Rallye WM
04.08.2025
Finnland-Rallye: Erneutes WRC2-Podium für Škoda-Crew
Es überrascht nicht, dass die Finnland-Rallye den Piloten mit Heimvorteil in die Karten spielte. Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 125 km/h und unzähligen Sprüngen war Erfahrung das wichtigste Kapital für Fahrer und Beifahrer. Während Kalle Rovanperä/Jonne Halttunen ihr Heimrennen gewannen, lieferten sich in der WRC2-Kategorie Roope Korhonen/Anssi Viinikka und Jari-Matti Latvala/Janni Hussi einen dreitägigen Zweikampf. Nur ein weiteres finnisches Duo konnte regelmäßig mit dem Tempo der beiden Spitzenreiter mithalten: Emil Lindholm und Reeta Hämäläinen im Škoda Fabia RS Rally2. Die ehemaligen WRC2-Champions führten nach dem Freitagvormittag sogar die Kategorie an.
Ein Reifenschaden in der ersten Etappe nach der Mittagspause kostete das Toksport WRT-Duo jedoch mehr als eine Minute und warf es auf den zwölften Platz zurück. „Die Rallye ist noch nicht vorbei“, zeigte Lindholm eine Extraportion „Sisu“ (finnisch für Entschlossenheit). Mit einer Reihe schneller Etappenzeiten kämpften sie sich wieder nach vorne. In einem packenden Finish überholten sie in der letzten Etappe Yuki Yamamoto/Topi Luhtinen und sicherten sich schließlich den vierten Platz in der WRC2.
Nach ihrem Sieg in der WRC2 bei ihrem Heimrennen, der Estland-Rallye, konnten sich der Este Robert Virves und sein Beifahrer Jakko Viilo beim WRC2-Lauf in Finnland schon bald als schnellste Nicht-Finnen in ihrer Kategorie etablieren. Als Latvala/Hussi am Freitag durch starken Regen aufgehalten wurden, rückten Virves und Viilo auf den zweiten Platz in der Kategorie vor.
Die Etappe am Samstag verlief indes weniger erfolgreich. Das Toksport WRT-Duo fiel aufgrund eines schleichenden Reifenschadens auf den vierten Platz in der WRC2-Kategorie zurück. Aber sie eroberten schnell einen Platz zurück und belegten schließlich den dritten Rang in der WRC2. Robert Virves kletterte damit auf Position fünf in der Gesamtwertung. „Ich bin zufrieden und gleichzeitig ein wenig enttäuscht, denn nach dem Freitag waren wir der Spitze ganz nah. Seit Samstag war das Gefühl nicht mehr ganz so gut. Aber es ist das zweite Podium in Folge, und darauf können wir stolz sein“, sagte der 25-jährige Este.
Das tschechische Škoda-Duo Martin Prokop/Michal Ernst kam in der WRC2 auf Platz sieben ins Ziel, gefolgt vom lokalen Team Lauri Joona/Samu Vaaleri auf einem Škoda Fabia RS Rally2 des Teams MS Munaretti. Der 18-jährige Italiener Giovanni Trentin und sein Beifahrer Alessandro Franco (Škoda Fabia RS Rally2 von MT Racing SRL) belegten bei ihrem Debüt bei der Finnland-Rallye einen hervorragenden zehnten Platz.
Zwei Škoda-Teams, die nicht um WRC2-Punkte kämpften, schafften es in die Top-Ten der RC2-Wertung. Nikolay Gryazin/Konstantin Aleksandrov (Delta Rally Team) belegten den vierten Platz. Der Engländer Gus Greensmith und sein schwedischer Beifahrer Jonas Andersson (RaceSeven) kamen auf den achten Platz. Der Sieg im WRC Masters Cup ging an Uǧur Soylu/Sener Güray (Škoda Fabia RS Rally2 von GP Garage My Team) aus der Türkei. Ein weiterer Škoda Fabia RS Rally2 sorgte nur auf der Stadtetappe in Harju für Aufsehen: Der zweimalige ehemalige FIA Rallye-Weltmeister und siebenfache Finnland-Rallye-Sieger Marcus Grönholm begeisterte die Zuschauer mit Demonstrationsfahrten.
Die FIA Rallye-Weltmeisterschaft geht nun für die nächsten beiden Veranstaltungen nach Südamerika. Die Rallye Paraguay startet in Encarnación zu ihrer Premiere als WM-Lauf und findet vom 28. bis 31. August 2025 statt.





