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FIA Formel E
23.07.2025

Porsche bei Teams und Herstellern führend vor Finale in London

Porsche reist mit der Chance auf zwei WM-Titel zum Saisonfinale der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft nach London. In der Teamwertung liegt das werkseigene TAG Heuer Porsche Formel-E-Team auf Platz 1. Auch in der Herstellerwertung hat sich Porsche durch die Punkte-Ausbeute in Berlin an die Spitze gesetzt. In der Fahrerwertung belegt Pascal Wehrlein aktuell Rang 2; Teamkollege António Félix da Costa folgt auf Platz 4.

Beide kämpfen noch um den Vizetitel. Bei Teams und Herstellern wäre es der jeweils erste Formel-E-Titel für Porsche. Besonders: Zum ersten Mal überhaupt können sowohl Werks- als auch Kundenteams gemeinsam einen FIA-WM-Titel gewinnen. Die Herstellerwertung, in der pro Rennen die beiden bestplatzierten Fahrzeuge einer Marke punkten, stellt erstmals einen vollwertigen WM-Titel des Automobilweltverbandes FIA dar.

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Bei aktuell 23 Punkten Vorsprung hat das Porsche-Werksteam bereits am Samstag die erste Chance, den Titel in der Team-WM nach Weissach zu holen. Dafür müsste es im Vergleich zum zweitplatzierten Nissan Formula E Team 25 Zähler mehr holen. Für die Teamwertung werden die Punkte beider Fahrer addiert, maximal sind pro Rennen 47 Zähler möglich – für Pole-Position (3), Rennsieg (25), Platz 2 (18) und die schnellste Rennrunde (1).

Neben dem TAG Heuer Porsche Formel-E-Team können in der Herstellerwertung auch Andretti Formula E und Cupra Kiro punkten. Der Andretti-Rennstall geht mit dem gleichen Fahrzeug wie das Werksteam an den Start, mit dem Porsche 99X Electric der neuesten Generation. Das zweite Kundenteam Kiro startet mit dem Porsche 9XX Electric WCG3. Er vereint Porsche-Komponenten der 99X-Vorgängergeneration mit dem neuesten Formel-E-Regelwerk. Zusätzliche Zähler für die Pole-Position und schnellste Runde gibt es in der Herstellerwertung nicht. Die maximale Ausbeute beträgt somit 43 Punkte pro Rennen. Bei aktuell 7 Punkten Vorsprung müsste Porsche am Samstag 37 Zähler mehr sammeln als Nissan, um den ersten Matchball zu verwandeln.

Zwölf E-Prix fanden in London bislang statt, nur Berlin beheimatete mehr Formel-E-Rennen. In den Saisons 1 und 2 wurden die Finale auf einer temporären Rennstrecke im Battersea Park ausgetragen. Seit Saison 7 gehört die britische Hauptstadt der Formel E wieder fest zum Rennkalender. Seither startet die Serie auf dem ExCeL-Messegelände im Osten der Metropole. Die 2,077 Kilometer lange temporäre Strecke ist ein Unikat im Kalender: Sie verläuft durch eine Messehalle und über Außenbereiche – ein Mix aus Indoor- und Outdoor-Passagen. Wechselnde Grip-Level stellen die Fahrer speziell bei Regen vor Herausforderungen.

Im Vorjahr kürte sich Pascal Wehrlein mit einem Sieg im Samstagsrennen und Platz 2 am Sonntag zum Weltmeister mit Porsche. Jake Dennis vom Kundenteam Andretti hatte sich ein Jahr zuvor ebenfalls in London den Fahrer-Titel gesichert – für Porsche der erste Formel-E-Titel überhaupt.

Wie bei allen Doppelevents der Saison kommt auch beim London E-Prix der „Pit Boost“ zum Einsatz. Beim 34-sekündigen Pflichtboxenstopp während des Samstagsrennens fließen 3,85 kWh Strom in den Akku (10 %) – innovatives Schnellladen mit 600 kW Leistung. Zum Vergleich: Das Formel-E-Safety-Car, der Straßensportwagen Porsche Taycan Turbo GT, lädt mit bis zu 320 kW. Einen Techniktransfer in die Serie demonstriert das Ladesystem CCS (Combined Charging System): Buchse und Stecker von Rennfahrzeug 99X und den elektrischen Porsche-Straßenfahrzeugen gleichen einander. Das CCS kombiniert die Möglichkeit des Wechselstromladens mit der Möglichkeit des Gleichstromladens, ermöglicht also das schonendere Laden beispielsweise daheim und das leistungsstarke Schnellladen unterwegs.
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