Mittwoch, 21. Oktober 2020
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GT World Challenge
13.10.2020

Mercedes erfolgreich beim Sprint Cup-Finale der GT World Challenge Europe

Bereits vor dem Rennwochenende war klar, der Kampf um die Gesamtmeisterschaft im Sprint Cup wird extrem spannend: Mit nur 6,5 Punkten Rückstand auf die Führenden gingen die Mercedes-AMG Fahrer Maro Engel und Luca Stolz (beide GER) in die Jagd um den Titel auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya und auch Timur Boguslavskiy hatte mit 13 Punkten Rückstand noch alle Chancen, bei insgesamt 52,5 Punkten, die in den drei Rennen und Qualifyings zu vergeben waren. In Rennen eins holte die Startnummer 88 vom AKKA ASP Team mit Marciello und Boguslavskiy zunächt Punkte auf, indem sie als Dritter auf das Podium fuhren. Engel/Stolz im Mercedes-AMG GT3 #4 vom Haupt Racing Team folgten auf Gesamtrang fünf. Im zweiten Rennen des Wochenendes dann ein umgekehrtes Bild: Die #4 kam als Dritter ins Ziel und die #88 wurde Fünfter. Jedoch sollte eine nachträgliche Zeitstrafe die Startnummer 4 um die so wichtigen Meisterschaftszähler aus diesem Rennen bringen und damit auch um die Chance auf den Titel. Nachdem auch die eigentlichen Rennsieger des zweiten Laufs nachträglich bestraft wurden, erbte der Mercedes-AMG GT3 #88 von Boguslavskiy/Marciello den dritten Gesamtrang.

Dadurch war für das Duo vor dem letzten Rennen alles möglich: Mit 8,5 Zählern Rückstand ging Boguslavskiy als bestplatzierter Mercedes-AMG GT3 Fahrer, zusammen mit seinem Partner Marciello, von der Pole-Position aus in den Finallauf um die Meisterschaft. Das Rennen begann zunächst chaotisch: Bereits beim Start kollidierten mehrere Fahrzeuge, darunter die #4, die dadurch wenig später leider ausfiel. Marciello konnte sich hingegen nach der Safety Car-Phase und dem Restart auf Position eins behaupten und seinen Vorsprung auf über sieben Sekunden ausbauen. Boguslavskiy übernahm den Mercedes-AMG GT3 beim Boxenstopp und konnte die Führung ebenso souverän nach 32 Runden ins Ziel bringen. Durch den zweiten Platz des direkten Meisterschaftskonkurrenten reichte es am Ende aber nicht mehr zum Titel. Timur Boguslavskiy beendete die Sprint Cup-Saison auf Platz zwei mit nur vier Punkten Rückstand, gefolgt von Raffaele Marciello auf Rang drei. Engel/Stolz wurden am Ende Fünfte in der Meisterschaftswertung.


Klassensiege und weitere Podiumsergebnisse komplettieren das erfolgreiche Wochenende

Den besten Start der Customer Racing Teams, die in den Klassen um Siege kämpften, hatte das AKKA ASP Team #89 mit Jim Pla und Benjamin Hites. Das Duo kam im ersten Rennen auf Gesamtrang vier sowie Platz zwei im Silver Cup ins Ziel. In den beiden Rennen am Sonntag sicherten sie sich Gesamtplatz sechs und neun, was gleichzeitig den Sieg und Platz vier im Silver Cup bedeutete. Die Meisterschaft beendete das Duo auf Platz fünf.

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Juuso Puhakka und Oscar Tunjo im Mercedes-AMG GT3 #2 von Toksport WRT fuhren im ersten Rennen auf Rang drei in der Klasse und komplettierten für Mercedes-AMG Motorsport den Silver Cup-Doppelsieg im zweiten Rennen am Sonntag mit Platz zwei. In der Saisonwertung erreichten sie den vierten Platz im Silver Cup.

