Mittwoch, 21. November 2018
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KTM X-BOW Battle
05.09.2018

Baumgartner, Schiff und Schöll dominieren am Pannoniaring

Der schöne Spätsommer in der pannonischen Tiefebene wurde an diesem Wochenende durch das Dröhnen der Audi-Motoren aus den KTM X-BOW Rennfahrzeugen aller Klassen aufgewertet: „Rookies Challenge“, „Elite“ und „GT4“ kamen zum vorletzten Rennwochenende des Jahres zusammen, dabei ging es teilweise sogar schon um Meisterschafts(vor)-Entscheidungen.


1. Rennen „GT4“

Fazit nach Lauf eins am Freitag: Es bleibt spannend. Die drei Titel-Aspiranten kamen unmittelbar hintereinander auf den drei Podestplätzen über die Ziellinie: Naomi Schiff war dabei einmal mehr die Schnellste, den Grundstein zu ihrem Sieg hatte sie bereits im Qualifying gelegt, wo sie auch die Pole-Position herausfuhr. Ihr Teamkollege Klaus Angerhofer fixierte mit Rang zwei einen Doppelsieg für True-Racing, während RTR-Projects Speerspitze Sergej Pavlovec den dritten Platz einfahren konnte. Werner Gröbl wurde nach hartem Kampf Vierter, Rang fünf ging an Tomas Miniberger, und Kevin Raith fuhr bei seiner GT4-Premiere auf den sechsten Platz. Viel Pech hatte hingegen der Pole Adam Galas, der lange Zeit um die Spitzenplätze kämpfen konnte, dann aber von einem Getriebeschaden gestoppt wurde. Abgekämpft waren am Ende alle Fahrerinnen und Fahrer: Das heiße Wetter und die physisch extrem fordernde Strecke ließen den Schweiß in Strömen fließen.


2. Rennen „GT4“

Nach ihrem eindeutigen Sieg am Freitag konnte Naomi Schiff auch dem „GT4“ Rennen am Samstag ihren Stempel aufdrücken und vom Start bis ins Ziel führen. Teamkollege Klaus Angerhofer wurde erneut starker Zweiter, für das Team „True Racing“ also ein absolut perfektes Wochenende. Der härteste Verfolger der beiden, der Tscheche Sergej Pavlovec, verlor in diesem zweiten Rennen wertvolle Punkte, nachdem er sich Werner Gröbl geschlagen geben musste. Der Steirer kommt in der „GT4“ immer besser in Fahrt und eroberte einen verdienten Podestplatz. Hinter dem Viertplatzierten Pavlovec klassierte sich Kevin Raith dank starker Performance auf Platz fünf, guter Sechster wurde der Pole Miroslav Lysniewski. In der Gesamtwertung liegt Schiff (183 Punkte) zwei Rennen vor Schluss 16 vor Angerhofer (167 Punkte) und 24 vor Pavlovec (159 Punkte).


1. Rennen „Elite“

Holger Baumgartner scheint das Glück in dieser Saison endlich hold zu sein. Nachdem er in den vergangenen Jahren immer wieder mit Pech am „Elite“ Titelgewinn scheiterte, ist er nun auf gutem Weg. Mit einem klaren Sieg im ersten Rennen konnte er seine Meisterschaftsführung weiter ausbauen, die Erleichterung war ihm nach dem Rennen anzusehen. Dahinter kämpften Ernst Kirchmayr und der Tscheche Josef Koller um die verbliebenen Podiumsplätze, am Ende setzte sich der Oberösterreicher Kirchmayr durch. Entscheidend war dabei eine kurze Safety-Car-Phase, verursacht ausgerechnet von Kollers Landsmann Jan Krabec, der seinen KTM X-BOW RR im Kiesbett versenkt hatte. Beim Re-Start hatte Koller den falschen Gang eingelegt und verlor dabei die entscheidenden Sekunden auf Kirchmayr, der an ihm vorbeizog. „BOB BAU“ wurde Vierter, Veranstalter und Fahrer in Personalunion, Georg Silbermayr, kam auf Platz fünf ins Ziel. Sechster wurde Uwe Schmidt vor Christoph Doppler, welcher nach langer Abwesenheit wieder am Start war.


