Mittwoch, 14. November 2018
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Automobilsport
08.11.2018

Handicap-Racer Gustav Engljähringer zum 2. Mal Europameister

Er hat es schon wieder getan: Bereits zum zweiten Mal nach 2015 hat sich der oberösterreichische Rennfahrer Gustav Engljähringer in diesem Jahr den Gesamtsieg in der Klasse Cup 1 der internationalen 24-Stunden-Serie geholt. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen vom Schweizer Team Hofor Racing, powered by Bonk Motorsport, gewann der zweifache Familienvater auf BMW M235i Racing alle sechs Rennen der Saison. Damit zählt der 47-jährige Unternehmer nicht nur zu den erfolgreichsten rot-weiß-roten Motorsportlern des Jahres sondern auch zu einem der schnellsten Motorsportler mit Querschnittlähmung überhaupt.  
 
1994 brach er sich bei einem Verkehrsunfall einen Halswirbel. Seither sitzt Gustav Engljähringer im Rollstuhl. Damals veränderte die Diagnose Querschnittlähmung sein Leben radikal. Heute, knapp 25 Jahre später, ist der 47-jährige Oberösterreicher nicht nur begeisterter Motorsportler – sondern auch ein echter Weltrekordler: Nachdem er sich bereits 2015 als erster querschnittgelähmter Rennfahrer überhaupt zum Titelträger in einer internationalen Rennserie gekürt hatte, gelingt Engljähringer dieses Kunststück drei Jahre später abermals.

Mit sechs Klassensiegen in der Kategorie Cup 1 bei sechs Rennen der internationalen 24-Stunden-Serie (24h Series.com), darunter den Langstrecken-Klassikern von Dubai, Silverstone oder Spa-Francorchamps, setzt er sogar noch einen drauf – und holt er sich neben dem Fahrer-Europameister-Titel in der Klasse Cup 1 auch den Gesamtsieg aller Klassen. Als einzige Fahrer mit Handicap lässt er dabei nicht weniger als 76 Konkurrenten aus 25 Teams hinter sich!  

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Während seine vier Teamkollegen Martin Kroll, Michael Schrey, Michael Fischer und Bernd Küpper den BMW M235i Racing „ganz normal“ mit den Pedalen fahren, bedient Engljähringer Gas, Kupplung und Bremse mit speziell dafür montierten Hand-Bedienelementen – und ist dabei keineswegs der Langsamste im Team, wie er nicht ohne stolz erwähnt. Quasi „nebenher“ schaffte Gustav Engljähriger 2018 ein weiteres Kunststück – und beendet das 24-Stunden-Stunden-Rennen auf der legendären Nürburgring-Nordschleife als Zweiter seiner Klasse. Sein Bolide: Ein Porsche Cayman des Teams PIXUM Adrenallin Motorsport.  

Begonnen hat die Motorsport-Karriere Gustav Engljähringers bereits 2007 in der hartumkämpften BMW 325 Challenge. Nach ersten Erfolgen folgte 2011 dann der Wechsel zu den Young Timern – und ein Jahr darauf war es dann soweit: Mit zehn Siegen in 14 Rennen kürte sich Gustav Engljähringer zum souveränen Gesamtsieger der Meisterschaft. Nach diesem beeindruckenden Triumph – herausgefahren im berühmten Jaguar V8 STAR von Robert Lechner – setzte er sich neue Ziele und wechselte in die internationale Langstrecken-Szene.  

Neben jeder Menge Spaß im Renncockpit ist das erklärte Ziel des hauptberuflichen Transportunternehmers aus dem oberösterreichischen Frankenburg, ein Zeichen für mehr Toleranz und gegen Vorurteile gegen Behinderte zu setzen. „Ich will demonstrieren, dass Motorsportler mit körperlicher Behinderung mit Hilfe der richtigen Technik ebenbürtige Leistungen erbringen können“, erklärt Engljähriger, der im Alltag selbst häufig am Steuer eines eigens dafür umgebauten 40-Tonnen-Lkw sitzt, seine Motivation. Als eines von nur 13 Mitgliedern der 2018 ins Leben gerufenen DAA Commission des Weltmotorsportverbands FIA setzt er sich auf höchster Ebene für seine Ziele ein.  

Stichwort Ziele: Beim bevorstehenden 24-Stunden-Rennen auf der GP-Strecke „Circuit of the Americas“ in Texas, USA, haben Engljähringer und seine Teamkollegen am 16./17. November als aktuell Zweite der Wertung sogar noch die Chance auf den Gesamtsieg im sogenannten „Championship oft he Continents“.