Montag, 14. Oktober 2019
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Formelsport Allgemein
07.08.2019

Inselabenteuer für Wolfgang Kaufmann

Zurück auf die Insel – so lautete das Motto für Wolfgang Kaufmann am letzten Juli Wochenende. Mit seinem March 782 BMW Formel 2 reiste der Westerwälder nach Silverstone für das größte historische Formel 2 Event in Europa. Stilecht wurde ein Teil des Feldes in der historischen Boxenanlage untergebracht. „Für mich war es das erste Mal, dass ich die Strecke nach dem umfangreichen Umbau wiedergesehen habe“, erzählte Kaufmann. „Daher war die zum Teil neue Streckenführung erst mal spannend.“

Mit mehr als 50 historischen Formel 2 Fahrzeugen war die Silverstone Classic Veranstaltung extrem stark besetzt. Das Qualifying zur Ermittlung der Startaufstellung lief zufriedenstellend. „Zwischendurch konnte ich bis auf Platz Sieben fahren, aber am Ende sind noch vier Konkurrenten auf die Runde schneller gewesen.“ Sechste Startreihe also für das erste Rennen des Wochenendes. Und das sollte zumindest vom Wetter her alle britischen Vorurteile bestätigen, denn es schüttete aus großen Eimern. „Das war schon nicht so einfach mitten im Feld mit dem Regen“, so Kaufmann. „An der Spitze war die Sicht sicher gut, aber mitten in der Gischt eher eine große Herausforderung nicht abzufliegen.“ Also agierte Kaufmann vorsichtig und riskierte nicht zu viel mit dem historischen Material. Dennoch ging es gut vorwärts und nach 10 Runden querte der March 782 die Ziellinie auf einem hervorragenden Rang 7.

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Am Sonntag sah es erneut nach einem Regenrennen aus, zudem kroch feuchter Nebel über die Strecke. Doch langjährige Rennerfahrung und ein Blick in den Himmel ließen Kaufmann trotzdem auf profillose Rennslicks setzen. Auf nasser Piste verlief der Start zwar zunächst schwierig und ging mit Platzverlusten einher, aber die mutige Taktik sollte aufgehen. Der Asphalt trocknete immer schneller ab, Kaufmann konnte gefahrlos aufdrehen und sich wieder nach vorne fahren. Belohnt werden sollte das Engagement aber trotzdem nicht. Zwei Runden vor Schluss musste Kaufmann seinen March Rennwagen auf P5 mit technischem Defekt abstellen. „Ein Gewinde an der Radaufhängung ist ausgerissen, dabei wurden auch eine Felge und der Reifen beschädigt. Leider musste ich das Auto daher am Streckenrand abstellen“, erklärte Wolfgang Kaufmann den Ausfallgrund.

Ein positives Fazit gab es dennoch. „Insgesamt war das eine sehr entspannte Veranstaltung mit vielen Zuschauern und tollen Rennen. Der Zusammenhalt im Formel 2 Fahrerlager war großartig und viele Mechaniker aus der Hochzeit dieser Fahrzeuge waren da und ich konnte viele interessante Gespräche führen.“

Nächster Einsatz des March 782 BMW wird der Historische Grand Prix in Zandvoort sein. Vom 5.-8. September startet Wolfgang Kaufmann auf dem Dünenkurs direkt an der niederländischen Nordseeküste.