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24h Le Mans
15.06.2013

Audi peilt zwölften Sieg in Le Mans an

Vom 22. bis 23 Juni startet Audi zum 15. Mal beim 24-Stunden-Klassiker in Le Mans. Beim 90. Geburtstag des bedeutendsten Langstrecken-Rennens der Welt ist die Herausforderung für die Marke mit den vier Ringen nach den jüngsten Reglementänderungen besonders groß. Le Mans 2013 wird ein Jahr mit historischen Dimensionen: Vor 90 Jahren erlebte das Langstrecken-Rennen seine Premiere.

Audi ist bereits zum 15. Mal am Start. Die aktuellen Langstrecken-Weltmeister Marcel Fässler / André Lotterer / Benoît Tréluyer (CH / D / F) gehen mit der Startnummer „1“ auf ihrem Audi R18 e-tron quattro ins Rennen. Nach zwei Siegen in Folge könnten die drei an der Sarthe im Erfolgsfall einen Hattrick schaffen. Das gelang zuletzt einem anderen Audi-Trio: 2000, 2001 und 2002 blieben Frank Biela / Emanuele Pirro / Tom Kristensen (D / I / DK) drei Mal in Folge ungeschlagen.

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Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen (acht Erfolge) rechnet sich mit seinen aktuellen Teamkollegen Loïc Duval (F) und Allan McNish (GB) ebenfalls Chancen auf ein Spitzenergebnis aus. Im April gewann das Trio den Auftakt zur FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC in Silverstone. Vor einem Jahr wurden Kristensen und McNish in Le Mans Zweite. Auch das Fahreraufgebot des Audi R18 e-tron quattro mit der Startnummer „3“ will den Pokal: Marc Gené (E) war 2009 Gesamtsieger in Le Mans. Oliver Jarvis (GB) stand vor einem Jahr in Le Mans erstmals auf dem Podium und gewann im März mit dem R18 e-tron quattro das 12-Stunden-Rennen in Sebring (USA). Lucas di Grassi (BR) erlebt eine Premiere: Der Brasilianer bestreitet sein erstes Le-Mans-Rennen. Er hat seit seinem WEC-Debüt mit Audi im vergangenen September seine bisherigen drei Einsätze stets auf dem Podium beendet. Dabei profitierte er immer wieder vom Erfahrungsschatz seiner Teamkollegen aus der Audi-Fahrermannschaft, die nicht weniger als 17 Le-Mans-Siege auf sich vereinigt.

Technologisch hat sich das Team um Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich und Chris Reinke, Leiter LMP, ebenfalls gründlich auf das härteste Rennen der Saison vorbereitet. Der Audi R18 e-tron quattro wurde am Motor, am Hybrid-System, beim ultra-Leichtbau und in weiteren Bereichen seit dem Vorjahr gründlich überarbeitet. In Le Mans startet der Diesel-Hybrid-Sportwagen zudem mit einer optimierten Aerodynamik. Seine Rolle als Technik-Pionier unterstreicht Audi mit den hochleistungsfähigen LED-Scheinwerfern mit Matrix-Beam-Technologie, dem digitalen Rückspiegel mit AMOLED-Bildschirm und weiteren zukunftsweisenden Detaillösungen. Seit mehr als 30 Jahren überträgt Audi zahlreiche Innovationen aus dem Motorsport in seine Produkte. Die Kunden profitieren von Ideen wie dem Allradantrieb quattro, den modernsten TDI- und TFSI-Antrieben ebenso wie von den jüngsten Innovationen zur aktiven Sicherheit.

Im Duell zwischen Langstrecken-Weltmeister Audi und Herausforderer Toyota steht es aktuell 5:3. Doch obwohl Audi in diesem Jahr bei den Sportprototypen bisher ungeschlagen ist und auch beim Testtag in Le Mans am 9. Juni Bestzeit fuhr, bleibt ein Fragezeichen: Mehr denn je gilt es als offen, ob eine Einstufung von Diesel- und Ottoantrieben so ausgeglichen ist, dass über die Distanz faire Kräfteverhältnisse herrschen. In mehreren Schritten wurden den Diesel-Sportwagen seit Januar schärfere Restriktionen auferlegt.

Die Zuschauer können das Rennen live auf Eurosport und zahlreichen anderen TV-Stationen weltweit ebenso verfolgen wie im Internet unter www.audi-motorsport.com – inklusive Onboard-Perspektiven und Telemetriedaten der drei Audi R18 e-tron quattro. In der Audi Sport App und auf Twitter gibt es einen Live-Ticker. Auch auf Facebook bietet Audi Hintergründe aus Le Mans.

Stimmen der Verantwortlichen

Dr. Wolfgang Ullrich, Audi-Motorsportchef: „In diesem Jahr wird Le Mans eine besonders große Herausforderung für uns. In den letzten Monaten ergaben sich verschiedene Regeländerungen. Dadurch wurden wir in eine Position gebracht, in der es schwierig wird, den Wettbewerb über die Renn-Performance für uns zu entscheiden. Wir werden uns auf unsere Stärken als Team besinnen, die wir schon mehrfach gezeigt haben. Es geht um einhundertprozent perfekte Arbeit. Wir müssen die Standzeiten in den Boxen auf ein Minimum reduzieren und so versuchen, die Restriktionen auszugleichen, die das Reglement uns auferlegt.“

Chris Reinke, Leiter LMP: „Wir haben uns mit dem gesamten Team gründlich auf das wichtigste Rennen des Jahres vorbereitet und treten, wie bei Audi üblich, auch in diesem Jahr mit einigen Innovationen an. Am Testtag vor einer Woche haben wir über die Kräfteverhältnisse in diesem Jahr noch nicht viel gelernt. Auch die ersten beiden WEC-Rennen waren nicht repräsentativ. Wir sind gespannt, wie sich die Rennwoche entwickelt und ob der Kampf entstehen kann, den sich das Publikum und wir alle so sehr wünschen – ein ausgeglichener Wettbewerb um den Gesamtsieg. Wir haben unsererseits alles dafür getan.“

Ralf Jüttner, Technischer Direktor Audi Sport Team Joest: „Wir hoffen sehr, dass wir in diesem Jahr einen Klassiker in Le Mans erleben, bei dem es für niemanden zu einfach wird. Vielleicht gewinnen wir im Qualifying einen Eindruck von absoluten Rundenzeiten. Wir werden aber wahrscheinlich erst im Lauf des Rennens feststellen, wie sich die jüngste Regeländerung auswirken wird. Erst dann können wir unsere Marschroute endgültig festlegen. Ich erwarte einen intensiven Kampf.“