurück und Audi verlagerte sein Engagement auf die Französische Tourenwagen-Meisterschaft.

Die DTM 1993 wurde zur Bühne für Alfa Romeo und Mercedes-Benz. Opel kehrte erst zum Finale zurück. Zahlreiche Privatfahrer füllten das Feld.

Besonders spektakulär war der Alfa Romeo 155 V6 TI mit Allradantrieb. Alfa Romeo gewann 1993 mit Nicola Larini auf Anhieb die Meisterschaft.

Mercedes-Benz entwickelte sich anschließend zur dominierenden Kraft. Fahrer wie Klaus Ludwig, Bernd Schneider und Ellen Lohr prägten diese Ära.


1995–1996: ITC und das Ende der ersten DTM

Die DTM wurde internationaler und startete ab 1995 gemeinsam mit der International Touring Car Championship (ITC).

1995 gewann Bernd Schneider seine erste DTM-Meisterschaft im Mercedes-Benz. Im selben Jahr wurde er auch ITC-Meister.

Nach der Saison 1996 (mit Finale im japanischen Suzuka) zogen sich Opel und Alfa Romeo aufgrund der enorm gestiegenen Kosten zurück. Übrig blieb nur Mercedes. Die ITC wurde eingestellt – und damit verschwand zunächst auch die DTM.
 

2000: Die DTM kehrt zurück

Nach einer dreijährigen Pause wurde die DTM 2000 als Deutsche Tourenwagen-Masters neu gestartet.

Das technische Konzept war nun stärker auf Kostenkontrolle ausgerichtet. Die wichtigsten Hersteller waren zunächst Mercedes-Benz, Opel und Audi.

Die neue DTM entwickelte sich schnell wieder zu einer bedeutenden internationalen Rennserie.

Bernd Schneider wurde zum dominierenden Fahrer der frühen Neuzeit. Der Mercedes-Benz-Pilot gewann 2000 und 2001 zwei Titel in Folge.

Erstmals seit 1988 wurde das DTM-Rennformat 2001 geändert: Statt zwei rund 100 Kilometer langer Wertungsläufe gab es einen kurzen Qualifikationssprint über 35 Kilometer. Dieser bestimmte die Startaufstellung für das anschließende Hauptrennen über rund 100 Kilometer. Ab 2003 gab es nur noch einen Lauf mit zwei Boxenstopps.

2001–2003: Hersteller waren Mercedes-Benz und Opel. Team Abt trat als Privatteam an.
2002: Laurent Aiello gewinnt im Abt-Audi TT-R die Meisterschaft.
2004: Audi steigt offiziell als Werksteam ein.
 

Bernd Schneider – Rekordmeister der DTM

Bernd Schneider ist bis heute der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der DTM. Insgesamt gewann er fünf Meisterschaften:

1995 – Mercedes-Benz

2000 – Mercedes-Benz

2001 – Mercedes-Benz

2003 – Mercedes-Benz

2006 – Mercedes-Benz

Damit ist Schneider alleiniger Rekordmeister der DTM. Seine fünf Titel sind bis heute unerreicht.
 

2005–2011: Audi gegen Mercedes-Benz

In dieser Phase entwickelte sich die DTM zu einem Duell zwischen Audi und Mercedes-Benz.

2005: Hersteller waren Audi, Mercedes-Benz und Opel
2006–2011: Nur noch Audi und Mercedes-Benz vertreten

Audi setzte unter anderem den A4 DTM und später den A5 DTM ein, während Mercedes mit der C-Klasse antrat.

Fahrer wie Mattias Ekström, Martin Tomczyk, Timo Scheider, Jamie Green, Gary Paffett und Paul di Resta prägten die Serie. Bernd Schneider holte 2006 seinen letzten Titel.

Das Finale 2010 fand in Shanghai statt.
 

2011 und 2012: DTM als spektakuläres Show-Event in München

2011 und 2012 gastierte die DTM (ohne Punktevergabe) im Münchener Olympiastadion. Auf einem eigens angelegten, nur 1,192 Kilometer langen Kurs traten die Fahrer im K.-o.-System direkt gegeneinander an.

2012 wurde das Konzept nochmals erweitert: Neben den Einzelduellen gab es einen Staffelwettbewerb mit jeweils zwei Fahrern pro Hersteller. Audi, BMW und Mercedes-Benz kämpften vor rund 45.000 Zuschauern um den Sieg. Im Einzelwettbewerb setzte sich Audi-Pilot Mattias Ekström gegen Jamie Green im Mercedes-Benz durch.
 

