Bekannt ist Max durch sein Format „Career Ladder“, in dem er versucht, innerhalb von zwei Minuten den Beruf – oder den ersten Job – seiner Gäste zu erraten. Mit diesem Konzept ist er international erfolgreich. Dieses Mal jedoch stellte nicht er die Fragen – sondern musste sich selbst einer Herausforderung stellen.
Präzise Vorbereitung auf eine neue Welt
Bereits im Januar besuchte Max erstmals die Werkstatt des Teams. Ziel war es, ein Gefühl für die technischen Anforderungen der Formel E und die enorme Detailgenauigkeit zu bekommen, die diese Rennserie verlangt. Zur Vorbereitung absolvierte er zwei intensive Simulator-Sessions unter Anleitung eines Renningenieurs. Dabei lernte er das schnelle und anspruchsvolle Layout von Dschidda kennen – inklusive Bremspunkten, Ideallinien und Energiemanagement. Und doch: Nichts ersetzt den Moment, wenn man tatsächlich im Cockpit Platz nimmt.Ein Tag wie ein echtes Rennwochenende
Die EVO-Sessions sind weit mehr als ein paar Einführungsrunden. Der Ablauf orientiert sich an einem realen Rennwochenende: technische Briefings, strategische Besprechungen, Streckenbegehung, Fahrzeit auf der Strecke – und eine gezeitete Session im direkten Vergleich mit anderen. „Ich habe zum ersten Mal ein Formel-E-Rennen live gesehen. Es war schneller, als ich erwartet hatte. Ich bin eine Runde im Safety Car gefahren – und selbst das war schon beeindruckend.“Auf dem Weg zum Fahrzeug mischten sich Vorfreude und Respekt. „Ich möchte gut abschneiden. Aber vor allem will ich auf keinen Fall einen großen Fehler machen, der das Team in Schwierigkeiten bringt.“ Der Druck war spürbar – auch für jemanden, der es gewohnt ist, vor der Kamera zu stehen. „Ich freue mich riesig, aber ich bin noch nie in diesem Auto gefahren. Beim Kennenlernen der Kurven wird alles extrem schnell gehen.“
Besonders bewusst war ihm die Einzigartigkeit des Moments: „Ich habe gehört, dass weniger Menschen ein Formel-E-Auto gefahren sind, als im Weltraum waren. Das macht einem schon klar, wie besonders das ist, was ich heute erleben darf.“ Seinen Humor verlor er dabei nicht: „Wenn ich der Langsamste bin, sage ich einfach, dass ich am meisten Streckenzeit hatte. So oder so – ich gewinne.“
Strategie, Präzision und Rennintelligenz
Begleitet von Ingenieuren und Fahrern des Teams tauchte Max Schritt für Schritt tiefer in die strategische Komplexität der Formel E ein: Energiemanagement vom ersten Meter an, die Vielzahl an Funktionen am Lenkrad, das permanente Arbeiten mit Live-Daten. In dieser Rennserie geht es nicht nur um Top-Speed, sondern um Effizienz, Präzision und taktisches Verständnis.Der Tag begann in der Hitze Saudi-Arabiens mit dem traditionellen Track Walk. Gemeinsam mit seinem Renningenieur Geoffrey L'Enfant analysierte Max jede Kurve und jeden Bremspunkt des schnellen und technisch anspruchsvollen Stadtkurses. Die Strecke wurde zunächst zu Fuß „erfahren“, bevor sie später mit über 200 km/h zur Herausforderung wurde. Im Rennanzug stieg er anschließend in den elektrischen Einsitzer von Nick Cassidy, der für die EVO-Sessions eigens umgestaltet worden war. Sitzanpassung, Gurte, Lenkradeinstellungen – jetzt wurde es ernst. „Ich habe mich sofort wohlgefühlt. Das Team hat beim Sitz-Fitting großartige Arbeit geleistet. Alle Einstellungen fühlten sich natürlich an. In zwanzig Minuten geht’s raus – ich bin bereit.“
Für seine erste Session hatte Max 15 Minuten Zeit, um eine konkurrenzfähige Rundenzeit zu setzen und sich für die Duelle zu qualifizieren. Fünfzehn intensive Minuten, in denen jedes Detail zählt – bei maximaler Sicherheit im Hintergrund. Schon nach den ersten Runden war klar: Das hier war mehr als ein PR-Termin. Es war eine echte sportliche Erfahrung – und eine beeindruckende Begegnung mit der technologischen und strategischen Tiefe der Formel E.
