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06.09.2020

Porsche erreicht auf der Road Atlanta einen Podestplatz mit Wright Motorsports

Das Porsche-Kundenteam Wright Motorsports hat im Sechsstundenrennen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship einen Podestplatz erreicht. Der amerikanische Werksfahrer Patrick Long, sein Landsmann Ryan Hardwick und der Belgier Jan Heylen fuhren auf der Road Atlanta im Porsche 911 GT3 R auf den dritten Platz der GTD-Klasse.

Das Porsche GT Team kämpfte bei schwankenden Temperaturen im US-Bundesstaat Georgia mit mangelnder Reifenhaltbarkeit. Der Brite Nick Tandy und sein französischer Teamkollege Frédéric Makowiecki erreichten im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 911 das Ziel auf Platz vier der GTLM-Kategorie. Die Markenkollegen Earl Bamber aus Neuseeland und Laurens Vanthoor aus Belgien kamen im Schwesterauto mit der Nummer 912 auf Rang sechs.

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Tandy hatte das Sechsstundenrennen von der Pole-Position aufgenommen und sich zunächst an der Spitze des hart umkämpften GTLM-Feldes behaupten können. Allerdings wurde bereits in der ersten Phase des Rennens bei verhältnismäßig kühlen Temperaturen deutlich, dass die Michelin-Reifen auf dem Porsche 911 RSR bei diesen Bedingungen den notwendigen Grip nicht über einen vollen Stint bieten konnten. Als diese Werte zur Rennmitte im strahlenden Sonnenschein wieder deutlich anstiegen, war der rund 515 PS starke GTLM-Bolide aus Weissach über weite Strecken das schnellste Fahrzeug im Feld. Tandy und Makowiecki fuhren im Auto mit der Nummer 911 bis zum letzten Boxenstopp an der Spitze. Als in der Schlussphase eine zunehmende Bewölkung dafür sorgte, dass die Asphalttemperatur von über 50 auf unter 40 Grad Celsius fiel, ließ die Performance erneut sichtbar nach. Tandy konnte sich im finalen Stint nicht mehr gegen die Angriffe der Konkurrenz wehren und überquerte den Zielstrich auf Platz vier.

Die Mannschaft der Startnummer 912 erwischte einen rabenschwarzen Tag. Im Chaos der ersten Rennrunde musste Vanthoor mehreren Protoypen ausweichen, die in eine Start-Kollision verwickelt waren. Der Belgier verlor dadurch den Anschluss an die Spitze der GTLM-Klasse. Stark abbauende Reifen zwangen Vanthoor frühzeitig zum ersten Boxenstopp. Zwei Durchfahrtsstrafen, ein ungeplanter Wechsel der Bremsen und eine Reparatur am Heck des Porsche 911 RSR warfen Vanthoor und Bamber zwischenzeitlich um drei Runden zurück. Am Ende überquerten die amtierenden GTLM-Champions die Ziellinie auf Klassenrang sechs.

In der GTD-Kategorie erreichte das Kundenteam Wright Motorsports den ersten Podestplatz der laufenden Saison. Jan Heylen hatte den über 500 PS starken Porsche 911 GT3 R für den dritten Startplatz qualifiziert und diese Position im ersten Stint gehalten. In einem engen Wettbewerb in der GTD-Klasse fiel das Fahrzeug zwischenzeitlich bis auf den zehnten Rang zurück. Die saubere Teamarbeit und eine beeindruckende kämpferische Leistung von Heylen, Werksfahrer Patrick Long und Lokalmatador Ryan Hardwick wurde am Ende aber mit Rang drei belohnt.

In der Herstellerwertung liegt Porsche nach dem sechsten Saisonrennen auf Platz drei. In der Fahrermeisterschaft rangieren die beiden Crews Makowiecki/Tandy und Bamber/Vanthoor punktgleich auf Position vier.

Der siebte Lauf zur IMSA WeatherTech SportsCar Championship findet am 27. September auf dem Mid-Ohio Sports Car Course nahe der Stadt Lexington im US-Bundesstaat Ohio statt.

Steffen Höllwarth (Einsatzleiter IMSA Championship): „Das Rennen war die erwartet harte Nuss. Wir hatten wie befürchtet mit den Temperaturen zu kämpfen. Ab Rennmitte lagen wir mit der Startnummer 911 lange Zeit in Führung, konnten das Tempo am Ende aber nicht mehr ganz mitgehen. Für die Nummer 912 war nach zwei Fehlern an der Box und einem Defekt am Auto der Rückstand so groß, dass wir ihn nicht mehr aufholen konnten. Es ist enttäuschend. Wir bereiten uns nun ganz akribisch auf den nächsten Lauf vor, um dort zurückzuschlagen.“

Frédéric Makowiecki (Porsche 911 RSR #911): „Ich war wirklich überrascht, in welchem Maße unsere Konkurrenten im letzten Stint plötzlich zulegen konnten. Ein solch hohes Tempo konnten wir einfach nicht mitgehen. Wir haben alles versucht, aber mehr als Platz vier war am Ende nicht mehr drin. Insgesamt müssen wir uns für unsere Leistung keinesfalls schämen. Wir haben als Team tolle Arbeit abgeliefert. Das gilt für Mechaniker, Ingenieure, Strategen und auch für uns Fahrer.“

Nick Tandy (Porsche 911 RSR #911): „Es war ein fast perfektes Wochenende für uns. Im freien Training waren wir vorn, im Qualifying an der Spitze und im Rennen lange Zeit in Führung. Leider konnten wir das Tempo am Ende, als sich die Streckenbedingungen veränderten, nicht mehr ganz mitgehen. Da hat die Konkurrenz sogar zulegen können. Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend, aber unsere Leistung hat wieder einmal gezeigt, dass unser erster Sieg mit dem neuen Porsche 911 RSR ganz sicher bald kommen wird.“

Laurens Vanthoor (Porsche 911 RSR #912): „Es war ein Tag zum Vergessen. Zweimal sind uns bei Boxenstopps kleine Fehler unterlaufen, die zu Durchfahrtsstrafen führten. Allein das hätte schon gereicht, um uns aus dem Kampf um den Klassensieg zu nehmen. Leider gab es zusätzlich noch einen Defekt an der Bremse. Die Reparatur hat uns um mehrere Runden zurückgeworfen. Das war es dann.“

Earl Bamber (Porsche 911 RSR #912): „Dieses Rennen war von vorn bis hinten eine Enttäuschung. Die Strafen waren ärgerlich, aber so etwas passiert manchmal. Schlimmer war der Schaden an der Bremse, der vermutlich beim Überfahren irgendwelcher Teile auf der Strecke entstanden ist. Das hat uns derart weit zurückgeworfen, dass wir keine Chance mehr hatten.“

Patrick Long (Porsche 911 GT3 R #16): „Es hat sich toll angefühlt, mal wieder auf ein Siegerpodest klettern zu dürfen. Das hatten wir uns nach der starken Leistung wirklich verdient. Das Team hat schon in den vergangenen Wochen immer tolle Arbeit abgeliefert, sodass ein solcher Erfolg nur eine Frage der Zeit war. Großes Kompliment an Jan Heylen, der an diesem Wochenende eine echte Verstärkung war. Hoffentlich können wir ihn beim Petit Le Mans auf der Road Atlanta und auch beim Zwölfstundenrennen in Sebring wieder als Kollegen mit an Bord haben.“