Montag, 5. Dezember 2022
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VLN
09.11.2022

AVIA W&S Motorsport gewinnt die Porsche Endurance Trophy Nürburgring

Mit dem Sieg von Daniel Blickle und David Jahn in der Cup2-Klasse beim letzten Lauf der Nürburgring Langstrecken Serie (NLS) sicherte sich AVIA W&S Motorsport die Porsche Endurance Trophy Nürburgring (PETN) in der Team- und Fahrerwertung mit Daniel Blickle. Außerdem gewann Blickle erneut den Gesamtvizemeister-Titel der NLS-Fahrerwertung. Das Duo Vöhringer/Höber (#961) beendete das Rennen auf dem zehnten Rang in der Cup3. Der Porsche 718 Cayman GT4 CS #962 und der Porsche Cayman 2.7L #460 sahen nach unverschuldeten Unfällen nicht die Zielflagge.
 
Nachdem aufgrund von dichtem Nebel über dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings das Zeittraining am Samstagmorgen auf 60 Minuten verkürzt wurde, gelang es David Jahn bei schwierigen Streckenverhältnissen den zweiten Startplatz in der Klasse und Position acht im Grid mit dem AVIA racing Porsche 911 GT3 Cup 992 #120 zu sichern.
 
Wie schon beim letzten Lauf gelang Jahn dann ein fulminanter Start und er setzte sich für kurze Zeit an die Spitze des gesamten Feldes. Doch bereits in der ersten Kurve wurde er nach einem Kontakt mit einem GT3-Boliden gedreht und musste sich am Ende der Startgruppe wieder einsortieren. Hiervon unbeeindruckt begann er eine rasante Aufholjagd in den folgenden Runden. Er übergab das Steuer dann an Daniel Blickle bereits wieder in den Top 10 und auf Rang zwei in der Klasse. Blickle zeigte dann sein ganzes Können und brachte den AVIA racing Porsche 911 GT3 Cup 992 #120 als Klassensieger und auf Gesamtrang fünf ins Ziel. Der 44-jährige Geschäftsmann aus Albstadt sicherte sich hiermit erneut den zweiten Rang in der NLS-Fahrerwertung und den Sieg in der Team- und Fahrerwertung in der Cup2-Klasse der PETN.
 
Für Jürgen Vöhringer und René Höber im Vöhringer-Porsche 718 Cayman GT4 CS #961 ging es aus dem Mittelfeld der hart umkämpften und stark besetzten Cayman-Klasse Cup3 ins vierstündige Rennen. Beide W&S Motorsport-Fahrer zeigten konstante Leistungen und konnten den zahlreichen Vorfällen im Rennen aus dem Weg gehen. Schlussendlich überquerte der Vöhringer-Cayman GT4 #961 auf Rang zehn die Ziellinie.
 
Im Porsche 718 Cayman GT4 CS #962 trat das Stammtrio bestehend aus Sebastian Vittel, Marius Rauer und Daniel Bohr an. Wie das Schwesterfahrzeug ging die #962 aus dem Mittelfeld der Klasse auf die Hatz durch die Grüne Hölle und es gelang den Fahrern Plätze zu gewinnen. Eine Ölspur im Bereich Galgenkopf wurde dann Schlussfahrer Bohr im letzten Umlauf der Saison zum Verhängnis und er verunfallte, konnte aber das Auto mit nur leichten Blessuren selbstständig verlassen.
 
Den seriennahen Porsche Cayman #460 in der Klasse V5 steuerten beim finalen Lauf Niclas Wiedmann und Kevin Rembert. Beide wollten an den Klassensieg vom letzten Rennen anknüpfen und legten mit Startplatz zwei der Klasse eine gute Ausgangsbasis. Jedoch wurde Wiedmann noch in der ersten Rennstunde getroffen und das Rennen war vorzeitig beendet.
 