2. Rennen „Elite“

Zwei Punkte: So lautet Holger Baumgartners Minimal-Ziel für das Saisonfinale in Misano, denn dann wäre ihm der „Elite“ Titel nicht mehr zu nehmen. Mit dem erneuten Sieg im zweiten Rennen am Pannoniaring positioniert sich der Steirer nämlich als eindeutiger Titelfavorit. Hinter ihm kamen Ernst Kirchmayr und Georg Silbermayr ins Ziel (und auf das Podium), Rang vier ging an den Tschechen Tomas Kwolek. „BOB BAU“ wiederum prolongierte mit Platz fünf seine winzige Titelchance, aus eigener Kraft wird das jedoch eine schwere Aufgabe: Er müsste in Misano jedenfalls beide Rennen gewinnen und Holger Baumgartner dürfte in den Läufen 11 und 12 nicht in die Punkteränge fahren.


1. Rennen „Rookies“

Der Mann des Tages in der „Rookies Challenge“ hieß Constantin Schöll. Der aus dem Kartsport aufgestiegene Wiener dominierte sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Nachdem er im Zeittraining um lediglich 13 Tausendstelsekunden vor Vorjahres-Meister Jörg Haghofer lag, fuhr er im Rennen allen Konkurrenten auf und davon, konnte einen blitzsauberen Start-Ziel-Sieg feiern. Dahinter lieferten sich Jörg Haghofer und Nico Gruber ein packendes Duell um Platz zwei: Routinier Haghofer setzte sich am Ende ganz knapp vor Jungtalent Gruber durch, welcher allerdings auch penibel darauf achtete, als Gaststarter nicht in den Meisterschaftskampf zwischen Haghofer und Schöll einzugreifen. Ein starkes Rennen fuhren auch Mathias Pelzmann, Eddy Lanny und Patrick Sing, die auf den Plätzen vier bis sechs gewertet wurden. Siebenter wurde Gaststarter Jeff Ward: Die US-Rennsportlegende, mehrfacher AMA Supercross-Champion, X-Games-Gewinner und Indy-500-Zweitplatzierter, hatte Riesenspaß und stellte einmal mehr unter Beweis, dass er alles, was Räder hat, extrem schnell bewegen kann.


2. Rennen „Rookies“

Nach einem Problem im Qualifying musste Constantin Schöll von der eher ungewohnten Startposition fünf ins Rennen gehen. Dafür bekamen die Fans am Pannoniaring dann eine extra sehenswerte Aufholjagd geboten, die ihn bis fast ganz an die Spitze zurückbrachte. „Fast“ allerdings deshalb, weil ein anderer junger Pilot alle Blicke auf sich zog und den Sieg an sich riss: Nico Gruber, normalerweise in der britischen Formel Ford unterwegs und eines der größten österreichischen Nachwuchs-Talente, ließ sich bei seinem erst zweiten Start in der „Rookies Challenge“ den Sieg dann gerade eben so nicht mehr nehmen. Hauchdünn überquerte er vor dem hart attackierenden Schöll die Ziellinie und durfte zu Recht jubeln. Vorjahresmeister Jörg Haghofer sicherte sich mit Platz drei wertvolle Punkte für die Meisterschaft. Vor den letzten beiden Läufen Ende September in Misano liegen er und Constantin Schöll nun mit je 191 Zählern exakt gleichauf – einem „Grande Finale“ steht also nichts im Weg. Rang vier ging an Michael Cisar, der sich den nach seinem Technik-Pech im ersten Rennen auch verdient hatte. Eddy Lanny und Matthias Pelzmann belegten die Plätze fünf und sechs, Jeff Ward stellte seine Klasse mit Platz sieben erneut unter Beweis.


Rennen „Endurance“

Mit einem Sieg in der „GT4“ Wertung des Endurance-Rennens machten Naomi Schiff/Klaus Angerhofer ihr Wochenende perfekt, während die Tabellenführenden Sergej Pavlovec/Erik Janis „patzten“ und hinter der Paarung Werner Gröbl/Achim Mörtl „nur“ Dritte wurden. In der „Elite“ gab’s den Sieg für Ernst Kirchmayr/„BOB BAU“ vor Jan Krabec/Tomas Kwolek und Alleinstarter Georg Silbermayr.