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FIA Formel E
09.07.2025

Porsche-Werksteam WM-führend vor dem Heimspiel

Die deutsche Hauptstadt Berlin stellt die traditionsreichste Station im Formel-E-Kalender dar – und das Heimspiel für das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team. Kein Austragungsort beheimatete häufiger einen E-Prix – insgesamt 20 seit 2015. Und kein Pilot gewann dort öfter als Porsche-Werksfahrer António Félix da Costa. Bei 19 Starts feierte der Portugiese bislang drei Siege in Berlin, kürte sich dort 2020 zum Champion. Im vergangenen Jahr bescherte er Porsche den ersten Heimsieg.

In der Fahrerwertung belegt da Costa derzeit Rang 3. Teamkollege und Weltmeister Pascal Wehrlein liegt an zweiter Stelle. Mit Dan Ticktum vom Porsche-Kundenteam Cupra Kiro liegt ein weiterer Porsche-Pilot auf den vorderen Plätzen der Tabelle (Fünfter). Das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team führt die Team-WM vor dem Berlin-Wochenende an. In der Herstellerwertung fehlen Porsche lediglich drei Punkte auf Spitzenreiter Nissan.

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Die temporäre Rennstrecke am ehemaligen Flughafen Tempelhof zeichnet sich durch ihre spezielle Beschaffenheit aus. Betonplatten statt Asphalt, unterschiedlich raue Oberflächen und damit mal mehr, mal weniger Bodenhaftung stellen besondere Anforderungen an das Reifenmanagement. Vorteil des großen Rollfelds: Die Streckenführung lässt sich variieren. Fünf verschiedene Kurse wurden bereits befahren. Die jüngste Änderung des Layouts erfolgte 2024. Abseits des Renngeschehens dient das Tempelhofer Feld als öffentlich zugängliche Freifläche. Mit rund 300 Hektar zählt es europaweit zu den größten innerstädtischen Arealen dieser Art. Die Berliner Bevölkerung nutzt das Gelände ganzjährig für verschiedene Freizeitaktivitäten wie Skaten, Drachensteigen oder Spaziergänge. Wegen der günstigen Lage nutzt das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team die U-Bahn zwischen Hotel und Rennstrecke – ganz im Sinne der auf einen möglichst kleinen Fußabdruck bedachten Formel E.

Der außer Betrieb befindliche Flughafen in Tempelhof beheimatet den Berlin E-Prix seit 2015 und damit seit der Premierensaison der Formel E (Wintersaison 2014/2015). Einmalige Ausnahme: ein Abstecher auf die Karl-Marx-Allee 2016. Als einzige Stadt stand Berlin bislang immer im Rennkalender. Rund 25.000 Zuschauer verfolgten die Rennen im Vorjahr. Darunter zahlreiche Porsche-Mitarbeitende, die das Werksteam beim Heimspiel von der Tribüne aus unterstützten.

Neben dem Sieg durch da Costa im vergangenen Jahr stand Porsche in Berlin ein weiteres Mal auf dem Podium: 2020 belegte André Lotterer den zweiten Platz. Damals fanden am Tempelhofer Flughafen innerhalb von nur neun Tagen sechs Rennen statt – der Abschluss der von der Pandemie geprägten Saison. Pascal Wehrlein wartet in Berlin zwar noch auf sein erstes Podium, sammelte im Vorjahr mit den Plätzen 4 und 5 jedoch wichtige Zähler auf dem Weg zum Titel.

Direkt im Anschluss an den Berlin E-Prix stehen am Montag zwei andere Piloten für Porsche im Fokus: Ayhancan Güven und Elia Weiss absolvieren den offiziellen Rookie-Test der Formel E. Der türkische DTM-Sieger Güven (27) durchlief das hauseigene Nachwuchsprogramm von Porsche und sitzt in Berlin erstmals in einem Werkswagen. Der Münchner Weiss ist mit 16 Jahren der bislang jüngste Fahrer, der an einer offiziellen Formel-E-Session teilnimmt. Sie pilotieren die Einsatzfahrzeuge von Wehrlein und da Costa, den hocheffizienten Porsche 99X Electric.

Beim Berlin E-Prix kommt zum fünften Mal in dieser Saison der sogenannte Pit Boost zum Einsatz. Beim 34-sekündigen Pflichtboxenstopp während des Samstagsrennens fließen 3,85 kWh Strom in den Akku (10 %) – innovatives Schnellladen mit 600 kW Leistung. Zum Vergleich: Das Formel-E-Safety-Car, der Straßensportwagen Porsche Taycan Turbo GT, lädt mit bis zu 320 kW. Einen Techniktransfer in die Serie demonstriert das Ladesystem CCS (Combined Charging System): Buchse und Stecker von Rennfahrzeug 99X und den elektrischen Porsche-Straßenfahrzeugen gleichen einander. Das CCS kombiniert die Möglichkeit des Wechselstromladens mit der Möglichkeit des Gleichstromladens, ermöglicht also das schonendere Laden beispielsweise daheim und das leistungsstarke Schnellladen unterwegs.
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