Im Pro-Am-Cup erzielten SPS automotive performance #20 mit Dominik Baumann (AUT) und Valentin Pierburg (GER) sowie ERC Sport #18 mit Phil Keen und Lee Mowle (beide GBR) die Klassenplätze drei und zwei (Rennen 1), Rang zwei und vier (Rennen 2) sowie Platz zwei und drei (Rennen 3). In der Pro-Am-Meisterschaft wurde Pierburg Dritter, Baumann Vierter und Keen / Mowle landeten auf dem fünften Rang.

Der Sprint Cup der GT World Challenge Europe ist damit beendet, doch die Rennserie hält noch zwei Runden im Endurance Cup ab, darunter als nächstes Event das Highlight mit den Total 24 Hours of Spa (22. - 25. Oktober). Das Finale wird vom 13. - 15. November mit dem 1.000-Kilometer-Rennen auf dem Circuit Paul Ricard stattfinden.

Stefan Wendl, Leiter Mercedes-AMG Customer Racing: „Es war das erwartet spannende Sprint-Finale in einer sehr ausgeglichenen und leistungsstarken GT World Challenge Europe-Saison. Insgesamt können wir stolz sein, sowohl was die Einzelergebnisse in den drei Rennen angeht, aber auch was die beiden Vizemeisterschaften betrifft. Vielen Dank dafür an alle Teams und Fahrer, die in ihren jeweiligen Kategorien eine tolle Leistung über die gesamte Saison hinweg gezeigt haben. Am Ende haben Kleinigkeiten über den Gewinn der Meisterschaft entschieden. Dazu gehen meine Glückwünsche an das Belgian Audi Club Team WRT mit ihren Fahrern Charles Weerts und Dries Vanthoor.“

Raffaele Marciello, AKKA ASP Team #88: „Wir haben im zweiten Qualifying schon gesehen, dass die schnellen Runden erst zum Ende der Session fallen, waren hier aber noch etwas vorsichtiger wegen möglicher roter Flaggen. Aber Startposition zwei war hier schon richtig gut. In Q3 haben wir dann alles auf die letzten schnellen Runden gesetzt und das hat sich auch mit der Pole-Position ausgezahlt. Die gute Ausgangslage konnte ich im Rennen behaupten und einen Vorsprung herausfahren. Das Team hat mir ein perfekt eingestelltes Fahrzeug dafür gegeben. Timur hat die Führung dann souverän bis ins Ziel gebracht. Der Sieg ist ein schöner Abschluss der Sprint-Saison und die Vizemeisterschaft für Timur freut mich sehr.“

Timur Boguslavskiy, AKKA ASP Team #88: „Ich hätte noch vor ein paar Jahren als ich mit GT3-Rennen begonnen habe, nicht geglaubt, dass ich schon in diesem Jahr um die Gesamtmeisterschaft fahren würde. Alleine vor dem letzten Rennen in dieser Ausgangslage zu sein, ist ein tolles Gefühl. Dass wir dann im letzten Rennen noch den Sieg und damit die Vizemeisterschaft für mich sowie P3 für Raffaele einfahren konnten, ist unglaublich. Ein großes Dankeschön an Raffaele und an das gesamte AKKA ASP Team! Jetzt freuen wir uns schon auf das Highlight in Spa.“

Maro Engel, Haupt Racing Team #4: „Bis kurz nach dem zweiten Rennen hat es eigentlich ganz gut für uns ausgesehen. Wir konnten mit Platz drei im zweiten Rennen Boden in der Meisterschaft gutmachen. Aber die nachträgliche Zeitstrafe hat uns dann natürlich um jede Chance gebracht. Beim Start ins dritte Rennen musste ich einem langsameren Fahrzeug vor mir ausweichen, dadurch hatte ich mehrere Berührungen und das Rennen war für uns beendet. Insgesamt unglücklich und enttäuschend, dass wir nicht bis zum Ende um die Meisterschaft mitfahren konnten. Jetzt heißt es durchzuschnaufen und dann in zwei Wochen wieder vollen Fokus auf das Highlight mit den 24-Stunden von Spa zu setzen.“