IMSA SportsCar Championship
06.08.2026
Porsche-Seitentür offen! Trotzdem P2 für Laurin Heinrich
„Einfach Wahnsinn, dass wir trotz der offenen Tür und des verrückten Rennverlaufs auf das Podium gefahren sind. Das war sicher auch der Verdienst unserer Strategie-Crew, die in den entscheidenden Situationen die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Zwar liegt noch ein hartes Stück Arbeit vor uns, aber unsere Chancen auf den Titel haben sich deutlich verbessert“, sagte Heinrich.
Gleichzeitig öffnete sich für den 24-Jährigen auch im Titelkampf eine neue Tür: Durch Rang zwei und den Ausfall des bisherigen Tabellenführers verkürzte der Weltkader-Athlet der ADAC Stiftung Sport den Rückstand auf die Spitze deutlich und ist als Gesamtzweiter zurück im Meisterschaftsrennen. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Tijmen van der Helm und Kaylen Frederick feierte der Unterfranke den Erfolg auf dem Podium.
JDC-Miller MotorSports nahm das Sechs-Stunden-Rennen auf der 6,515 Kilometer langen Traditionsstrecke in Wisconsin vom elften Startplatz in Angriff. Trotz zweier Durchfahrtsstrafen und eines Drehers blieb die Mannschaft im Rennen und brachte den Porsche 963 mit einer cleveren Boxenstrategie zurück in die Führungsrunde. Rund zwei Stunden vor Rennende übernahm Heinrich das Cockpit. Zahlreiche Gelbphasen erschwerten es ihm zunächst, einen Rhythmus aufzubauen.
Dann nahm das Rennen eine dramatische Wendung. Als sich das Feld vor ihm plötzlich staute, berührte Heinrich das stark abbremsende Fahrzeug vor ihm. „Das war alles super eng. Ich versuchte noch auszuweichen, aber der Kontakt war unvermeidbar“, schilderte der Porsche-Pilot. Dabei wurde die Fahrzeugfront beschädigt. Durch den entstehenden Überdruck sprang wenige Runden später bei rund 300 km/h die rechte Seitentür auf. Staub und Schmutzpartikel drangen ins Cockpit, gleichzeitig verlor der Porsche wertvollen Anpressdruck.
„Der Schlag im Cockpit war riesig. Ich musste mein Visier schließen und den Porsche mit der offenen Tür kontrolliert an die Box bringen“, erklärte Heinrich. Ein sofortiger Reparaturstopp kam jedoch nicht infrage, da dadurch die Strategie zerstört worden wäre und ein weiterer Boxenhalt kurz vor Rennende gedroht hätte. Deshalb brachte Heinrich den beschädigten Porsche zunächst bis zum regulären Servicefenster ins Ziel der Strategie. Erst dort schloss die Crew die Tür und wechselte die beschädigte Frontpartie.
Nach dem Boxenstopp nahm Heinrich das Rennen auf Rang acht wieder auf. In der hektischen Schlussphase verzichtete er auf unnötige Risiken, nutzte sich bietende Überholmöglichkeiten konsequent und profitierte zusätzlich von Zwischenfällen der Konkurrenz. Zunächst wurde das Trio als Dritte abgewinkt, rückte jedoch nach einer Zeitstrafe gegen das zuvor zweitplatzierte Fahrzeug noch auf Rang zwei vor.
Dadurch beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Jack Aitken nur noch 108 Punkte. „Durch die offene Tür wehte der Hot-Dog-Geruch aus dem Zuschauerbereich in mein Cockpit. Da kam bei mir nicht nur der Siegeshunger, sondern auch echter Kohldampf auf“, scherzte Heinrich nach dem Rennen.
Seinen nächsten Einsatz bestreitet Heinrich vom 18. bis 20. September beim „Battle on the Bricks“ auf dem Indianapolis Motor Speedway. Der achte Saisonlauf führt über zwei Stunden und 40 Minuten und ist zugleich sein letzter Einsatz für JDC-Miller MotorSports, bevor er zum Saisonfinale in Road Atlanta (30. September bis 2. Oktober) wieder im Werksfahrzeug von Porsche Penske Motorsport antritt.





