Samstag, 25. November 2017
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GT Open
31.10.2017

Emil Frey Lexus Racing beendet erfolgreiche Saison

Emil Frey Lexus Racing hat mit einem erneuten Rennsieg eine erfolgreiche Debütsaison mit dem Lexus RC F GT3 beendet. Beim Saisonfinale der International GT Open in Barcelona (Spanien) sicherte sich das Schweizer Team nach einem enttäuschenden Rennen am Samstag den vierten Rennsieg im letzten Rennen am Sonntag. Mit der starken Leistung belegen die Fahrer Albert Costa Balboa und Philipp Frommenwiler Platz drei in der Fahrermeisterschaft, das Team wurde im Premierenjahr für den Lexus auf europäischem Boden in der Teamwertung soeben Dritter.
 
Nachdem das Team einen erfolgreichen zweitägigen Test in Barcelona im Sommer absolviert hatte, meißelte Spanier Albert Costa Balboa auf seiner Heimatstrecke eine starke Rundenzeit in den Asphalt und stellte den Lexus RC F GT3 für das erste Rennen auf die Pole-Position. Mit der dritten Pole-Position der Saison war der erste, wichtige Meilenstein in Richtung Meisterschaft gelegt.
 
Der vorletzte Start in das 70-minütige Rennen war an Spannung kaum zu überbieten. Costa Balboa erwischte keinen guten Start und fand sich auf dem Weg in die erste Kurve im „Lamborghini-Sandwich“, als insgesamt vier Rennboliden nebeneinander die Führung nach der ersten Kurve ansteuerten. Der #54-Pilot setzte sich zurück und sortierte sich an vierter Position ein. Mit den direkten Meisterschaftsgegnern in den Punkterängen vor ihm, begann Costa Balboa seine Aufholjagd und lag nach kurzer Zeit bereits wieder auf dem zweiten Platz. Zusammen mit dem Meisterschaftsspitzenreiter, dem #63 Lamborghini, kam der Lexus zum Fahrerwechsel an die Box. Ein kurzes Problem beim Betanken am #54 Lexus RC F GT3 kostete die Schweizer Mannschaft wertvolle Sekunden und Teamkollege Philipp Frommenwiler kam als Fünfter zurück ins Rennen.
 
Nach einem starken Überholmanöver vorbei am #20 PROAM Mercedes-AMG GT3, kam kurz darauf das plötzliche Aus für den Emil Frey Racing Lexus. In der Anfangsphase des Rennens hatte sich ein unfaires Manöver zwischen dem #23 Lamborghini und dem Lexus ereignet, bei dem sowohl der Getriebekühler als auch das Heck des Lexus beschädigt wurden. Frommenwiler war gezwungen, den #54 Lexus RC F GT3 mit Getriebeschaden am Streckenrand abzustellen und beendete die bis dato großartige Jagd auf den Meisterschaftstitel. Nach dem ersten Rennen in Barcelona lagen die Fahrer nur noch auf dem fünften Platz in der Fahrerwertung.
 
Nach der großen Enttäuschung am Samstag mit dem schweren Schaden am Auto, legte Emil Frey Lexus Racing eine Nachtschicht ein und machte den Lexus RC F GT3 für das finale Rennen der 2017 International GT Open Saison wieder startklar. Auch wenn die Chancen auf den Meistertitel außer Reichweite waren, so peilte man zum Saisonfinale noch ein gutes Resultat an.
 
Frommenwiler machte mit Platz sechs den ersten Schritt im Qualifying und nach einem ganz starken Start fand sich der Schweizer bereits in der ersten Kurve auf dem zweiten Platz. Nach einer Safety-Car-Phase zu Beginn des Rennens, spitzte sich ein Zweikampf mit dem #5 Ferrari zu und das Team entschied, Frommenwiler früh an die Box zu holen. Costa Balboa fuhr sehr schnelle Rundenzeiten und konnte sich direkt hinter dem Führenden einreihen. Im letzten Renndrittel kämpfte er mit dem #51 BMW um den Rennsieg und holte sich sieben Minuten vor Rennende die Führungsposition. Schnell baute der Lexus-Fahrer den Vorsprung aus und holte den vierten Rennsieg für Emil Frey Lexus Racing mit fast zwölf Sekunden vor dem BMW bei der Zieleinfahrt.     
 
