Dienstag, 7. Februar 2023
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Sportwagen Allgemein
03.12.2022

CP Racing mit Sieg bei den 12h Kuwait zum GT-Continents-Titel

CP Racing hat sich den Gesamtsieg bei der ersten Auflage der Hankook 12h Kuwait gesichert, nachdem das lange Zeit führende Team GP Elite in der Schlussphase wegen eines mechanischen Defekts die Chancen verlor.
 
Der CP Racing-Mercedes-AMG GT3 (#85, Charles Putman / Charles Espenlaub / Joe Foster / Shane Lewis) und der Team GP Elite-Porsche 911 GT3 R (#32, Lucas Groeneveld / Jesse van Kuijk / Daan van Kuijk) wechselten sich im Laufe des 12-Stunden-Rennens auf der 5,608 Kilometer langen Strecke des Kuwait Motor Town mehrmals an der Spitze des Feldes ab. Das niederländische Team konnte zeitweise einen Vorsprung herausfahren, als der CP Racing-Mercedes weniger als drei Stunden vor Schluss bei einem missglückten Überholmanöver gegen den RABDAN Motorsport-Porsche 992 GT3 Cup in Kurve eins im Kiesbett steckte.
 
Was dann aber für Team GP Elite nach einer relativ einfachen Fahrt ins Ziel aussah, endete jäh als der Porsche nur 45 Minuten vor Zieleinlauf wegen eines Getriebedefekts auf der Strecke ausrollte. Damit konnte CP Racing wieder die Führung übernehmen und fuhr daraufhin den zweiten Gesamtsieg in den 24H SERIES powered by Hankook 2022 nach Hause. Mit diesem Erfolg sicherte sich CP Racing auch den Titel in der GT-Continents-Wertung. Für sowohl Charles Putman als auch Charles Espenlaub war es das 50. Rennen mit Creventic. 
 
„Mein Gott, ich habe ein so großartiges Team,“ sagte ein begeisterter Charles Putman zu Joe Bradley von radiolemans.com. „Als wir in die letzten 30 Minuten oder so gingen, unmittelbar bevor (Team GP Elite) ausfiel, sagte ich: ‚Also, sie sind schneller als wir, und sie haben es wohl im Griff‘. Natürlich wünscht man niemandem Pech, denn die Jungs haben wirklich einen hervorragenden Job gemacht. Aber man weiß einfach nie. Im Langstreckensport ist es erst zu Ende, wenn es zu Ende ist!“
 
„Die Jungs von CP Racing haben uns natürlich ein großartiges Auto hingestellt“, fuhr Charles Espenlaub fort. „Der AMG ist ein tolles, tolles Fahrzeug und wir hatten in diesem Jahr tolle Erfolge. Wir hatten die Strategie, um bis zum Schluss (mit Team GP Elite) zu kämpfen. Wir brauchte etwas Glück und ich finde es doof, dass sie Pech hatten, denn die Jungs waren die ganze Zeit über schnell und sind ein wirklich gutes Rennen gefahren. Aber das ist ein tolles Ergebnis!“
 
Nach den Problemen für Team GP Elite, das letztendlich auf Gesamtrang acht gewertet wurde und damit sehr enttäuscht war, konnte der Team Kuwait by MRS GT-Racing-Porsche 911 GT3 R (#47, Mohammad Al-Kazemi / Zaid Ashkanani / Ahmad Al Ghanem) den zweiten Rang übernehmen. Das Team aus Kuwait, das sein Heimrennen von der viel umjubelten Pole-Position aus in Angriff nahm, führte in der Anfangsphase des Rennens, verlor aber viel Zeit nach einem Rad-an-Rad-Kontakt mit einem der beiden Hofor Racing by Bonk Motorsport-BMW aus der TC-Klasse mit weniger als drei Stunden auf der Uhr. Nach der Kollision stand der Porsche kurze Zeit im Kiesbett.
 
Das Pech für Team GP Elite sorgte auch dafür, dass der 992-Klassensieger Red Camel-Jordans.nl (#909, Ivo Breukers / Luc Breukers / Rik Breukers) nach einer fehlerfreien Fahrt in Kuwait auf dem Gesamtpodium landete. Damit steht zum zweiten Mal in zwei Jahren ein Porsche 911 GT3 Cup in den Top Drei der Gesamtwertung beim Saisonfinale der 24H SERIES powered by Hankook.
 
