Dienstag, 27. Oktober 2020
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RCN
17.08.2020

RCN GLP bleibt spannend: dritter Lauf – dritte Sieger

Wieder waren es die Corona-Restriktionen, die das Umfeld des dritten GLP-Laufes der Saison 2020 bestimmten. Auf der Strecke jedoch, der traditionellen Nürburgring Nordschleife, war von der Pandemie nichts zu spüren. Die GLP-Teams boten wieder Breitensport vom Feinsten. „Unsere Teilnehmer sind sehr diszipliniert,“ lobte Rita Seidel die GLP-Fahrer bei der Papierabnahme. Mit Spuckschutzwänden, Desinfizierungsmitteln und einer durchdachten Abstandregelung sorgte der Veranstalter für die notwendige Sicherheit. „Die Teams haben Verständnis für die Maßnahmen und unterstützen uns dabei. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.“

Bei bedecktem Himmel, aber trockener Strecke standen am Samstagmorgen dann 127 Fahrzeuge am Start. Neben Harald Ezaru saß wieder sein Vater Harald Ezaru auf dem Beifahrersitz im BMW 330. Beim Vater/Sohn Duo Grün fuhr diesmal Dieter Grün den Start, Markus Grün machte es sich auf dem heißen Sitz gemütlich. „Eigentlich ist es doch Wahnsinn, dass wir hier um hundertstel Sekunden fahren,“ meinte Uwe Knickmeier, der Co-Pilot von Stefan Kunze und ein erfahrener Rallye Beifahrer, noch am Vorstart. Eventuell hatte er seine Meinung im Ziel geändert.

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Nachdem Fahrtleiter Jürgen Seidel den Start pünktlich freigegeben hatte, gab es nach der ersten Bestätigungsrunde eine kleine Überraschung. Es führten Konstantin Krasnoperov (München) und Axel Theiling (Karlsfeld) sowie Patrick Findt (Katzenbach) und Fabian Rubel (Höringen) punktgleich mit 0,2 Fehlerpunkten. Ihnen folgten Roger Werner und Peter Knippenberg (beide Solingen) mit 0,2 Punkten auf P3. Erst dann die Favoriten Oliver und Udo von Fragstein (Leichlingen und Leverkusen) sowie Stefan Kunze und Uwe Knickmeier (Herdecke und Bochum) die von der Zeitnahme mit jeweils 0,4 Punkten gemessen wurden. Doch die drei führenden Teams konnten die guten Resultate der ersten Bestätigungsrunde nicht wiederholen. Schon eine Runde später liefen Kunze/Knickmeier im BMW M3 zur Hochform auf, wurden mit 0,1 Fehlerpunkten gestoppt und übernahmen damit die Halbzeitführung. Mit 0,8 Punkten (0,5/0,3) folgten zu diesem Zeitpunkt Ezaru/Ezaru sen. (beide Pforzheim) noch vor von Fragstein/von Fragstein mit 0,9 Punkten (0,4/0,5).

In der Halbzeitpause musste ein Fahrzeug in der Boxengasse gelöscht werden. Der Auspuff hatte das Dämmmaterial der Karosserie in Brand gesetzt. Kein Problem für die anwesende Feuerwehr. Ein weiteres Team hatte wegen eines undichten Treibstofftanks auf der Strecke Benzin verloren und wollte unplanmäßig nachtanken. Ganz unbürokratisch half ihnen Jürgen Seidel mit einem 50 Euro Schein aus und sie konnten die GLP fortsetzen.

Im Ziel zeigte sich deutlich, wie nah die Teams in der GLP beieinander liegen. Zwischen dem 20. und dem 18. Platz lagen gerade mal 0,3 Punkte. P 20 ging mit 9,7 Punkten (4,9/4,1/0,6/0,1) an die Rookies Carlo und Michael Theilig (Neuwied) im BMW 318. Ebenfalls mit einem BMW 318 waren Ralph Sieben und Jens Keke Müller (Mönchengladbach/ Düsseldorf) unterwegs. Sie belegten mit 9,5 Punkten (2,0/3,1/1,2/3,2) den 19. Platz. Davor platzierten sich für die Scuderia Augustusburg Brühl im ADAC Markus und Dieter Grün mit 9,4 Punkten (0,6/1,4/5,2/2,2).

Mit insgesamt 9,0 Zählern punktgleich erreichten jeweils Wolfgang Großelanghorst und Josef Bollweg (Gütersloh/Dissen) im Opel Corsa (4,7/1,2/1,1/2,0) sowie Julian Best und Christopher Ertel (Frankfurt/Schwabenheim) im Renault Clio (4,7/1,7/1,5/1,1) das Ziel. Da auch die Zeit in der ersten Wertungsrunde identisch war, entschied die Zeit der Zweiten über die Platzierung. Die für den MSC Gütersloh im ADAC startenden Großelanghorst/Bollweg wurden somit auf P 16, Best/Ertel auf P 17 gewertet.

