Dienstag, 18. Juni 2024
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Sportwagen Allgemein
30.05.2024

Erster Einsatz für den Porsche 963 auf den Straßen von Detroit

Porsche Penske Motorsport will seine Erfolgsserie beim fünften Saisonlauf der IMSA WeatherTech SportsCar Championship fortsetzen. Erstmals startet der Porsche 963 in den engen Straßen von Detroit. Das sogenannte „Detroit Sports Car Classic“ führt über eine Distanz von nur 100 Minuten. Das Werksteam setzt zwei der 511 kW (695 PS) starken Hybridprototypen ein, die Kundenmannschaften JDC-Miller MotorSports und Proton Competition zwei zusätzliche Porsche 963. Neben der Topklasse GTP geht in Detroit auch die GTD-Pro-Kategorie ins Rennen. Hier bringt das zuletzt in Laguna Seca siegreiche Kundenteam AO Racing den als „Rexy“ bekannten Porsche 911 GT3 R an den Start.

Stuttgart. Beim fünften Saisonrennen betritt Porsche Penske Motorsport bislang unbekanntes Terrain. Erstmals startet der Porsche 963 auf dem wiederbelebten Stadtkurs in Detroit, der auf 2,66 Kilometern Länge nur neun Kurven umfasst. Porsche belegt vor dem fünften IMSA-Lauf des Jahres den zweiten Platz in der Herstellermeisterschaft. In der Teamwertung führt Porsche Penske Motorsport. Die Daytona-Sieger Felipe Nasr und Dane Cameron stehen auf Rang eins der Fahrermeisterschaft. In der Topklasse GTP tritt der Porsche 963 gegen Hybrid-Rennwagen von drei weiteren Herstellern an.

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„Auf dem Stadtkurs in Detroit gibt es keine Testmöglichkeiten, entsprechend gespannt sind wir auf unsere ersten Eindrücke von der Strecke“, erklärt Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh. „Unsere Mannschaft hat im bisherigen Verlauf der Saison jederzeit hervorragende Arbeit abgeliefert. Dafür sind wir mit Siegen in Daytona und Laguna Seca sowie Podestplätzen in Sebring und Long Beach belohnt worden. In Detroit möchten wir unsere großartige Serie fortschreiben und anschließend mit einem weiteren Erfolg im Rücken bei den 24 Stunden von Le Mans antreten.“

„Detroit mag für den Porsche 963 eine neue Strecke sein, aber sie ist vielen unserer Mitarbeiter bekannt“, schildert Jonathan Diuguid, Leitender Direktor Porsche Penske Motorsport. Die Indycar-Mannschaft des Team Penske kann auf umfangreiche Erfahrungen mit dem Kurs in der US-Autohauptstadt zurückgreifen. „Die Strecke in der Innenstadt zeichnet sich durch ein schwieriges und enges Layout aus, die Fahrbahn ist wellig und herausfordernd. Mit Topergebnissen haben wir dafür gesorgt, dass Porsche Penske Motorsport auch in der IMSA-Serie weiterhin an der Spitze der Fahrer- und Team-Meisterschaft steht. Gepaart mit der Tatsache, dass Roger Penske in Detroit zu Hause ist, will unsere Mannschaft einen weiteren Sieg einfahren.“

Der fünfte Saisonlauf der IMSA findet im Rahmen des „Detroit Grand Prix“ der nordamerikanischen Indycar-Serie statt. In der US-Formelsport-Meisterschaft geht das Team Penske mit drei Fahrzeugen an den Start. Bis 2020 fand das Stadtrennen in Detroit auf der Belle Isle statt, kehrte im vergangenen Jahr aber an seinen ursprünglichen Schauplatz im Zentrum zurück.

2024 feiern die LMDh-Hybridprototypen ihr Debüt auf den engen Straßen der „Motown“ genannten Großstadt im US-Bundesstaat Michigan. Auf gut zweieinhalb Kilometern Länge pfeilen die Wettbewerbs-Fahrzeuge durch einen engen Leitplankenkanal mit neun Kurven, zumeist 90-Grad-Kehren. Mit einer Dauer von nur 100 Minuten gehört der „Detroit Sports Car Classic“ genannte Sprint zu den zwei kürzesten IMSA-Rennen des Jahres.

Fahrerstimmen vor dem Rennen

Nick Tandy (Porsche 963 #6): „Dass ich in der IMSA-Serie auf eine für mich neue Strecke komme, passiert nicht alle Tage. Daher bin ich sehr gespannt, was Detroit für uns bereithält. Die Strecke besitzt schnelle Abschnitte, ist aber an anderen Stellen sehr langsam und eng. Es wird interessant zu sehen sein, wie sich unsere großen Prototypen unter diesen Bedingungen schlagen. Alle Teams starten bei null, da bisher niemand dort gefahren ist oder testen konnte. Wichtig ist, zum ersten Training ein gutes Auto zu haben und sich während der Sessions konsequent zu verbessern.“

Dane Cameron (Porsche 963 #7): „Es gibt vor unserem ersten Start auf dem Straßenkurs sehr viele Unbekannte, denn wir waren noch nie auf der Strecke in Detroit. Es ist immer schön, einen neuen Schauplatz kennenzulernen. Auf dem vergleichbaren Kurs in Long Beach konnten wir wichtige Fortschritte machen, die wir nun auch in Detroit umsetzen möchten. Unser Team ist im Moment in großartiger Form. Diesen positiven Schwung wollen wir mitnehmen und mit einem weiteren Topresultat unsere Meisterschaftsführung ausbauen.“

Gianmaria Bruni (Porsche 963 #5): „Ich bin schon sehr gespannt. Ich kenne Detroit und bin dort schon gefahren, allerdings auf der Strecke auf der Belle Isle und nicht auf dem Kurs in der Innenstadt. Schön, dass erneut Bent Viscaal mein Teamkollege sein wird. Wir haben zuletzt das Rennen in Laguna Seca zusammen bestritten und uns dabei aufeinander eingespielt. Wir fangen somit nicht bei null an.“

Richard Westbrook (Porsche 963 #85): „Einerseits trauere ich der alten Strecke auf der Belle Isle etwas nach, andererseits freue ich mich auf den neuen Stadtkurs in Detroit. Es wird für uns alle eine Reise ins Ungewisse. Das macht es so spannend. Es ist wichtig, dass wir als Team bereits zum ersten Freien Training ein gutes Setup haben. Anschließend müssen wir alle Sessions zur weiteren Optimierung nutzen. Ich bin gespannt, wie sich das Rennen mit zwei Fahrzeugklassen darstellen wird – nicht nur auf der Strecke, sondern auch in der sicherlich engen Boxengasse.“

Die Fahrzeuge und Fahrer in der Übersicht

GTP-Klasse (Porsche 963)
Proton Competition #5: Gianmaria Bruni (I) / Bent Viscaal (NL)
Porsche Penske Motorsport #6: Mathieu Jaminet (F) / Nick Tandy (UK)
Porsche Penske Motorsport #7: Dane Cameron (USA) / Felipe Nasr (BR)
JDC-Miller MotorSports #85: Tijmen van der Helm (NL) / Richard Westbrook (UK)
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