Freitag, 25. Mai 2018
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ADAC GT Masters
30.04.2018

Pole, Sieg, Podium: Mücke Motorsport trumpft in Most auf

Pole-Position, schnellste Runde, Sieg und Podium. Besser hätte der Auftakt für BWT Mücke Motorsport auf dem Autodrom Most nicht laufen können. Zur zweiten Saisonstation des ADAC GT Masters reiste die Mannschaft aus Berlin nach Tschechien. Rund 90 Kilometer nordwestlich von Prag sollten die drei Audi R8 LMS mit den Fahrer-Duos Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke in der #26, Ricardo Feller und Christopher Haase in der #25 sowie Markus Winkelhock und Mike David Ortmann in der #24 für Highlights sorgen. Und das gelang in eindrucksvoller Manier... 


Debüts über Debüts! Die Highlights des Wochenendes 

Debüt-Sieg hoch drei: Geschafft! Auf dem Autodrom Most hat BWT Mücke Motorsport im dritten Saisonrennen den ersten Sieg eingefahren. Von der Pole-Position schnappte sich Jeffrey Schmidt im Audi R8 LMS #26 sofort die Spitze und gab sie bis zum Boxenstopp nicht mehr ab. Stefan Mücke übernahm und verwaltete bis zur Ziellinie einen Vorsprung von rund fünf Sekunden fehlerlos. Es war der dritte Sieg für BWT Mücke Motorsport im ADAC GT Masters. Bereits 2017 stand die Traditionsmannschaft zweifach ganz oben auf dem Siegertreppchen. In Most gelang nun das Audi-Debüt. Zum ersten Mal feierte die Mannschaft einen Erfolg mit den vier Ringen aus Ingolstadt. BWT Mücke Motorsport trägt sich auch in die Geschichtsbücher des ADAC GT Masters ein. Dem Team gelang die erste Pole und der erste Sieg beim Debüt der Serie auf dem Autodrom Most. 

Debüt-Sieg für Schmidt und Mücke: Auch für die beiden Fahrer war es der erste Erfolg im ADAC GT Masters. Schmidt hatte bisher einen zweiten Rang als bestes Ergebnis zu Buche stehen, Mücke einen vierten Platz in der ‚Liga der Supersportwagen‘. Faszinierend: Es war das erste Rennen überhaupt, das der Schweizer und der Sohn von Teamchef Peter Mücke gemeinsam bestritten. In Oschersleben war Schmidt an der Seite von DTM-Star Jamie Green gefahren. Im zweiten Lauf überzeugte das Duo erneut. Mücke war im Qualifying im Verkehr behindert worden, weshalb nur Startplatz 18 zu Buche stand. Mit der starken fahrerischen Leistung, der Pace des Audi R8 LMS #26 und tollen Überholmanövern kämpfte sich das Duo dennoch bis auf Rang neun in die Punkte. 

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Debüt-Pole: Im 17. Rennen seit dem Einstieg von BWT Mücke Motorsport ins ADAC GT Masters hat es erstmals auch mit freier Sicht am Start geklappt. Schmidt gelang im Qualifying die perfekte Runde mit einer Zeit von 1:31.582 Minuten. Damit trug sich der Schweizer als erster Pole-Sitter für die Traditionsmannschaft aus Berlin im ADAC GT Masters in die Geschichtsbücher ein und legte den Grundstein für den späteren Erfolg. 

Junior und „alter“ Ha(a)se trumpfen auf: Im Sonntagslauf war es auch für Christopher Haase und Ricardo Feller soweit: Sie arbeiteten sich von Startplatz zehn aus bis auf Rang sieben nach vorne. Das beste Ergebnis für Feller im ADAC GT Masters und zudem sein zweites Junior-Podium für Rang zwei. Im ersten Lauf des Wochenendes sah das Duo hingegen nicht die Zielflagge. Im Chaos der ersten Kurve wurde Feller zwischen mehreren Autos eingeklemmt und sein Audi R8 LMS dabei zu stark beschädigt, um das Rennen fortsetzen zu können. Dank der starken Leistung der BWT Mücke Motorsport-Mechaniker, die noch während des Rennens mit der Reparatur begannen, war die #25 am Sonntag wieder einsatzfähig. 

Aufholjagd deluxe: Ortmann und Winkelhock in der #24 ist im Samstagsrennen die Aufholjagd schlechthin gelungen. Nach einem schwierigen Qualifying ging das Duo von Startplatz 25 aus ins Rennen. Im Chaos am Start behielt Ortmann perfekt die Übersicht, hielt sich aus allen Zwischenfällen heraus und überholte bis zum Fahrerwechsel mehrere Konkurrenten. Winkelhock kam auf Rang 16 wieder aus der Box und brannte ein wahres Feuerwerk ab. Mit konstanten 1:34er-Zeiten war er zum Ende hin das schnellste Auto auf der Strecke und arbeitete sich durch eindrucksvolle Manöver bis auf Rang elf nach vorne. Punkte blieben dem Duo damit hauchdünn verwehrt. Das gleiche Schicksal ereilte die beiden Piloten der #24 auch im Sonntagslauf. Von Platz 14 gestartet, hatte Winkelhock direkt am Start einen Sprung nach vorne gemacht, verlor alle Positionen wieder, als er einem Getümmel in der Spitzkehre ausweichen musste. Erneut blieb am Ende nur Rang elf und die starke Leistung wurde nicht mit Punkten belohnt. 

