Montag, 8. August 2022
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24h Spa
29.07.2022

Porsche-Teams gehen mit drei 911 GT3 R in Superpole-Session

Drei Porsche 911 GT3 R können am morgigen Freitagabend um die Pole-Position für das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps kämpfen: Sie haben im Qualifying den Sprung in die Top-20 geschafft. Der Langstreckenklassiker beginnt am Samstag um 16:45 Uhr (MESZ).

Stuttgart. Die Porsche-Kundenteams sind beim Qualifying für die 24 Stunden von Spa-Francorchamps mit drei 911 GT3 R in die Superpole-Session eingezogen. Den schnellsten Neunelfer haben die Österreicher Thomas Preining und Klaus Bachler sowie der Franzose Côme Ledogar auf den elften Rang gefahren. In vier jeweils 15-minütigen Segmenten legten sie für das Team Dinamic Motorsport eine Durchschnittszeit von 2:17,594 Minuten vor. Werkspilot Preining gelang in 2:16,899 Minuten dabei die schnellste Einzelrunde. Auch das Toksport WRT-Trio Sven Müller, Marvin Dienst (beide Deutschland) und Julien Andlauer (Frankreich) sowie die GPX Racing-Piloten Kévin Estre aus Frankreich, Michael Christensen aus Dänemark und Richard Lietz aus Österreich dürfen an der Superpole-Sitzung teilnehmen. Diese finale Jagd auf die 20 besten Startplätze steht am Freitagabend zwischen 19:30 und 20:00 Uhr (MESZ) auf dem Programm. Das 24-Stunden-Rennen auf dem belgischen Grand-Prix-Kurs beginnt am Samstag um 16:45 Uhr Ortszeit.

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Sowohl das zweite als auch das dritte Qualifying-Segment wurde bei einsetzender Dunkelheit auf der „Ardennen-Achterbahn“ durch Zwischenfälle unterbrochen – hierdurch und angesichts von 66 GT3-Rennwagen auf der 7,004 Kilometer langen Rennstrecke gestaltete sich der Überholverkehr für die insgesamt 13 Porsche besonders hektisch. Während der Nummer 54 von Dinamic Motorsport und dem 911 GT3 R von Toksport WRT der Sprung in die Top-20 relativ klar gelang, schaffte der Neunelfer von GPX Racing den Einzug in die Superpole vor allem dank eines Kraftakts von Kévin Estre: Der Franzose sicherte im vierten Qualifying-Segment mit einer Rundenzeit von 2:16,943 Minuten das Weiterkommen.

Am Steuer des Porsche mit der Nummer 24 von Herberth Motorsport holten sich die Deutschen Nico Menzel und Stefan Aust gemeinsam mit dem Belgier Alessio Picariello und dem Schweizer Niki Leutwiler den zweiten Startplatz in der Pro-Am-Wertung. Die Nummer 91 von Allied Racing mit Florian Latorre (Frankreich), Alex Malykhin (UK), Julien Apothéloz (CH) und dem ehemaligen Porsche-Junior Ayhancan Güven aus der Türkei fuhr in der Gold-Kategorie auf den vierten Rang. In der Silber-Klasse belegte das Schwesterauto im Qualifying die 16. Position. 

Das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps gilt als die größte Veranstaltung für GT3-Fahrzeuge weltweit und zählt für den GT World Challenge Europe Endurance Cup sowie die Intercontinental GT Challenge (IGTC). Fahrer und Fahrzeuge erhalten für die GT World Challenge nach sechs, zwölf und 24 Stunden Punkte. Das Rennen wird auf der Website www.intercontinentalgtchallenge.com im Live-Stream übertragen.


Stimmen zum Qualifying 

Sebastian Golz (Projektleiter Porsche 911 GT3 R): „Es war extrem schwierig, bei dem dichten Überholverkehr die richtige Runde zu treffen. Unabhängig davon sind wir unter unseren Erwartungen geblieben. Es haben sich nur drei unserer 911 GT3 R für die Superpole am Freitag qualifiziert – wir wollten mit mehr Fahrzeugen unter die Top-20 fahren. Aber auch so können wir morgen um die Spitze kämpfen. Ich denke, wir haben ein gutes Set-up gefunden, und blicken dem Rennen optimistisch entgegen. Wir richten unseren Fokus jetzt aber zunächst auf die Superpole und drücken die Daumen, dass die drei Teams weit vorn landen.“

Thomas Preining (Porsche 911 GT3R #54): „Alle Fahrer haben einen tollen Job erledigt. Uns wurden keine Rundenzeiten wegen Verstößen gegen die Track Limits gestrichen und wir konnten uns aus allen Schwierigkeiten heraushalten. Normalerweise heißt es ja, dass das vor allem im Rennen entscheidend ist – aber bei fast 70 Startern besitzt auch das Qualifying eine größere Bedeutung, als die meisten denken. Dass wir uns heute für die Superpole qualifizieren, war elementar. Ich persönlich bin aber auch ganz happy: Vorgestern saß ich noch zu Hause und hatte bereits den Urlaub im Blick. Dann wurde ich kurzfristig als Ersatz für Matteo Cairoli gerufen und bin jetzt der schnellste Porsche-Fahrer in meiner Gruppe. Das ist schon klasse.“ 

Julien Andlauer (Porsche 911 GT3R #100): „Wir konnten uns nicht so perfekt auf das Qualifying vorbereiten, wie wir eigentlich wollten. Aber letztlich funktionierte das Auto richtig gut. Das Qualifying war für alle Beteiligten wegen der Roten Flaggen und sehr viel Überholverkehr auf der Strecke eine schwierige Angelegenheit. Meine Session lief zufriedenstellend: Ich erwischte eine Runde mit relativ wenig Überholverkehr und konnte fast alles auf den Punkt zusammenbringen. Es hätte gerne noch etwas schneller sein können, aber letztlich reichte es auch so. Wir haben unser Ziel erreicht: die Superpole. Jetzt kämpfen wir um die Pole-Position.“ 

Kévin Estre (Porsche 911 GT3 R #221): „Mit unserem Rundenzeiten-Schnitt haben wir uns auf Rang 19 platziert und damit den Sprung in die Superpole knapp geschafft. Das Qualifying lief sehr chaotisch. Es war fast unmöglich, eine freie Runde zu erwischen. Richard und Michael hatten nicht viel Glück mit dem Überholverkehr – ich schon, auch weil mich das Team zum richtigen Zeitpunkt rausgeschickt hat. So konnte ich eine saubere Runde fahren, was mich natürlich freut. Für die Superpole müssen wir die ein oder andere Kleinigkeit hier und da vielleicht noch anpassen. Insgesamt sind wir aber schon sehr gut aufgestellt, die Balance des Autos ist gut.“ 

Nico Menzel (Porsche 911 GT3 R #24): „Platz zwei in der Pro-Am-Wertung ist ein gutes Resultat, mit dem wir happy sind. Unsere beiden Gentlemen-Fahrer haben sich im Auto sehr wohl gefühlt. Unser Porsche sollte im Qualifying wie auch im Rennen gut funktionieren. Unsere Rundenzeiten zeigen, dass wir Potenzial haben. Wenn wir die ersten paar Rennstündchen und die Nacht gut überstehen, uns weder Fehler erlauben noch Strafen kassieren, dann schauen wir mal, wo wir am Ende landen...“ 
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