ARC Bratislava gehörte auch zu den prominenten GT3-Teilnehmern, die nicht die komplette Distanz absolvieren konnten. Der Lamborghini Huracán GT3 (#44, Miro Konopka / Matej Konopka / Zdeno Mikulasko) zeigte am Anfang eine starke Leistung, aber Probleme mit der Abstimmung und mehrere Reifenschäden brachten das slowakische Team um seine Chancen. In den letzten zwei Rennstunden kehrte der Lamborghini für kurze Zeit auf die Strecke zurück und drehte in 1:52,062 Minuten die schnellste Rennrunde 
 
Willi Motorsport by Ebimotors (#955, Fabrizio Broggi / Sergiu Nicolae / Sabino de Castro) beendete den erfolgreichen ersten Auftritt mit dem Porsche GT3 Cup der neuen 992-Generation azf dem vierten Gesamtrang. Dahinter setzte sich HRT Performance (#928, Gijs Bessem / Harry Hilders) in einem spannenden Kampf um den letzten Podiumsplatz in der 992-Klasse gegen RABDAN Motorsport (#979, Saif Alameri / Olivier Dons / Enrico Fernando Fulgenzi) durch. Das Team aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erlebte eine starke Rückkehr nach einem Dreher in der Anfangsphase sowie einem haarigen Moment mit dem siegreichen CP-Racing-Mercedes in der ersten Kurve und belegte letztendlich den sechsten Gesamtrang.
 
Die beiden von HRT in Zusammenarbeit mit der Qatar Motor and Motorcyle Federation eingesetzten QMMF by HRT Thuraya Qatar Porsche 992 GT3 Cup wurden auf den Gesamtpositionen sieben und neun ebenfalls in den Top Ten gewertet. Dabei setzte sich das Auto mit der Startnummer 929 (Abdulla Ali Al Khelaifi / Abdullah Al-Abbasi / Ibrahim Al-Mannai / Kim André Hauschild) trotz eines Reifenschadens in der Anfangsphase, einer losen Karosserieverkleidung vorne und eines Ausritts ins Kiesbett von Kurve 18 gegen das Schwesterauto mit der Startnummer 930 (Ghanim Al Ali / Ibrahim Al Abdulghani / Hamad Saeed Al-Asam / Anders Fjordbach) durch.
 
Der Leipert Motorsport-Lamborghini Huracán Super Trofeo (#710, Kerong Li / Jean-Francois Brunot / Gregg Gorski) komplettierte die Top Ten der Gesamtwertung und gewann sensationell die GTX-Klasse. Vor dem Rennen hatte das deutsche Team lediglich zwei Stunden Fahrzeug auf der Strecke absolviert, da der Container mit dem Equipment der Mannschaft erst mit Verspätung ankam. Mit diesem Ergebnis sichert sich Leipert Motorsport auch Rang zwei in der GT-Continents-Trophy-Wertung.
 
Vortex V8 (#701, Philippe Bonnel / Lionel Amrouche / Nicolas Nobs) beendete einen ordentlichen Auftritt im Kuwait Motor Town, bei dem es nur Probleme mit den hinteren Bremsen zu vermelden gab, auf Rang zwei in der Klasse. Nach einer Aufholjagd nach einem Dreher und eine Strafversetzung in der Startaufstellung führte razoon-more than racing (#714, Dominik Olbert / Daniel Drexel / Haytham Qarajouli) nach den ersten vier Rennstunden die GTX-Klasse an, erlitt dann aber einen Motordefekt sowie ein leichtes Feuer. Der Austausch des Motors und des Getriebes kostete etwas weniger als zwei Stunden, aber danach streikte beim KTM X-BOW GTX die Lichtmaschine. Immerhin belegte das Team noch Rang drei in der Klasse GTX. Der großartige Einsatz des Teams wurde mit der „Spirit of the Race“-Auszeichnung von radiolemans.com belohnt.
 
