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24h Nürburgring
24.05.2023

W&S Motorsport freut sich über Platz vier

W&S Motorsport startete vergangenes Wochenende mit drei Porsche 718 Cayman GT4 CS beim 51. 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Das Team von Patrick Wagner und Daniel Schellhaas musste zwei schwere Unfälle verzeichnen, durfte sich schlussendlich aber auch über einen vierten Platz mit dem Mundum Porsche Cayman GT4 #190 in der Cup3 freuen. Über 230.000 Fans bildeten eine eindrucksvolle Kulisse beim härtesten Langstreckenrennen rund um die 25 Kilometer lange Rennstrecke in der legendären Grünen Hölle.
 
Den Vöhringer Porsche Cayman GT4 #186 pilotierten Jürgen Vöhringer, Max Lamesch, Sébastien Carcone und Axel Duffner. Bei durchweg optimalen Wetterbedingungen, von Platz acht in der Cup3, nahm Jürgen Vöhringer das Rennen auf und behielt in der turbulenten Startphase den Überblick. Im Rennverlauf konnten dank umsichtiger Fahrweise aller Piloten und perfekter Strategie des Teams einige Positionen gewonnen werden und eine Podiumsplatzierung war in Reichweite. In den Mittagsstunden am Sonntag verunfallte der Vöhringer Porsche jedoch im Hochgeschwindigkeits-Abschnitt Stefan Bellof-S. Der Fahrer war ansprechbar und wurde für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Dort gab es Entwarnung und der W&S Motorsport-Stammfahrer war unverletzt.
 
Im AVIA racing Porsche Cayman GT4 #187 teilten sich die Arbeit im Cockpit Heinz Dolfen, John Lee Schambony, Daniel Bohr und Andreas Gabler. Von Rang sieben startete Daniel Bohr und machte schnell einige Positionen gut. Über lange Zeit hielten sich die Fahrer in der Top 3 der Klasse und die W&S Motorsport Crew absolvierte jeden Boxenstopp fehlerfrei. Eine Stunde nach Mitternacht wurde der Porsche 718 Cayman GT4 CS #187 unverschuldet von der Strecke gedrängt und schlug hart in die Leitplanken ein. Der Fahrer konnte ohne Verletzungen das schwer beschädigte Fahrzeug verlassen.
 
Im Mundum Porsche Cayman GT4 #190 traten Guido Wirtz, Sébastien Perrot und Andreas Schaflitzl an und starteten von Platz neun den Marathon zwei Mal rund um die Uhr. Wirtz übernahm den Start-Stint und verteidigte die Position. Im weiteren Rennverlauf konnte das Trio mit der taktischen Unterstützung des Teams Plätze gewinnen und Schlussfahrer Schaflitzl passierte nach 24 Stunden auf dem großartigen vierten Rang der Cup3 die Zielflagge.

Daniel Schellhaas, Teamchef W&S Motorsport: „Die 51. Auflage des 24h-Rennens liegt hinter uns und war für W&S Motorsport mit dem vierten Platz in der Cup3 mit der #190 noch ein Teilerfolg. Es zeigte sich aber wieder, dass es extrem hart ist und oft gnadenlos. Leider mussten wir zwei schwere Unfälle verzeichnen, was nach Monza erneut ein herber Rückschlag war. Wichtig ist selbstverständlich immer, dass es beiden Fahrern gut geht. Das ganze Team wird weiter hart daran arbeiten, dass wir schnell wieder zurückkommen. Jeder zeigte vollen Einsatz und ging zum Teil weit über seine Grenzen, darauf können wir wirklich stolz sein und ein großes Danke sagen!“