Denkbar knapp auch die Differenz zwischen P 14 und P15. Mit 8,1 Zählern (3,9/0,8/2,7/0,7) beendeten Daniel Schimpf aus Erftstadt und Oliver Dünnebier aus Wesseling (Ford Fiesta) die GLP auf dem 15 Platz. Platz 14 ging mit 8,0 Punkten (1,9/0,5/1,2/4,4) an Michael und Lukas Striebich (Bonn/Frankfurt) im BMW 325.

Punktgleichheit wieder zwischen dem 12. und dem 13. Platz. Karin und Winfried Schlüter aus Horstmar im Mini JWC (1,8/0,8/2,7/2,4) waren in der ersten Bestätigungsrunde besser und wurden deshalb auf P12 vor Jacqueline und Michael Heßler (Fritzlar) im VW Golf mit ebenfalls 7,7 Punkten (2,8/0,5/0,1/4,3) gewertet. Mit nur 0,1 Fehlerpunkten weniger (0,8/1,5/2,6/2,7) platzierten sich Christoph und Markus Spiller aus Heusweiler im VW Polo auf dem 11. Platz.

Auch innerhalb Top Ten waren die Abstände äußerst gering. Nur 2/10 Punkte lagen im Ziel zwischen dem zehnten und dem achten Platz. Dabei gingen P 10 und P9 an Teams des MSC Wahlscheid im ADAC. Thomas und Klaus Vosen (Nümbrecht) im VW Golf sicherten sich mit 5,2 Punkten (1,6/0,5/1,8/1,3) den zehnten Platz, direkt hinter Andrea und Rolf Derscheid (Much) im Opel Corsa mit 5,1 Punkten (2,5/0,8/1,5/0,3). P8 ging mit 5,0 Punkten (1,2/1,5/1,8/0,3) an Marcus und Kurt Bernards (Peugeot 206) vom MSC Langenfeld, die sich vor der Veranstaltung einen Platz unter den ersten Zehn als Ziel gesetzt hatten. 

Erneut um Sekundenbruchteile kämpften die Platzierungen sechs bis acht. Der Achte Platz war ein tolles Ergebnis für Katharina und Dieter Guse (Burscheid/Leverkusen). Ihrem BMW wurden im Ziel insgesamt 4,6 Punkte (0,5/0,7/2,2/1,2) angerechnet. Nur 0,1 Zehntel besser schnitten Tina und Renè Göbbels aus Eschweiler ab. Das für den MSC Adenau im ADAC startende Paar erreichte im Golf I 4,5 Punkte (2,7/0,2/1,1/0,5). Eine Nullerrunde schafften die Sieger der letzten GLP, Mirko Reidenbach aus Weilerswist und Jochen Habeth aus Wisskirchen, im BMW E36. 4,3 Fehlerpunkte im Ziel reichten ihnen zu P5.

Ein starkes Ergebnis auch für Jens Zylinski (Kelberg-Rothenbach). Nach einem 12. und einem 46. Platz in diesem Jahr schaffte er im BMW 323 nun mit neuem Beifahrer Kevin Schulten aus Hürth mit 3,2 Punkten (0,9/0,2/1,6/0,5) den 4. Platz. 

Den dritten Platz belegten Vater und Sohn Ezaru (BMW 330) mit 3,1 Punkten (0,5/0,3/1,4/0,9). Oliver und Udo von Fragstein fuhren heute ein gutes Ergebnis ein. Allerdings mussten sich die Ford Puma Fahrer heute einem noch Besseren geschlagen geben und landeten mit 1,2 Punkten (0,4/0,1/0,3/0,1) auf dem zweiten Platz.

Der Sieg ging diesmal mit nur 0,9 Fehlerpunkten (0,4/0,1/0,3/0,1) verdient an Stefan Kunze und Uwe Knickmeier. „Ich habe mit Uwe einen tollen Co gefunden. Wir harmonieren perfekt,“ meinte Stefan Kunze nach dem Erfolg, auf den er so lange warten musste. „Natürlich freuen wir uns riesig über den Sieg, aber wir wissen es auch richtig einzuschätzen, dass wir in den schweren Zeiten überhaupt noch Motorsport betreiben können. Dafür möchten wir allen danken, die uns dies ermöglichen.“

In der Rookie Wertung siegten Julian Best und Christopher Ertel mit 9,0 Punkten vor Carlo und Michael Theilig (9,7 Punkte), die damit ihre Führung in der Rookie-Jahreswertung weiter untermauerten.

Das starke Team der Scuderia Augustusburg Brühl (Kunze / Knickmeier, Reidenbach / Habeth, Striebich / Striebich und Grün / Grün) hatte in der Mannschaftswertung mit 28,43 Punkten die Nase vorn. Auf P2 folgte mit 28,03 Punkten das Team des MSC Wahlscheid (Göbbels / Göbbels, Derscheid / Derscheid, Vosen / Vosen, Lachmayer / Lachmayer und Höne / Gilles).

Erneut konnte Fahrtleiter Jürgen Seidel nach der Zieldurchfahrt des letzten Fahrzeugs eine GLP ohne Personenschaden vermelden. Allerdings musste er zwei Teams, die die Nordschleife zu schnell umrundet hatten, aus der Wertung nehmen und zwei weitere, die im Start/Ziel-Bereich zu langsam unterwegs waren, mit einer 50 Punkte-Strafe belegen.