2012: BMW kehrt zurück und die Folgejahre

Ein entscheidender Wendepunkt folgte 2012: BMW kehrte nach fast 20 Jahren in die DTM zurück. Mit dem BMW M3 DTM (Sechs Fahrzeuge) trat BMW gegen Audi und Mercedes-Benz (jeweils acht Fahrzeuge) an. Ab 2013 setzt auch Audi acht Autos ein. Mercedes hingegen gibt auch sechs.

Bereits in der ersten Saison 2012 gelang der große Erfolg: Bruno Spengler gewann die Meisterschaft für BMW.

Damit war die DTM wieder eine echte Drei-Hersteller-Meisterschaft.

Ab 2015 wurden wieder zwei Rennen pro Wochenende ausgetragen.

Mit der Saison 2017 wurde festgelegt, dass Audi, BMW und Mercedes nur jeweils sechs Fahrzeuge einsetzen.
 

2013–2016: Die DTM unter Hans Werner Aufrecht

Hans Werner Aufrecht blieb bis 2017 die prägende Persönlichkeit hinter der DTM. Seit der Gründung der ITR 1986 hatte er die organisatorische Entwicklung der Serie maßgeblich bestimmt.

Die ITR war dabei nicht Eigentümerin der einzelnen Hersteller oder Teams, sondern die Organisation hinter der DTM. Sie war für die Organisation, Vermarktung und Entwicklung der Serie verantwortlich.
 

2017: Gerhard Berger übernimmt die Führung

2017 übernahm der ehemalige Formel-1-Fahrer Gerhard Berger den Vorsitz der ITR von Hans Werner Aufrecht.

Berger wurde damit zur neuen zentralen Führungspersönlichkeit der DTM. Aber auch immer wieder Gegenstand von Kritik.

Berger führte die DTM durch eine schwierige Phase, in der zunächst Mercedes-Benz und später auch Audi die Serie verließen.
 

2018: Mercedes-Benz steigt aus

2018 verabschiedete sich Mercedes-Benz nach der Saison aus der DTM und wechselte unter anderem in die Formel E.

Damit verlor die DTM nach Audi und BMW einen weiteren ihrer drei großen Hersteller.
 

2019–2020: Turbo-Ära und internationaler Wandel

Nach dem Mercedes-Ausstieg blieben zunächst Audi und BMW als einzige „alte“ Hersteller. Dazu kam Aston Martin.

2019 führte die DTM neue Turbo-Vierzylindermotoren ein. Die Motoren leisteten rund 600 PS und ersetzten die zuvor eingesetzten V8-Saugmotoren.

Gleichzeitig öffnete sich die Serie stärker für internationale Hersteller und Fahrer.

Im November 2019 trafen auf dem Fuji Speedway in Japan erstmals die DTM und die japanische Super-GT-Serie in zwei Rennen aufeinander.

2020 wurde die Saison von der COVID-19-Pandemie beeinflusst. Nach der Saison kündigte Audi seinen Ausstieg an.

Damit stand die DTM erneut vor einem grundlegenden Umbruch.
 

2021: Die GT3-Ära beginnt

2021 wurde die DTM komplett neu ausgerichtet.

Statt speziell für die DTM entwickelter Tourenwagen kamen nun GT3-Fahrzeuge bei fliegendem Start zum Einsatz.

Damit wurde die DTM Teil eines wesentlich größeren GT3-Ökosystems. Hersteller wie Mercedes-AMG, Audi, BMW, Ferrari, Lamborghini, Porsche und McLaren konnten ihre Fahrzeuge einsetzen.

2021 gewann Maximilian Götz im Mercedes-AMG GT3 die Meisterschaft.
 

2022: Der letzte große Einschnitt

2022 wurde die DTM noch einmal von der ITR unter Führung von Gerhard Berger organisiert.

Gleichzeitig zeichnete sich bereits der nächste grundlegende Wechsel ab. Die Berger Motorsport AG war zu diesem Zeitpunkt Rechteinhaber der DTM.

Am 02. Dezember 2022 gab der ADAC bekannt, dass er die Markenrechte der DTM von der Berger Motorsport AG erworben hatte. Damit endete die Ära der ITR als organisatorisches Rückgrat der DTM nach mehr als 36 Jahren.
 

