Dienstag, 9. August 2022
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FIA Formel E
30.06.2022

Porsche will bei Rückkehr nach Marrakesch mit beiden 99X Electric punkten

Die Formel E zwischen Sand und Souks, Palästen und Moscheen: Nach einem Jahr Pause kehrt die erste Elektrorennserie der Welt am 2. Juli nach Marokko zurück. Der Marrakesh E-Prix wurde erstmals 2016 im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP22 ausgetragen und rückte in diesem Jahr als Ersatz für das abgesagte Rennen in Vancouver in den Kalender der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft. 

Auf dem Circuit International Automobile Moulay El Hassan setzt das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team bei erwarteten Temperaturen von über 35 Grad Celsius zwei Porsche 99X Electric mit André Lotterer (GER/Startnummer 36) und Pascal Wehrlein (GER/Startnummer 94) ein. Nach den hart erkämpften Punkten zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte in Jakarta, hofft Florian Modlinger in Marrakesch auf Topplatzierungen seiner Piloten. „Wir schauen nicht auf die Gesamtwertung“, sagt der Gesamtprojektleiter Formel E, „sondern versuchen, von Rennen zu Rennen durch gute Einzelergebnisse Punkte aufzuholen.“

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In der Fahrerwertung der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft ist André Lotterer vor dem zehnten von insgesamt 16 Rennen mit 59 Punkten Siebter. Pascal Wehrlein folgt mit 55 Punkten als Achter. In der Teamwertung liegt das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team mit 114 Punkten auf dem fünften Platz.


Fragen und Antworten zum Marrakesh E-Prix


Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E


Ihr hattet in Jakarta einen schwierigen Start in die zweite Saisonhälfte. Jetzt folgt das nächste Hitzerennen. Wie geht ihr damit um?
„Eine so extreme Hitze wie in Jakarta kann uns nicht nur in Marrakesch, sondern in dieser Saison auch noch in New York und Seoul treffen. Wir arbeiten hart daran, auch unter solchen Bedingungen an unsere Leistungen aus der ersten Saisonhälfte anzuknüpfen. Unser Ziel muss es sein, in jedem Rennen um Podestplätze und Siege kämpfen zu können.“

Ihr seid zuletzt 2020 in Marrakesch gefahren. Welche Erfahrungen von damals konntet ihr jetzt in der Vorbereitung nutzen?
„Generell sind Daten aus früheren Rennen immer eine gute Informationsquelle, vor allem wenn sich die Strecke nicht verändert hat. Solche Informationen, auf die wir in unserer Vorbereitung zurückgreifen, sind beispielsweise die Einschätzung des Grip-Levels, die Entwicklung von Reifendruck und -temperaturen sowie die Balance des Autos. Auch der Rookie-Test nach dem letzten Rennen in Marrakesch brachte wichtige Erkenntnisse. Unabhängig davon nutzen wir in der Vorbereitung intensiv den Simulator. Dabei ist es sehr hilfreich, dass wir Daten aus der Vergangenheit als Vergleichswerte heranziehen können.“ 


André Lotterer, Porsche-Werksfahrer (#36)
 

In der ersten Saisonhälfte hast du es als einziger Fahrer in alle Qualifying-Duelle geschafft. Wie ärgerlich war es, diesen Rekord in Jakarta zu verlieren? 

„Am Ende des Tages ist das nur eine Statistik. Doch dass mir in Jakarta nur drei Tausendstelsekunden gefehlt haben, hat mich schon geärgert. Jetzt hoffe ich, dass ich in Marrakesch in die Duelle zurückkehren kann. Ich kann immer noch der Fahrer mit den meisten Duellen der Saison werden. Das ist auch eine Herausforderung.“


Wie siehst du die Situation in der Gesamtwertung?

„Natürlich wären wir gerne weiter vorne. Doch da hat uns Monaco einen Strich durch die Rechnung gemacht, als wir kein Auto ins Ziel brachten. Auch meine Zeitstrafe in Jakarta war da wenig hilfreich. In dieser hart umkämpften Weltmeisterschaft musst du einfach in jedem Rennen punkten, sonst fällst du zurück. In Marrakesch werden wir hoffentlich unser Punktekonto aufbessern können.“


Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94)


Du bist schon 2019 und 2020 in Marrakesch gefahren. Welche Erinnerungen hast du an die Strecke?
„Ich kenne die Strecke gut und weiß, was wir brauchen, um erfolgreich zu sein. Die Erfahrung, die ich da gemacht habe, hilft uns auf jeden Fall. Allerdings war das Rennen 2019 im Januar und das 2020 im Februar – da herrschte nicht annähernd die Hitze, die uns diesmal erwartet. Effizienz wird eine große Rolle spielen. Die Strecke weist Ähnlichkeiten mit Mexiko auf, und da ist es ja optimal für uns gelaufen.“

Wie siehst du eure bisherige Saison?
„Wir hatten einen starken Start mit dem Doppelsieg in Mexiko als Höhepunkt. In den Rennen danach ist es uns nicht gelungen, unser volles Potential abzurufen. Dadurch haben wir viele Punkte liegenlassen. Am schmerzhaftesten war natürlich mein Ausfall als Führender in Monaco. Nichtsdestotrotz glaube ich an unser Team. Die Saison ist noch lang, und gemeinsam können wir noch viel erreichen. Auch Rennen gewinnen.“


Die Strecke

Der Circuit International Automobile Moulay El Hassan ist mit 2,971 Kilometern eine der längsten Strecken in der Formel E. Sie ist eine Mischung aus permanenter Rennstrecke und öffentlichen Straßen. Mit seinen drei Geraden ist der Kurs, der im Norden von Marrakesch an der historischen Stadtmauer entlangführt, eher untypisch für die Formel E. Von seinen zwölf Kurven sind einige sehr schnell, andere sehr langsam. Das richtige Setup und gutes Energiemanagement sind die Schlüsselfaktoren auf dieser Strecke, die einige gute Überholmöglichkeiten bietet. Die hohen Strecken- und Außentemperaturen werden auch den Reifen enorm zusetzen.
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