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24h Le Mans
08.06.2023

Zwei Porsche 963 qualifizieren sich für die Hyperpole

Porsche Penske Motorsport hat sich mit zwei Porsche 963 für die Teilnahme an der Hyperpole qualifiziert – und somit für das Shootout um die Pole-Position für die 24 Stunden von Le Mans 2023. Die beiden Hybrid-Prototypen des Werksteams mit den Startnummern 5 und 75 belegten im Qualifying am Mittwoch die Positionen fünf und acht. Das Schwesterauto mit der Nummer 6 verpasste auf Platz neun den wichtigen Sprung in die Top 8 denkbar knapp. In der Kategorie GTE-Am gelang keinem der insgesamt acht Porsche 911 RSR die Qualifikation für die Hyperpole, die am Freitag ausgetragen wird.

Bei sonnigen Bedingungen und Temperaturen um 27 Grad Celsius wurde die Qualifikation auf dem 13,626 Kilometer langen Circuit des 24 Heures zum schwierigen Unterfangen: Zwei Unterbrechungen mit roten Flaggen und zahlreiche Gelbphasen bremsten die Rennwagen immer wieder ein. Erst in der zweiten Hälfte des Zeittrainings schafften der Franzose Frédéric Makowiecki im Porsche 963 mit der Startnummer 5 und der Brasilianer Felipe Nasr im Schwesterauto mit der Nummer 75 die entscheidenden Zeitenverbesserungen.

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Am Ende der Session belegten die beiden über 515 kW (700 PS) starken Hybrid-Prototypen aus Weissach zunächst die Plätze fünf und sechs. Doch dann wurde dem Porsche 963, der anlässlich des 75. Geburtstages von Porsche-Sportwagen mit der Startnummer 75 fährt, die zwei schnellsten Rundenzeiten gestrichen: Ein Drehmoment-Sensor hatte Leistungsspitzen aufgezeichnet, die außerhalb des vom Reglement vorgeschriebenen Bereiches lagen. Glücklicherweise reichte es für Nasr und seine Teamkollegen Nick Tandy aus Großbritannien und Mathieu Jaminet aus Frankreich dennoch für Rang acht.

Der französische Lokalmatador Kévin Estre versuchte am Steuer der Nummer 6 am Ende des Zeittrainings noch einmal alles, doch gelbe Flaggen, dichter Überholverkehr und abbauende Reifen ließen keinen Sprung in die Top 8 mehr zu. Das Fahrzeug, das sich Estre mit dem Belgier Laurens Vanthoor und dem Deutschen André Lotterer teilt, startet zum 100-jährigen Geburtstag der 24 Stunden von Le Mans von Position neun ins Rennen.

In der heutigen Zeitenjagd qualifizierten sich jeweils nur die acht schnellsten Autos pro Wertungsklasse für die sogenannte „Hyperpole“. Erst diese 30-Minuten-Session entscheidet am Donnerstag (8. Juni) ab 20:00 Uhr über die Positionen in den ersten vier Startreihen. Für alle Teilnehmer, die sich nicht für das Shootout qualifizieren konnten, stehen die Startplätze auf Grundlage des heutigen Ergebnisses bereits fest. Dies trifft auf den Porsche 963 der Kundenmannschaft Hertz Team Jota in der Hypercar-Klasse mit Platz 16 ebenso zu wie auf alle acht Porsche 911 RSR in der Kategorie GTE-am.

„Was für ein verrücktes Qualifying! Ich betrachte unsere Ergebnis mit gemischten Gefühlen“, erklärt Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh. „Wir haben zwei von drei Werksautos in der Hyperpole, auch wenn wir bei der Startnummer 75 nach der Streichung der beiden schnellsten Rundenzeiten etwas darum zittern mussten. Es ist schade, dass unser drittes Auto den Sprung in die Hyperpole derart knapp verpasst hat, aber damit müssen wir nun leben. Zudem tut es mir sehr leid für unsere Kundenmannschaft Hertz Team Jota, deren Porsche 963 aufgrund eines Defektes keine gezeitete Runde absolvieren konnte.“