Dank der herausragenden Leistung am Sonntag, konnten sich Costa Balboa und Frommenwiler den dritten Platz in der Fahrermeisterschaft sichern. Das Team hat sich den dritten Platz in der Debütsaison mit dem Leuxs RC F GT3 geholt.
 
Hannes Gautschi, Technischer Koordinator Emil Frey Lexus Racing: „Wir gingen voll motiviert in dieses Wochenende, um für die Fahrermeisterschaft zu kämpfen. So wurde das Auto noch akribischer durch unsere beiden Mechaniker Christian Gasser und Rafael Gautschi in unserer Werkstatt in Safenwil geprüft und vorbereitet. Dank dieser hervorragenden Arbeit ist unser Lexus RC F GT3 erneut ohne technischen Zwischenfall das ganze Wochenende gelaufen, wäre da nicht die Attacke des Lamborghini am Samstag gewesen. Das Team hat eine hervorragende Leistung erbracht und am Samstag reichte es für Pole Position. Bereits der Rennstart verlief aber nicht ganz wunschgemäß und wir verloren ein paar Plätze. Die unverständliche Attacke des Lamborghini #23, welcher uns ins Heck krachte und wodurch der Getriebeölkühler Leck schlug, führte zu einem Getriebedefekt und zum Ausfall. Die Enttäuschung im Team war groß, auf diese Weise den Titelkampf beenden zu müssen. Aber wir wären nicht Emil Frey Lexus Racing wenn man sich nach kurzer Frustration aufgefangen hätte. Die Mechaniker leisteten eine Zusatzschickt bis fast 2 Uhr morgens und das Auto konnte wieder gestartet werden – auch dank des Reserve-Ölkühlers von Farnbacher Racing. Am Sonntag dann den vierten Rennsieg und das fünfte Podium einzufahren, war einfach herausragend.“

Lorenz Frey, Teamchef Emil Frey Lexus Racing: „Nicht nur das Wochenende war von vielen Höhen und Tiefen geprägt, so kann man auch unsere erste Saison mit dem Lexus RC F GT3 zusammenfassen. Allerdings überwiegen unsere Erfolge und Glücksmomente. Auch wenn wir schlussendlich den Fahrertitel nicht gewinnen konnten, so können wir mit dem dritten Platz für unsere Fahrer sehr stolz sein. Wir haben die Saison so herausragend beendet, wie wir sie mit unserem ersten Sieg im ersten Rennen in Estoril begonnen haben. Wir haben uns kontinuierlich über die sieben Rennwochenenden gesteigert, haben viel gelernt und können mit der Entwicklung sehr zufrieden sein. Am Anfang des Jahres hätten wir nie gedacht, dass wir insgesamt vier Siege einfahren und uns dreimal die Pole Position holen könnten. Herzlichen Dank an unsere Fahrer Albert und Philipp für eine starke, konstante Leistung sowie an jeden einzelnem im Team für die tolle Saison.“
  
Albert Costa Balboa (ES): „Wir wussten schon vor dem Wochenende, dass es sehr schwer werden würde, mit 14 Punkten Rückstand die Meisterschaft zu gewinnen. Aber, um ehrlich zu sein, jetzt Dritter in der Meisterschaft zu sein und das in unserem ersten Jahr ist doch klasse. Sicherlich war der Samstag sehr enttäuschend für uns, aber wir haben heute die Entschädigung bekommen. Philipp hatte ein starkes Qualifying und einen mega Start. Zum Schluss haben wir alles gegeben. Nun haben wir die Saison beendet wie wir sie begonnen haben, mit einem starken Sieg.“
 
Philipp Frommenwiler (CH): „Das Team hat einen fantastischen Job gemacht und bis 2 Uhr morgens am Auto gearbeitet, um für den Sonntag wieder bereit zu sein. Ein großes Dankeschön an alle im Team. Ich hatte einen sehr guten Start und dann sind wir nur geflogen. Es war ein fantastisches Rennen und ein sehr schönes Ende zu einer tollen Saison.“