GTC
20.08.2025
12h Rennen Cheb: ZAP zum Zweiten
Bereits im freien Training am Freitag galt es, die Hausaufgaben zu erledigen und die Weichen für einen erfolgreiches Rennen zu stellen. Problem dabei war die brütende Hitze und damit enorm hohen Asphalttemperaturen. Nachdem die Teams sich im letzten Jahr einen weicheren Reifen gewünscht hatten, galt es nun, diesen bei diesen Bedingungen über die Distanz zu bekommen – Reifenmanagement war gefragt.
Bei der technischen Abnahme mussten sich die Teams dann entscheiden, welche Ersatzreifen sie für das Rennen anmeldeten. Zwei Reifen waren erlaubt und die meisten wählten zwei Vorderreifen als Ersatz. Das Team ZAP ging einen anderen Weg und entschied sich für einen Vorder- und ein Hinterreifen. Teamchef Carsten Pilger: „Wir haben das einmal probiert und kommen damit besser zurecht. Schrauben wir nur vorne neue Reifen drauf bringt uns das die Balance etwas durcheinander. Neue Reifen nur auf der kompletten rechten Seite fühlt sich besser an.“
Der Renntag am Samstagmorgen präsentierte sich dann gnädiger und die Temperaturen waren deutlich niedriger. Trotzdem kam es zum Reifenpoker im ersten Qualifing, als es dort eine kurze Dusche gab und die Wets gefragt waren. Es trocknete aber innerhalb der 15 Minuten soweit ab, das die zuletzt gefahrene Runde jeweils die schnellste werden sollte. Der MSC Oberflockenbach und die Cool Runnings wurden als erste abgewinkt fuhren zunächst locker in die Top-Ten und wurden dann von den Verfolgern durchgereicht – das bedeutete kein Q2 und keine Chance auf die Pole-Position.
Diese holte sich dann bei komplett trockener Strecke die #20 vom GCD Bosch GTC Team mit drei Tausendstel Sekunden Vorsprung auf die Mach1-Mannschaft von ARM Motorsport. Bestes Trophy Team auf dem starken fünften Gesamtrang wurde die #4 von PS-Racing by Protect Autoglas. Patrick Steinborn musste nach Wackersdorf die eigentliche #4 „beerdigen“ und fuhr in Cheb zum ersten Mal mit einem Kosmic-Chassis.
Das Rennen startete pünktlich um 10.30 Uhr und widererwarten agieren alle Piloten besonnen – trotz Le-Mans-Start. Auch die ersten Kurven mit noch kalten Reifen bereiteten den Racern keine großen Probleme. Man sortiert sich ein und versucht den Rhythmus zu finden. Nach 46 Minuten Fahrtzeit setze erneut leichter Regen ein – ,Reifenwechsel oder draußen bleiben war?‘ nun die Frage. Die Teams hatten verschiedene Herangehensweisen, aber letztendlich war es egal, wie man sich entschieden hatte, Hauptsache man blieb auf der Strecke oder vermasselte keinen Reifenwechsel. Als nach kurzer Zeit die Strecke komplett trocken war und alle wieder auf Slicks standen, gab es keinen entscheidenden Vor- oder Nachteil zu notieren. Unentschieden, beide Varianten waren richtig.
Trotz allem war diese Phase für einige Teams entscheidend. Das lag aber an den Kupplungen. Auch bei diesem Thema scheiden sich die Geister und die Mannschaften agieren hier auf Messers Schneide. Während viele die problemlosen Sintermetall Kupplungen fahren, setzen viele Top-Teams auf die mit den organische Belägen. Wohlwissend, dass diese bei Regen nicht unproblematisch sind. Und so kam es auch: Aus der Top-Riege mussten der GCD Bosch, der MSC Oberflockenbach und die #91 der Kartbahn.de Racing zum Kupplungswechsel in die Box! Damit waren sie defacto raus aus der Entscheidung um den Rennsieg.
Nach drei Rennstunden wurden es dann deutlich ruhiger, fast schon langweilig. An der Spitze lag Honda Spirit, gefolgt von ZAP#153 ARM Motorsport, den Cool Runnings und ATW – alle dicht beieinander. Der MSC Oberflockenbach und GCD Bosch hatten sich durch den Kupplungswechsel zwei Runden eingefangen und lagen jenseits der Top-15.
Nach fünf Stunden wurde es wieder spannend. Honda Spirit kam in die Box und entschied sich für neue Vorderreifen. Der Wechsel ging rasend schnell – manche sprachen von sieben Sekunden.