Trotz eines Problems mit einem losen Tankverschluss in der Anfangsphase gewann der Century Motorsport Aston Martin Vantage AMR GT4 (#429, David Holloway / Adam Hatfield / Bradley Ellis / Piers Johnson) die GT4-Klasse vor dem RHC Jorgensen-Strom by Century BMW M4 GT4 (#450, Daren Jorgensen / Brett Strom / Nathan Freke). Der BMW führte fast während der gesamten ersten Rennhälfte die Klasse an, rollte dann aber ohne Treibstoff aus. Wegen eines Missverständnisses beim Abschleppen, wobei der vordere Abschlepphaken ausgerissen wurde, verlor RHC Jorgensen-Strom by Century noch mehr Zeit, obwohl sich das amerikanisch-britische Team im Kampf um Platz zwei in der Klasse immerhin noch gegen den von Herberth Motorsport vorbereiteten Lionspeed Racing Porsche 718 Cayman GT4 CS MR (#491, José Garcia / Daniel Miller Andreas Bakkerud / Patrick Kolb) durchsetzen konnte.
 
Das thailändische Team BBR (#159, Pasarit Promsombat / Tanart Sathienthirakul / Kantadhee Kusiri / Kantasak Kusiri / Anusorn Asiralertsiri) krönte eine herausragende Saison mit dem sechsten TCR-Klassensieg aus sieben Rennen sowie dem Gewinn der TCE-Continents-Trophy nach einer weiteren fehlerfreien Fahrt mit dem CUPRA Leon Competición TCR. Zuletzt hatte BBR in Barcelona bereits den TCE-Team-Gesamttitel in der EuropaWertung gewonnen. Da kommt nun der Continents-Titel hinzu.
 
„Wir hatten wirklich eine großartige Saison in diesem Jahr“, sagte Tanart Sathienthirakul zu Joe Bradley von radiolemans.com. „Am Anfang des Jahres dachten wir nicht ernsthaft, dass es so kommen würde, aber die harte Arbeit hat sich ausbezahlt. Wir hatten nach etwa acht Stunden einige Probleme, aber das Team hat hervorragende Arbeit geleistet, indem es uns zurück ins Rennen brachte. Danach galt es nur, keine Probleme zu haben und das Auto in einem Stück zu lassen.“
 
AC Motorsport (#188, Stéphane Perrin / Mathieu Detry / James Kaye), das mit dem Audi RS 3 LMS vor den Hankook 12h Kuwait ebenfalls noch ein Anwärter auf den TCE-Continents-Trophy war, zeigte in der Anfangsphase eine starke Leistung, aber daraus wurde nichts, als am Audi eine hintere Radnabe brach und kurz danach eine starke Vibration mit unbekannter Ursache auftrat. Das Team kämpfte lange Zeit mit diesen Problemen, bis entschieden wurde, das Auto aus Sicherheitsgründen abzustellen. In ähnlicher Weise hatten die Titelrivalen von Wolf-Power Racing (#116, Jasmin Preisig / Ivars Vallers / Mohammad Al Sabah) mit ihren Audi RS 3 LMS auch eine Vielzahl von Problemen, angefangen mit einem Ausritt im freien Training und einem losen Frontsplitter in der Anfangsphase des Rennens. Danach folgten ein Loch im Kühler, Schaden an der Verkleidung der Frontpartie und vermutliche Dämpferprobleme auf dem Weg zum hart erarbeiteten vierten Platz in der TCEDivision.
 
Wegen der hohen Ausfallquote in der TCR-Klasse komplettierten die beiden BMW M2 CS Racing von Hofor Racing by Bonk Motorsport in der TC-Klasse das Gesamtpodium der TCE-Division. Das Auto mit der Startnummer 331 (Michael Mayer / Martin Kroll / Michael Bonk / Rainer Partl / Hermann Bock) schien dabei auf dem Weg zum TC-Klassensieg, bis eine Kollision mit dem Team Kuwait-Porsche zu einer erheblichen Beschädigung der linken Vorderradaufhängung und Spurstange führten. Erstaunlicherweise erlebte das Schwesterauto mit der Startnummer 332 in der ersten Kurve zehn Minuten später einen nahezu identischen Unfall, der auch zu Beschädigungen links vorne führte. Nach einer kurzen Reparatur konnte sich das letztgenannte Auto im teaminternen Duell doch noch durchsetzen.
 
Obwohl die Saison 2022 jetzt beendet ist und auch der Auftakt der neuen Middle East Trophy von Creventic abgeschlossen wurde, steht in nur etwas mehr als einem Monat schon das nächste Langstreckenrennen auf dem Programm, und zwar due 18. Auflage der Hankook 24h Dubai vom 13.-15. Januar. Eine Woche später folgt dann das Finale der Middle-East-Trophy, die Hankook 6h Abu Dhabi, am 21.-22. Januar.
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