Dienstag, 31. März 2020
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VLN
13.03.2020

ILN kritisiert Sponsoringvertrag der Nürburgring Langstrecken-Serie

Die Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring (ILN) lehnt die gestern von der Nürburgring Langstrecken-Serie verkündete Sponsoring-Partnerschaft mit dem Reifenhersteller Hankook strikt ab. Das Logo des koreanischen Unternehmens soll fortan auf den vorderen Kotflügeln aller teilnehmenden Rennwagen der unter dem Kürzel VLN bekannten Nordschleifen-Serie prangen – unabhängig davon, auf welchen Pneus die einzelnen Wettbewerbsfahrzeuge tatsächlich rollen.

Die Aufkleber stehen damit in direkter Konkurrenz zu den vielen verschiedenen, dank des offenen Wettbewerbs engagierten Reifenpartnern der Teams und machen hierdurch die Vermarktungsmöglichkeiten dieser Unternehmen zunichte. Dies schränkt die Refinanzierungschancen der Rennställe stark ein. Die ILN hat in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass Seriensponsoren aus dem Automotive-Sektor unmittelbar die Existenz speziell kleinerer Teams gefährden.
 
„Kurz vor dem geplanten Beginn der Saison legt die VLN-Vermarktungsgesellschaft die Axt an die Refinanzierungsmodelle vor allem der kleinen Rennställe, deren Existenz und deren Engagement in der VLN durch den heute bekanntgegeben Sponsoringvertrag mit einem bestimmten Reifenhersteller in Frage gestellt wird“, betont ILN-Vorsitzender Martin Rosorius. „Um das klar zu betonen: Wir haben nichts gegen Hankook, sondern freuen uns zusammen mit der VLN darüber, dass dieses stolze Unternehmen die Nürburgring Langstrecken-Serie unterstützen will. Aber es geht nicht, dass der Serienbetreiber zugunsten eines Partners die Geschäftsgrundlage seiner Kunden – der Teams – zerstört. In einer Serie, wo der Reifenhersteller freigestellt ist, können nicht alle teilnehmenden Fahrzeuge das Logo des neuen Serienpartners tragen. Dies ist Werbekannibalismus und zudem ein Schlag ins Gesicht für alle anderen Reifenhersteller, die sich bislang in der VLN engagieren.“
 
Die Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring wurde im Dezember 2015 auf Initiative von Olaf Manthey gegründet. Seit August 2018 tritt das Aktionsbündnis als eingetragener Verein auf. Den Vorsitz hat Martin Rosorius (Team Black Falcon) übernommen mit Dirk Theimann (Team Phoenix Racing) als Stellvertreter. Ziel der ILN ist es, das Kundeninteresse sowohl der großen als auch gerade der kleinen Teams in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) und Rundstrecken Challenge Nürburgring (RCN) sowie beim 24-Stunden-Rennen auf der Eifelstrecke dauerhaft zu artikulieren. Der multilaterale Dialog mit dem DMSB, dem Nürburgring, der VLN und RCN sowie den Rennveranstaltern verfolgt dabei stets ein Ziel: attraktiven, fairen und sicheren Rennsport auf der einzigartigen und legendären Nürburgring-Nordschleife.