2023: Der ADAC übernimmt die DTM

Seit der Saison 2023 wird die DTM vom ADAC ausgeschrieben und unter dem Dach des ADAC veranstaltet.

Damit wechselte die traditionsreiche Rennserie erstmals in ihrer Geschichte in die organisatorische Verantwortung des ADAC.

Der ADAC übernahm dabei die Markenrechte und integrierte die DTM in seine Motorsport-Struktur. Ziel war unter anderem, Synergien mit dem ADAC GT Masters und weiteren Rennserien zu schaffen.

Gerhard Berger zog sich nach dem Ende der ITR-Ära aus der Führung der DTM zurück.

2022–2024: Die DTM etabliert sich als GT3-Serie

Die DTM etablierte sich zunehmend als hochkarätige GT3-Sprintserie.

2022 gewann Sheldon van der Linde im BMW M4 GT3 die Meisterschaft.

2023 folgte Thomas Preining im Porsche 911 GT3 R.

2024 setzte sich Mirko Bortolotti durch.

Die Rennen blieben klassische DTM-Sprints mit zwei Läufen pro Wochenende. Das Format mit kurzen, intensiven Rennen mit einem Fahrer unterscheidet die DTM weiterhin von vielen klassischen Langstrecken-GT-Serien.


2025–2026: Die DTM heute

Die DTM ist inzwischen fest im internationalen GT3-Motorsport etabliert.

Das Starterfeld besteht aus GT3-Fahrzeugen verschiedener Hersteller. Die Balance of Performance sorgt dafür, dass unterschiedliche Fahrzeugkonzepte miteinander konkurrieren können.

Die Serie setzt weiterhin auf zwei Rennen pro Wochenende, professionelle GT3-Fahrzeuge, Boxenstopps, einheitliche Pirelli-Reifen sowie Fahrer- und Teammeisterschaft.

Damit hat sich die DTM von einer deutschen Tourenwagenmeisterschaft zu einer international ausgerichteten GT3-Rennserie mit deutscher Identität entwickelt.

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Die Fahrer mit den meisten DTM-Meisterschaften:

5 Titel: Bernd Schneider
3 Titel: Klaus Ludwig, René Rast
2 Titel: Mattias Ekström, Gary Paffett, Timo Scheider, Marco Wittmann
 

Die DTM-Meister seit 1984

JahrMeisterFahrzeug
1984Volker StrycekBMW 635 CSi
1985Per SturesonVolvo 240 Turbo
1986Kurt ThiimRover Vitesse
1987Eric van de PoeleBMW M3
1988Klaus LudwigFord Sierra RS Cosworth
1989Roberto RavagliaBMW M3
1990Hans-Joachim StuckAudi V8 quattro
1991Frank BielaAudi V8 quattro
1992Klaus LudwigMercedes 190E 2.5-16 Evo2
1993Nicola LariniAlfa Romeo 155 V6 TI
1994Klaus LudwigAMG-Mercedes C-Klasse
1995Bernd SchneiderAMG-Mercedes C-Klasse
1996Manuel ReuterOpel Calibra V6
2000Bernd SchneiderMercedes-Benz CLK
2001Bernd SchneiderMercedes-Benz CLK-DTM
2002Laurent AïelloAbt-Audi TT-R
2003Bernd SchneiderAMG-Mercedes CLK
2004Mattias EkströmAudi A4 DTM
2005Gary PaffettAMG-Mercedes C-Klasse
2006Bernd SchneiderAMG-Mercedes C-Klasse
2007Mattias EkströmAudi A4 DTM
2008Timo ScheiderAudi A4 DTM
2009Timo ScheiderAudi A4 DTM
2010Paul di RestaAMG-Mercedes C-Klasse
2011Martin TomczykAudi A4 DTM
2012Bruno SpenglerBMW M3
2013Mike RockenfellerAudi RS 5 DTM
2014Marco WittmannBMW M4 DTM
2015Pascal WehrleinMercedes-AMG C63 DTM
2016Marco WittmannBMW M4 DTM
2017René RastAudi RS 5 DTM
2018Gary PaffettAMG-Mercedes C-Klasse
2019René RastAudi RS 5 DTM
2020René RastAudi RS 5 DTM
2021Maximilian GötzMercedes-AMG GT3
2022Sheldon van der LindeBMW M4 GT3
2023Thomas PreiningPorsche 911 GT3 R
2024Mirko BortolottiLamborghini Huracán GT3 Evo II
2025Ayhancan GüvenPorsche 911 GT3 R
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