Montag, 8. August 2022
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Porsche Super Cup
09.07.2022

Dylan Pereira ist Schnellster im Supercup-Qualifying am Red-Bull-Ring

Das Team BWT Lechner Racing hat sich beim Heimspiel auf dem Red-Bull-Ring die erste Startreihe für den vierten Lauf im Porsche Mobil 1 Supercup gesichert. Der Luxemburger Dylan Pereira startet am Sonntag um 11:50 Uhr MESZ von der Pole-Position. Einen weiteren Porsche 911 GT3 Cup der österreichischen Mannschaft stellte der Brite Harry King auf Startposition zwei. Eine Reihe dahinter lauern Tabellenführer Larry ten Voorde (NL/Team GP Elite) und Porsche-Junior Laurin Heinrich (D/SSR Huber Racing).

Die Fahrer auf den ersten vier Tabellenrängen des Porsche Mobil 1 Supercup belegen auf dem Red-Bull-Ring die ersten beiden Startreihen für den vierten Saisonlauf. Dylan Pereira, aktuell Gesamtdritter, fuhr die Bestzeit. „Die Rennleitung hat meine erste schnelle Runde annulliert, weil ich einmal zu weit von der Strecke abgekommen bin. Also habe ich mich im zweiten Versuch noch mehr auf die ,Track Limits‘ konzentriert – das hat perfekt funktioniert“, freute sich der Luxemburger. „Für’s Qualifying gibt’s keine Punkte, von daher bin ich voll zufrieden“, kommentierte Harry King das Ergebnis. Den Briten, dem ebenfalls der Sprung in die erste Startreihe gelungen war, trennten nur 71 Tausendstelsekunden von seinem Teamkollegen Pereira. „Erster und zweiter Platz ist großartig für BWT Lechner Racing. Das müssen wir im Rennen genauso fortführen“, nahm sich King vor.

Anzeige
Auch Larry ten Voorde zeigte sich als Drittplatzierter mit dem Qualifying zufrieden. „Rang 13 im Training am Freitag hat gezeigt, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht aussortiert waren. Im Qualifying lief es besser. Bis zum Rennen werden wir noch einmal etwas am Auto optimieren – was genau, verrate ich natürlich nicht“, lachte der amtierende Supercup-Champion und aktuelle Tabellenführer. Er teilt sich die zweite Startreihe mit seinem direkten Verfolger, Porsche-Junior Laurin Heinrich. Der Deutsche aus dem Team SSR Huber Racing hat vor dem Rennen am Sonntag in der Gesamtwertung neun Punkte Rückstand auf ten Voorde.

Auf Ski hat Aksel Lund Svindal alles erreicht: Der Norweger war unter anderem fünf Mal Weltmeister, gewann zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen und holte sich zwei Mal den Gesamtweltcup. Darüber hinaus ist Svindal ein echter „Petrolhead“: Seit dieser Saison fährt der Porsche-Markenbotschafter einen 718 Cayman GT4 Clubsport in der Porsche Sprint Challenge Scandinavia – als Teamkollege des auf Ski ebenso erfolgreichen Schweden Ingemar Stenmark.

Am Red-Bull-Ring schnuppert Svindal als Zuschauer erstmals Supercup-Luft und zeigte sich von der Leistungsdichte im internationalen Markenpokal mit dem Porsche 911 GT3 Cup beeindruckt. „Die 21 schnellsten Fahrer innerhalb von einer Sekunde – das zeigt, dass die Teams sehr professionell arbeiten und die Autos wirklich alle auf einem Niveau sind“, analysierte der 39-Jährige. Tiefen Eindruck hinterließ bei ihm auch die freundschaftliche Atmosphäre unter den Fahrern: „Auf der Rennstrecke kämpfen sie um jeden Zentimeter und jede Hundertstelsekunde. Aber außerhalb des Cockpits haben sie viel Spaß miteinander, egal welcher Nationalität sie sind. Das erinnert mich an meine Zeit im Abfahrtslauf“, beobachtete Svindal, der in seiner Karriere 36 Weltcup-Rennen gewann.

Selbstverständlich ist Svindal auch Fan der Formel 1. „Aber die Performance dieser Autos liegt außerhalb der Vorstellungskraft eines normalen Autofahrers. Einen Porsche 911 GT3 Cup auf der Rennstrecke kannst du als Zuschauer viel besser einschätzen. Ich kann mich in den Fahrer und seine Reaktionen gut hinein versetzen“, beschreibt er. Eine verblüffende Erklärung hat Svindal dafür, warum Skiläufer meist nach kurzer Zeit auch auf der Rennstrecke sehr schnell sind: „Im Rennwagen geht es genau wie bei der Abfahrt oder im Slalom darum, Gripverhältnisse richtig einzuschätzen. In jeder Kurve musst du deine Linie daran anpassen, wie gut die Reifen auf der Piste oder die Ski auf dem Schnee greifen.“

1993 gewann Altfrid Heger den in jenem Jahr neu gegründeten Porsche Supercup. Am Red-Bull-Ring verschaffte sich der Essener einen Eindruck vom aktuellen Stand im internationalen Markenpokal mit dem Porsche 911 GT3 Cup, der gerade seine 30. Saison bestreitet. „Ein großer Unterschied zu 1993 ist das Fahrzeug: Der 911 Carrera RS war mehr oder weniger ein Serienauto, mit dem wir Rennen gefahren sind. Der vertrug einen wirklich wilden Fahrstil. Der aktuelle 911 GT3 Cup ist ein richtiges Rennauto, das du sehr präzise fahren musst“, vergleicht Heger, der auch im Alter von 64 Jahren gelegentlich in ein Renncockpit steigt. „Eins hat sich nicht verändert: Genau wie zu meiner Zeit dient der Supercup als Sprungbrett in höhere Klassen des Motorsports.“

Mit seiner Agentur Hegersport organisiert der Supercup-Premierensieger den Porsche Carrera Cup Deutschland und betreut seit 18 Jahren auch die Breitensport-Rennserie Porsche Sports Cup in Deutschland. „Ich bin stolz darauf, dass aus dem Porsche Sports Cup immer wieder junge Fahrer den Aufstieg in den Porsche Mobil 1 Supercup schaffen“, erläutert Heger. Jüngstes Beispiel dafür ist der aktuelle Porsche-Junior Laurin Heinrich, der 2019 im Porsche Sports Cup zum ersten Mal Rennen im 911 GT3 Cup fuhr.

Das Rennen auf dem Red-Bull-Ring führt am morgigen Sonntag (10. Juli 2022) ab 11:50 Uhr MESZ über 18 Runden. Im deutschsprachigen Raum übertragen die TV-Sender Eurosport und Sky Sport live. Außerdem zeigt der Streaming-Dienst f1tv.formula1.com den Supercup-Lauf.

Ergebnis Qualifying, 4. Lauf Porsche Mobil 1 Supercup, Spielberg (A)

1. Dylan Pereira (Luxemburg/BWT Lechner Racing), 1:30,286 Minuten
2. Harry King (UK/BWT Lechner Racing), + 0,071 Sekunden
3. Larry ten Voorde (NL/Team GP Elite), + 0,089 Sekunden
4. Laurin Heinrich (D/SSR Huber Racing), + 0,302 Sekunden
5. Simone Iaquinta (I/Dinamic Motorsport), + 0,342 Sekunden
Anzeige