In der Folgezeit entschieden sich weitere Mannschaften für neue Vorderreifen, aber nicht alle, denn schnell war sichtbar, dass man so nur kaum schneller unterwegs war.
Immer in der Tankbox griffen die Teams zum Smartphone und fotografierten die Vorderreifen – ist noch Gummi drauf? Obwohl bei einigen kaum noch die Reifenprofil Kontrolllöcher zu sehen waren, blieben die Rundenzeiten auf Top-Niveau. ZAP #153 oder auch ATW Racing verschoben den geplanten Wechsel zunächst und warteten lieber auf eine günstige Gelegenheit.
Nach acht Stunden war alles beim Alten. Honda Spirit, ARM Motorsport und ZAP lagen rundengleich an der Spitze. ATW Racing hatte Pech bei einer SC-Phase und lag eine Runde zurück. Drei Runden Rückstand hatten die ADAC Südbayern Junioren, die als bestes Trophy-Team sogar auf Rang fünf im Gesamtklassement vor den Cool Runnings, KSR Motorsport und der #20 lagen. GCD Bosch hatte sich entschieden den Motor wieder zurückzuwechseln, nachdem dort eine neu Kupplung montiert worden war.
Es wurde wieder ruhig auf der Strecke, bis die Rennleitung kurz vor der zehnten Rennstunde das Safetycar-Kart auf die Strecke schickte. In Turn 1 hatte sich hinter dem Ausgangs-Curb, ein Rasenstein gelöst. Ein Loch klaffte dort auf. Eine Reparatur war nicht so schnell zu realisieren und eigentlich auch nicht nötig, da das Loch hinter dem Curb war. Solange alle auf der Strecke blieben und nicht über den Curb hinaus fuhren, war alles safe. Bevor die Rennleitung das Rennen wieder freigab, wurden die Teamchefs und Fahrer über diese Stelle informiert. ZAP#153 hatte die Zeit genutzt, nun doch frische Reifen auf der rechten Seite zu montieren. Der Wechsel dauerte länger als bei Honda Spirit, durch die SC-Phase gab es aber keine Runde Rückstand. ATW Racing verzichtete und wollte das Rennen mit den alten Reifen beenden. Armin Buffy: „Obwohl kaum noch Gummi auf der Vorderachse ist, passen die Rundenzeiten. Bei einem Reifenwechsel riskieren wir noch einen Rundenrückstand.“ In der Tat sollte der Reifen nicht nur halten, sondern die BEBA Tires boten Top-Perfomance bis zum Schluss.
Die letzten zwei Stunden liefen und immer noch lagen Honda Spirit, ZAP#153 und ARM Motorsport vorne. Bei der Jagd auf den Gesamtsieg übertrieb es die #44 von ARM Motorsport wohl etwas, ging in Turn 1 zu weit raus und erwischte hinter dem Curb das Loch in der Strecke. Daraufhin stand die #44 mit krummer Hinterachse in der Box. Genauso erging es der #91 von Kartbahn.com Racing.
Boxenstoppbereinigt ging es in die letzten 50 Minuten des Rennens. ZAP#153 mit frischen Reifen auf der rechten Seite fuhr Zeiten, die Honda Spirit nicht mehr ganz mitgehen konnte.
Vor vier Wochen in Wackersdorf feierte ZAP#153 den ersten Gesamtsieg und in Cheb folgte nun Sieg Nummer zwei mit 50 Sekunden Vorsprung auf Honda Spirit. Armin Buffy ist mehr als zufrieden mit seiner ATW Mannschaft und P3. GCD Bosch läuft auf Rang vier ins Ziel, obwohl das team gleich zweimal den Motor gewechselt hatte.
Platz fünf schnappte sich die beste Trophy Mannschaft. Obwohl die Teamführung um Ralf und Janina Schall beim 6h Rennen auf der Nordschleife waren, lief es für ihr Kartmannschaft in Cheb genial. Die #16 der ADAC Südbayern Junioren feierten ihren ersten GTC-Trophy-Sieg auf dem starken fünften Gesamtrang.
Vor dem Raceweekend am 13. und 14. September in Oppenrod gibt es bereits eine Vorentscheidung beim Kampf um die Meisterschaft: Die #10 von ARM Motorsport und der MSC Oberflockenbach müssen ihre Titelambitionen wohl begraben. Die Spitze aber ist dichter zusammengerückt: Honda Spirit führt nur noch mit acht Punkten Vorsprung auf ZAP#153. ATW Racing und der GCD Bosch halten Kontakt zu den beiden.