„Ein Blick auf das Resultat zeigt: Es geht hier in Le Mans richtig eng zu“, fasst Jonathan Diuguid zusammen. Der Leitende Direktor Porsche Penske Motorsport ergänzt: „Der Wettbewerb ist intensiv und spannend. Wir sind jetzt schon gespannt, wie sich das Gefüge am Donnerstag in der Hyperpole darstellen wird. Ich hoffe, dass wir unsere Autos bis dorthin noch weiter verbessern können.“

In der Kategorie GTE-Am, in der fünf Kundenteams insgesamt acht Porsche 911 RSR einsetzen, schaffte keines der Fahrzeuge aus Weissach den Sprung unter die besten Acht. Am Ende gelang Julien Andlauer am Steuer der Startnummer 77 von Dempsey-Proton Racing die schnellste Neunelfer-Rundenzeit: Platz neun. Dem Franzosen fehlten nur zwei Zehntelsekunden für die Hyperpole-Qualifikation. Der Porsche der Iron Dames mit Rahel Frey aus der Schweiz, der Belgierin Sarah Bovy und Michelle Gatting aus Dänemark geht von Position zwölf in die 91. Auflage des Langstrecken-Klassikers. Hollywood-Star Michael Fassbender aus Irland und seine Teamkollegen Richard Lietz aus Österreich und Martin Rump aus Estland belegten in ihrer Klasse den 16. Rang.

Am Donnerstag steht zur Vorbereitung auf die 24 Stunden von Le Mans um 15:00 Uhr ein Freies Training über drei Stunden auf dem Programm. Ab 20:00 Uhr kämpfen insgesamt 24 Autos in drei Klassen in der Hyperpole um die besten Startpositionen in den Kategorien Hypercar, LMP2 und GTE-Am. Ein weiteres zweistündiges Training rundet den Tag ab 22:00 Uhr ab.

Frédéric Makowiecki (Porsche 963 #5): „Es war knifflig. Auf meiner schnellsten Runde bin ich in der ersten Schikane auf ein LMP2-Auto aufgelaufen und habe dabei Zeit verloren. Zunächst dachte ich, ich müsste den Umlauf abbrechen, habe dann aber doch weiter Vollgas gegeben. Das reichte, um recht weit vorn zu sein. Unser Team hat auf dem Weg ins Qualifying tolle Arbeit geleistet. Ich bin stolz auf die gesamte Mannschaft.“

Felipe Nasr (Porsche 963 #75): „Ich freue mich, dass wir den Sprung in die Hyperpole geschafft haben – auch wenn es am Ende knapp zuging. Es ist schön, dass eines unserer Schwesterautos ebenfalls in den Top 8 liegt. Es war schwierig, im passenden Moment zu attackieren, und es war Glück gefragt: Erwischst du eine freie Runde oder nicht? Ich bin glücklich, dass es für uns gereicht hat. Dieses Ergebnis zeigt, dass uns spürbare Fortschritte gelungen sind. Das ist der verdiente Lohn für die harte Arbeit unseres Teams.“

Kévin Estre (Porsche 963 #6): „Es war ein Albtraum. Bei meinen Versuchen kam immer etwas dazwischen: rote Flaggen, Slow-Zones oder ein anderes Auto, das sich in langsamer Fahrt vor mich setzte. Ich fand nicht eine einzige freie Runde. Am Ende hatte ich keine frischen Reifen mehr für eine ernsthafte Attacke. Das war einfach nicht unser Tag. Manchmal läuft es so. Nun schauen wir in Richtung Rennen. Wir müssen versuchen, über 24 Stunden ein konstant schnelles Auto zu haben.“

Ergebnisse Qualifying

Hypercar-Klasse:
1. Fuoco/Molina/Nielsen (I/E/DK), Ferrari #50, 3:25,213 Minuten
2. Pier Guidi/Calado/Giovinazzi (I/UK/I), Ferrari #51, 3:25,412 Minuten
3. Conway/Kobayashi/Lopez (UK/J/ARG), Toyota #7, 3:25,485 Minuten

GTE-Am-Klasse:
1. Perez Companc/Rovera/Wadoux (ARG/I/F), Ferrari #83, 3:51,877 Minuten
2. Flohr/Castellacci/Rigon (CH/I/I), Ferrari #54, 3:51,941 Minuten
3. Catsburg/Keating/Varrone (NL/USA/ARG), Corvette #33, 3:52,288 Minuten
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