Freitag, 30. Juli 2021
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FIA Formel E
11.07.2021

Erster Saisonsieg: Maximilian Günther triumphiert in New York

Der Bann ist gebrochen: Maximilian Günther (GER) hat im zehnten Saisonrennen der ABB FIA Formula E World Championship in New York City (USA) seinen ersten Saisonsieg gefeiert.

Vom vierten Startplatz zeigte er starkes Energiemanagement und schob sich in den letzten Runden vom dritten auf den ersten Platz nach vorn. Für Günther war es der dritte Sieg seiner Formel-E-Karriere und der erste Podestplatz der laufenden Saison. Für BMW i Andretti Motorsport war es nach dem Triumph von Jake Dennis (GBR) in Valencia (ESP) der zweite Erfolg in Saison 7. Dennis zeigte bei seiner Premiere in New York ebenfalls ein starkes Rennen, fiel jedoch nach einem Reifenschaden erst weit zurück und dann aus.
 
Unter den Augen von Andretti-Teambesitzer Michael Andretti (USA), der beim Heimspiel für sein Team zum ersten Mal in dieser Saison bei der Formel E zu Gast war, fuhr Günther ein sehr cleveres und strategisch gutes Rennen. Er nahm die Attack Modes genau zur richtigen Zeit und hatte in der Schlussphase mehr Energie zur Verfügung als seine direkten Konkurrenten. Als vor ihm Jean-Éric Vergne (FRA, DS Techeetah) den Führenden Nick Cassidy (NZL, Envision Virgin Racing) attackierte und beide von der Ideallinie abkamen, nutzte er seine große Chance, ging innen an beiden vorbei und übernahm Platz eins. Diesen fuhr er danach souverän ins Ziel. In der Fahrerwertung machte Günther dank der 25 Punkte für den Sieg einen Sprung von Platz 18 auf zwölf. Mit 53 Punkten liegt er nur noch einen Zähler hinter Dennis auf Position elf. BMW i Andretti Motorsport ist mit 107 Punkten nun Sechster in der Teamwertung.
 
Dennis ging von Position 15 ins Rennen und arbeitete sich durch starkes Racing bis in die Punkteränge nach vorn. Leider zog er sich bei einem mutigen Überholmanöver einen Reifenschaden zu, musste an die Box kommen, fiel zunächst weit zurück und dann komplett aus.
 
Bereits am Sonntag findet an gleicher Stelle das elfte Saisonrennen statt.
  
Roger Griffiths (Teamchef BMW i Andretti Motorsport, Teamwertung: 6. Platz): „Wir hätten uns für heute nicht mehr wünschen können – ein großartiges Ergebnis für das Team. Ich bin super-glücklich über den Heimsieg in New York für BMW i Andretti Motorsport. Teambesitzer Michael Andretti mit dem Pokal auf dem Podium zu sehen und die US-Hymne zu hören war einfach nur fantastisch. Maximilian ist von Platz vier am Start nach einer weiteren Super-Pole-Teilnahme ein sehr starkes Rennen gefahren. Dann ist ihm ein großartiges Überholmanöver gegen Jean-Éric Vergne und Nick Cassidy gelungen. Ich freue mich sehr für ihn. Er war heute vom ersten Training an voll da. Jake hatte einen unglücklichen Tag, zuerst mit der roten Flagge, die sein Qualifying ruiniert hat. Er ist dann ein kluges Rennen mit großartigen Überholmanövern und gutem Einsatz der Attack Modes gefahren. Als er es in die Punkteränge geschafft hatte, ist ihm das Rennen durch einen Reifenschaden zerstört worden.“
 
Jake Dennis (#27 BMW iFE.21, Startposition: 15. Platz, Rennergebnis: Ausfall, Punkte: 54, Fahrerwertung: 11. Platz): „Ehrlich gesagt ein enttäuschender Tag heute. Im Qualifying hat uns die rote Flagge ein wenig aus der Bahn geworfen, aber ich hatte das Gefühl, dass wir im Rennen nach vorn kommen können. Alles ist gut gelaufen, ich war Neunter und hatte die Chance auf ein Top-8- oder Top-7-Resultat. Doch dann hat mich leider ein Auto von hinten getroffen und für einen Reifenschaden gesorgt. Das ist sehr schade, aber es macht mir mit Blick auf morgen Mut, dass wir auf jeden Fall eines der schnellsten Autos im Feld haben. Als Team können wir über den Sieg heute sehr glücklich sein. Toll gemacht, Maximilian.“
 
Maximilian Günther (#28 BMW iFE.21, Startposition: 4. Platz, Rennergebnis: 1. Platz, Punkte: 53, Fahrerwertung: 12. Platz): „Hier in New York das Heimrennen unseres Teams zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes. Besonders aber auch deshalb, weil es für uns oft nicht gut gelaufen ist und wir nicht so viele Punkte geholt haben, wie wir wollten. Doch wir sind immer auf uns selbst fokussiert geblieben. Wir wissen, wozu wir in der Lage sind. Heute haben wir beim Management des Rennens einen guten Job gemacht. Am Ende hatte ich in der Spitzengruppe die meiste Energie übrig. Das ist ein Vorteil, aber Überholen ist hier immer noch schwierig. Jean-Éric hat dann in der Haarnadel angegriffen, beide Führenden mussten eine weite Linie fahren, und ich hatte dadurch die perfekte Gelegenheit, beide zu überholen. Danach war ich mit der Energie, die ich noch zur Verfügung hatte, in einer komfortablen Situation.“