Dienstag, 15. Oktober 2019
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24h Nürburgring
24.06.2019

Starke Performance von GetSpeed bei 24h Nürburgring

Das Team GetSpeed Performance fuhr beim ADAC Total 24h-Rennen auf dem Nürburgring zwei gute Ergebnisse ein. Vor 230.000 Zuschauern rund um die legendäre Nordschleife wurden Philip Ellis, Luca Ludwig, Jules Szymkowiak und Fabian Vettel im Knaus Mercedes-AMG GT3 nach 155 Runden auf Platz sieben abgewinkt. Damit war das Quartett das zweitbeste GT3-Pro-Am-Team. Im Rooster Rojo J2R Mercedes-AMG GT3 belegten Janine Hill, Markus Palttala, Fabian Schiller und John Shoffner am Ende Rang 14. „Das beste 24h-Ergebnis in unserer Teamgeschichte“, freute sich Teamchef Adam Osieka.

GetSpeed hat bei dem Langstreckenklassiker in der Grünen Hölle schmerzlich erfahren, wie nahe Freud und Leid beisammen liegen. Bis zum Ende der 21. Rennstunde rangierte die Speerspitze mit der Startnummer 16 auf möglichem Podiumskurs. Dann machte sich Ernüchterung breit. Renger van der Zande musste die #16 mit einem Defekt an der Batterie im Streckenabschnitt Bergwerk abstellen.

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„Das war ein charakterbildendes 24h-Rennen“, sagte Teamchef Adam Osieka. „Von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Es ist schade, dass wir das Top-Ergebnis der #16 nicht ins Ziel bringen konnten. In ein paar Tagen werden wir aber realisieren, was wir in unserem ersten 24h-Renneinsatz mit Mercedes-AMG geleistet haben. Als einziges Privatteam mit dem Mercedes-AMG GT3 haben wir nach den Sternen gegriffen und sind nur knapp gescheitert. Jetzt ist das ein schwacher Trost. Aber es zeigt, was das Paket zu leisten imstande ist. Ich bin den Fahrern, unserer gesamten Crew und Mercedes-AMG sehr dankbar für den unermüdlichen Einsatz in der Grünen Hölle. Jetzt blicken wir nach vorne. In der VLN stehen noch sechs Rennen auf dem Programm.“

Über weite Strecken hatte GetSpeed Performance auf die richtige Strategie gesetzt. In der hektischen Startphase des Rennens war für die Piloten oberstes Gebot, sich aus allen Rangeleien herauszuhalten. Auch in der Nacht, in der die Nordschleife ihre Tücken ausspielt, schwammen die Mercedes-AMG GT3 des Teams aus dem Gewerbepark am Nürburgring kontrolliert im Feld mit und hielten dabei stets die Schlagdistanz zur Spitze. In den Morgenstunden, als sich das Feld nach Unfällen und technischen Defekten ausgedünnt hatte, folgte dann die Attacke. „Unsere Rechnung ging auf“, analysierte Osieka. „Wir konnten mit schnellen Rundenzeiten auf die Spitze aufschließen. Dass wir am Ende mit der #16 die Früchte unserer Arbeit nicht ernten konnten, hat uns ein bisschen Glück gefehlt.“

Renger van der Zande (#16, Vodafone Mercedes-AMG GT3): „Ich kämpfte um Platz vier und wir hatten vielleicht sogar Chancen, Platz drei zu erreichen. Das Auto lief super, als plötzlich die Batterie ihren Geist aufgegeben hat. Da ist das Auto im Bergwerk einfach ausgegangen. Das war dann das Ende unserer Geschichte – wirklich schade für das Team.“ 

Markus Palttala (#17, Rooster Rojo J2R Mercedes-AMG GT3): „Es ist gut, in den Top-20 zu sein, denn das zeigt, dass Du überlebt hast. Eine kleine Belohnung für die harte Arbeit. Persönlich bin ich nicht ganz zufrieden, ich wäre lieber in den Top-Ten gelandet, auch wenn das mit einem Pro-Am-Auto schon ambitioniert ist. John sagte zu Beginn des Rennens, dass eine Top-20-Platzierung für ihn okay sei. Das Rennen ist für uns auch ein Invest. Janine und John sind in der bisherigen Saison so wenig mit dem AMG GT3 gefahren, dass wir uns dazu entschlossen haben, ihnen in der Nacht und heute am Sonntag mehr Zeit einzuräumen. Sie brauchen jeden Kilometer und davon werden wir in der Zukunft dann profitieren.“

Fabian Vettel (#18, Knaus Mercedes-AMG GT3): „Die letzten Runden des Rennens waren sehr emotional. Die Fans und die Marshalls, die über 24 Stunden für unsere Sicherheit gesorgt haben, winken uns zu. Das war ein Megagefühl. Ohne die Zeitstrafe, die wir für mein Code-60-Vergehen in den Morgenstunden erhalten haben, wären vielleicht noch ein oder zwei Plätze drin gewesen. Das war unnötig. Auf der anderen Seite, bei meinem ersten 24h-Rennen in einem so starken Feld auf Platz sieben zu fahren – Platz zwei in der Klasse – damit kann ich zufrieden sein.“