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„Zum Unfall des AVIA Porsche Cayman GT4, der in der Nacht einfach von einem Cup-Porsche abgeschossen wurde und sogar brannte, muss ich sagen, dass ich so eine Aktion in all den Jahren im Motorsport noch nie erlebt habe. Der gegnerische Fahrer hatte danach nicht einmal den Anstand, in der Nachbarbox vorbeizukommen und sich bei uns zu melden. Der Vorfall wurde von der Rennleitung mit einer Zeitstrafe von 90 Sekunden belegt, was bei einem 24h-Rennen meiner Auffassung deutlich zu wenig ist. Hier muss man sich dringend überlegen, wie man das in Zukunft bestraft. Ein zu frühes Beschleunigen bei Nacht in einer Code 60-Zone wird sofort mit einem DMSB Strafpunkt belegt und man muss mehrere Minuten eine Zeitstrafe absitzen. Wenn aber ein Auto abgeschossen wird, fast ausbrennt und ein Totalschaden ist, gibt es nicht einmal die Hälfte der Strafe. Solche minimalen Penalties verhindern auch in Zukunft nicht solche Vorfälle, da sie nicht wehtun. Gut, dass unser Fahrer dabei ohne Blessuren aus dem Wrack kam.“
 
Patrick Wagner, Teamchef W&S Motorsport: „Wir reisten bereits am Montag mit top vorbereiteten Fahrzeugen und einer motivierten Mannschaft an. Alle drei Qualifying-Sessions am Donnerstag und Freitag verliefen absolut problemlos. Die Fahrer konnten sich auf die Bedingungen vorbereiten und sich für gute Startplätze qualifizieren. Alle drei Autos behaupteten sich die ersten sieben Stunden des Rennens sehr gut, bis in der Nacht der erste Rückschlag mit dem ersten Unfall kam. Bis dahin lag der AVIA racing Porsche Cayman GT4 auf dem zweiten Platz. Der nächste Schock war dann drei Stunden vor Rennende der heftige Unfall des Vöhringer Porsche. Umso größer war die Erleichterung, als wir vom Fahrer die Entwarnung aus dem Krankenhaus bekamen, dass er keine Verletzungen hat. Platz vier mit dem dritten Porsche Cayman GT4 ist ein versöhnliches Ergebnis nach dem sonst schwarzen Rennen. Ein großes Lob möchte ich dem gesamten Team aussprechen. Die Zusammenarbeit, Motivation und das Durchhaltevermögen waren tadellos und alles funktionierte wie ein Uhrwerk!“
 
Axel Duffner, Fahrer #186: „Mein 17. 24h-Rennen war bis zu dem Unfall durchweg super. An allen Tagen war die Stimmung im Team klasse, die Arbeit der Crew top professionell und meine Fahrerkollegen stark. Es ist in jedem Jahr eine ganz besondere Woche am Nürburgring mit dem Team W&S Motorsport und mit Freunden, und war es wieder ein eindrucksvolles Erlebnis mit so vielen Fans über die Nordschleife zu fahren. Ich freue mich schon heute auf die 24h Nürburgring im nächsten Jahr.“
 
John Lee Schambony, Fahrer #187: „Nach dem Unfall in der Nacht sind wir alle sehr frustriert. Der Fahrerkollege wachte auf und musste erfahren, dass es unser Auto nicht mehr gibt und das Rennen vorbei ist. Sowas trifft einen immer hart. Bis dahin waren wir sehr zufrieden und das Auto lief fantastisch. Darauf hätten wir bis zur Zielflagge gerne weiter aufgebaut. Aber der Nürburgring hat seine eigenen Regeln und bestimmt das Schicksal, das musst du akzeptieren. Besonders betonen möchte ich, dass ich mich bei W&S Motorsport sehr wohlgefühlt habe, die Mannschaft professionell arbeitet und die Stimmung super war.“
 
Andreas Schaflitzl, Fahrer #190: „Nach harten Kämpfen in meinen Stints freue ich mich über den vierten Platz sehr. Ich saß insgesamt sechs Mal im Auto, das war sehr anstrengend. Dank des starken Jobs meiner beiden Cockpitkollegen und der Boxenmannschaft war es ein wunderschönes Wochenende. Mein neuntes 24h-Rennen werde ich wieder mit W&S Motorsport bestreiten und freue mich bereits jetzt darauf. Danke an alle!“
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