Zwischen Ehrgeiz und Selbstironie
Vom Qualifying bis zu seinem späteren Sieg im sogenannten „Wooden Spoon“-Duell – einem besonderen Duellformat unter den langsameren Qualifikationszeiten – zeigte Max eine deutliche Leistungssteigerung. „Ich war vom Qualifying bis zu meinem Duell derjenige mit der größten Verbesserung. Die Tipps von Nick, JEV und Geoffrey haben wirklich geholfen.“Sogar ein Unfall auf der Strecke brachte ihn nicht aus dem Konzept. „Nach dem Crash bin ich meine beste Runde gefahren. Mein erster Gedanke war, ob es allen gut geht. Als klar war, dass alles in Ordnung ist, habe ich mich wieder voll auf meinen Plan konzentriert und versucht, jede Runde schneller zu werden.“ Die „Wooden Spoon“-Trophäe nahm er mit einem Augenzwinkern entgegen – doch hinter der Selbstironie stand echter Ehrgeiz und spürbarer Respekt vor der Leistung.
Von Skepsis zur Begeisterung
„Vor ein paar Jahren war ich kein Motorsport-Fan“, gab Max offen zu. „Erst beim Besuch der McLaren-Formel-1-Fabrik habe ich verstanden, wie viel Präzision und Ingenieurskunst dahintersteckt. Seitdem ist mein Interesse stetig gewachsen.“Die Formel E passt für ihn perfekt in diese Entwicklung. „Sie nimmt das Thema Nachhaltigkeit ernst – das spricht mich an. Als ich erfahren habe, dass ich selbst fahren darf, war ich sofort begeistert. Besser kann man eine Rennserie kaum kennenlernen.“ Die größte Herausforderung auf der Strecke? Vertrauen. „Ich habe anfangs zu früh und zu stark gebremst. Man muss lernen, sich selbst zu vertrauen. Aber am wichtigsten ist: Ich hatte unglaublich viel Spaß.“
Motorsport im 21. Jahrhundert
Der Vergleich mit der Formel 1 drängt sich auf – und fällt differenziert aus: „Es ist ähnlich und gleichzeitig ganz anders. Die Atmosphäre ist eine andere. Das Energiemanagement ist faszinierend. Und ehrlich gesagt gefällt mir der Sound hier besser. Es fühlt sich an wie Motorsport im Jahr 2026.“ Dann ergänzte er fast überrascht: „Ich bin eigentlich kein Autotyp. Aber hier wirkt alles deutlich moderner – ganz klar 21. Jahrhundert.“Was dieser Tag in Dschidda letztlich bedeutete, geht über Rundenzeiten und Trophäen hinaus. Es war die Begegnung eines Digital Creators mit einer Rennserie, die Innovation, Strategie und Verantwortung miteinander verbindet. Die Formel E steht nicht nur für Geschwindigkeit – sondern für Fortschritt. Indem sie Persönlichkeiten wie Max Klymenko hinter die Kulissen und ins Cockpit einlädt, öffnet sie sich neuen Zielgruppen und unterstreicht zugleich ihre moderne Identität. Für Citroën Racing ist eine solche Erfahrung mehr als eine Aktivierung: Sie steht für die Überzeugung, dass Performance nicht nur gemessen, sondern auch geteilt und erlebt werden sollte. An der Schnittstelle von Technologie, Sport und digitaler Kultur zeigen die EVO-Sessions, wie Motorsport heute funktioniert: nicht nur zuschauen – sondern verstehen, erleben und erzählen. Und manchmal beginnt diese Reise auf einer Karriereleiter – und endet bei über 200 km/h unter saudischen Flutlichtern.