Das Rennteam rund um Patrick Wagner und Daniel Schellhaas kann mit dem Sieg in der Cup2 erneut einen großen Erfolg in der NLS feiern, nachdem es W&S Motorsport 2021 gelang, die Porsche Cayman Trophy zu gewinnen. Wie schon im Vorjahr schloss Daniel Blickle nach acht Läufen die Saison als Vizemeister der Fahrerwertung ab. Die Teamchefs sind bereits jetzt an den Planungen für 2023 in verschiedenen nationalen und internationalen Serien. Der Fokus wird hierbei weiterhin auf professionellen GT4-Einsätzen liegen. Die Saison der Nürburgring Langstrecken Serie 2023 beginnt am 18. März mit dem ersten von acht Läufen.
Daniel Schellhaas, Teamchef W&S Motorsport: „Das letzte Rennen von etwa 60 Einsätzen in diesem Jahr ist beendet und wir schließen eine unglaubliche Saison mit einem fantastischen Resultat ab. Letztes Jahr unser Sieg in der Cayman Trophy in der NLS, dieses Jahr dann mit dem neuen Cup2 wieder erfolgreich. Wir konnten in der GT4 European Series die AM-Championship gewinnen, wofür wir auch harte Arbeit geleistet hatten. In der ADAC GT4 Germany boten wir top Leistungen, die leider nicht immer belohnt wurden. Aber wir schlossen auch hier mit einem Gesamtsieg die Saison ab. Wir dürfen wahnsinnig stolz auf unser gesamtes Team sein, das immer einen fabelhaften und professionellen Job ablieferte. Alle unsere Fahrer waren megastark, haben sich perfekt zusammengefunden und sind tolle Rennen gefahren. Alle Puzzleteile fügten sich über das Jahr zusammen und ergaben ein starkes Gesamtbild. Daran möchten wir nächste Saison anknüpfen und planen bereits für verschiedene Serien. Auch im Namen von Patrick und vom gesamten Team möchte ich mich bei allen Partnern, Sponsoren und Unterstützern von ganzem Herzen bedanken. Ihr macht diesen Erfolg erst möglich!“
 
Daniel Blickle, Fahrer #120: „Der Druck in der Cup2 war von Beginn an sehr hoch und wir mussten uns erst an den neuen Porsche gewöhnen, was uns offensichtlich gut gelang. Nachdem David uns im Cockpit noch verstärkte stimmten, auch dank Tims tollen Leistungen, die Ergebnisse. Die Basis hierfür war auf jeden Fall das Team, das uns das Auto jederzeit perfekt vorbereitet hat und wir keinen einzigen Ausfall oder Probleme hatten. Diese Kombination wurde am Ende belohnt. Auch menschlich war es perfekt. Ich denke auch das ist ein Schlüssel zum Erfolg gewesen, wenn du eine gute gemeinsame Zeit hast, dann funktioniert es einfach besser. Die Gegner in der Cup2 waren nochmals ein ganz neues Niveau und die Luft war schon sehr dünn. Der Druck war extrem hoch, besonders bei den letzten Läufen. Ich freue mich unglaublich über das erkämpfte Resultat, auch für das ganze Team W&S Motorsport, bin aber auch erleichtert, dass der Druck mit Saisonende abgefallen ist. Zwei Mal Vizemeister in Folge, Cayman Trophy gewonnen, Cup2 gewonnen. Ich denke, besser wird es nicht mehr werden. Deshalb werde ich nächstes Jahr eine kreative Pause einlegen, um mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen und nur sporadisch bei einzelnen Rennen ins Cockpit steigen.“
 
René Höber, Fahrer #961: „Ich blicke auf ein tolles Jahr mit W&S Motorsport und Jürgen Vöhringer zurück, denn ich durfte acht Langstreckenrennen auf der Nordschleife fahren sowie das Qualifikationsrennen und natürlich das 24h-Rennen - immer mit Jürgen an meiner Seite. Wir hatten viel Spaß und ich durfte unglaublich viel lernen. Im Cayman GT4 fühle ich mich jetzt richtig wohl und ich denke, wir werden nächstes Jahr so weitermachen. Das Rennen heute war mit Startplatz sieben vielversprechend, leider war am Ende nur Platz zehn das Maximum. Auch ich möchte mich bei Patrick Wagner, Daniel Schellhaas und dem ganzen Team bedanken, es ist einfach eine super Mannschaft!“
 
Marius Rauer, Fahrer #962: „Der letzte Lauf verlief eigentlich sehr gut, ich konnte meine persönliche Bestzeit im Auto fahren. Leider hatte Daniel dann in der Schlussrunde den Unfall und wir wären vermutlich auf Platz sieben angekommen. Aber glücklicherweise ist er wohlauf, das ist das Wichtigste. Jetzt geht es in die Winterpause, um mich auf das nächste Jahr vorzubereiten, damit ich wieder mit W&S Motorsport starten kann. Denn ich fühle mich bestens aufgehoben bei dem familiären Team, das einen hervorragenden Job leistet.“
 
Niclas Wiedmann, Fahrer #460: „Wir dürfen im Prinzip sehr zufrieden sein mit dem zweiten Platz der Klasse in dieser Saison, die für mich die erste in der Serie war. Wir konnten sehr viel lernen, uns dadurch kontinuierlich verbessern und wollten an den Sieg anknüpfen, auch weil wir bisher unfallfrei durchgekommen waren. Leider wurde das Rennen von einem missglückten Überholversuch eines anderen Fahrers vorzeitig beendet. Aber so ist es halt im Motorsport. Auch ich kann mich nur herzlich bei W&S Motorsport bedanken, wir hatten eine tolle Zeit und immer ein perfektes Auto.“
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