Meisterschaft mal drei: Nach dem starken Wochenende in Most mischt BWT Mücke Motorsport in allen Meisterschaften vorne mit. Mit 36 Zählern liegt das Team auf Rang drei der Teamwertung. Dazu hat sich Schmidt in der Fahrermeisterschaft auf Rang vier geschoben und liegt in der Junior-Wertung sogar auf Platz drei – nur 4,5 Punkte hinter der Spitze. Teamkollege Feller komplettiert die gute Mannschaftsleistung auf Rang sieben dieser Nachwuchswertung. 


Die Stimmen zum Wochenende 

Stefan Mücke (BWT Audi R8 LMS #26): „Besser kann es nicht laufen. Das Resultat am Samstag war einfach überwältigend: Erster Mücke-Sieg im Audi, mein erster Sieg im ADAC GT Masters und mein erster Sieg seit 17 Jahren für BWT Mücke Motorsport. Damals gewann ich in der Formel 3, lustigerweise noch mit demselben Renningenieur. Ganz großes Lob an das gesamte Team. Die Ingenieure haben uns ein fantastisches Auto hingestellt, es lag das ganze Wochenende über perfekt. Auch am Sonntag war die Balance des Autos super – und das trotz des Zusatzgewichts von 30 Kilogramm. Im Qualifying fehlte uns leider das Glück, denn wir wurden in unserer schnellsten Runde von einem anderen Auto aufgehalten. Dennoch haben wir es im Rennen geschafft, Punkte zu holen. Das war das Maximum.“ 

Jeffrey Schmidt (BWT Audi R8 LMS #26): „Der Samstag war der perfekte Tag, an dem vom ersten bis zum letzten Moment alles funktioniert hat. Wir hatten das perfekte Setup und mir ist im Qualifying eine super Runde gelungen. Die Pole-Position war der Grundstein für den späteren Erfolg. Der Audi R8 LMS war im Qualifying und im Rennen einfach pfeilschnell. Ich bin sehr glücklich, dass ich BWT Mücke Motorsport zur ersten Pole-Position und zum ersten Audi-Sieg im ADAC GT Masters verhelfen konnte. Im zweiten Lauf war von Startposition 18 natürlich nicht mehr viel möglich. Sehr schade, denn wäre Stefan im Qualifying nicht behindert worden, hätten wir deutlich weiter vorne starten können. Trotz des Erfolgsballastes war unser Auto superschnell. Mit Platz neun haben wir zumindest noch Punkte für die Meisterschaft mitgenommen.“ 

Christopher Haase (BWT Audi R8 LMS #25): „Ich bin mit dem zweiten Rennen ganz zufrieden. Im Qualifying lief es nicht ganz nach Plan, doch das haben wir beim Rennstart schnell wieder korrigiert. Ich habe am Start mehrere Plätze gutgemacht und lag plötzlich auf dem siebten Rang. Im Verlauf meines Stints habe ich mich von meinen Verfolgern abgesetzt, hatte aber wegen der verwirbelten Luft Schwierigkeiten, auf den Vordermann aufzuschließen und eine Attacke zu setzen. Ricardo ist einmal mehr einen top Stint gefahren. Ein super Erfolg für das gesamte Team, dass wir einmal mehr in die Punkte gefahren sind und für Ricardo ein weiteres Rookiepodium eingefahren haben.“ 

Ricardo Feller (BWT Audi R8 LMS #25): „Wir haben sehr gut angefangen, aber leider hat die Form etwas nachgelassen. Ich bin nicht ganz zufrieden mit meiner Performance im Qualifying am Samstag, aber auch das Auto lag noch nicht so gut. Im Rennen hatten wir dann leider etwas Pech im Startgetümmel. Ich wurde von mehreren Autos in die Mangel genommen und konnte nirgendwo ausweichen. Dadurch wurde ein Reifen beschädigt und wir mussten das Rennen in der Konsequenz beenden. Wir haben uns für den Sonntag aber wieder gesammelt. Christopher ist ein gutes Qualifying gefahren. Er hat sich im Rennen bis auf P7 nach vorne gekämpft und ich habe den Platz bis zum Schluss gehalten. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir auch den Samstag in den Griff bekommen, denn das Potenzial ist da.“ 

Mike David Ortmann (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): „Wir hatten im zweiten Rennen einen harten Zweikampf mit einem Lamborghini. Durch einen schleichenden Plattfuß war es richtig schwierig für mich. Aber ich habe ihn hinter mir gehalten, nach vorne ging durch die Probleme aber nicht viel für uns. Am Samstag lief es richtig gut im Rennen. Markus und ich hatten gute Stints, das Auto lief top und der Boxenstopp hat auch gut funktioniert. Ich freue mich jetzt schon auf das Wochenende auf dem Red Bull Ring. Darauf richten wir jetzt unseren Fokus und wollen dort wieder zuschlagen.“ 

Markus Winkelhock (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): „Das Auto war am Samstag richtig gut. Es hat mir eine Menge Spaß gemacht, mich durch das Feld zu kämpfen. Für das Qualifying am Sonntag hatten wir ein gutes Setup, die Grundbalance hat gepasst. Allerdings hatte ich in meinen zwei schnellen Runden etwas zu viel Untersteuern, das Auto hat auf der Vorderachse etwas zu stark geschoben. Sonst wäre bei dem engen Feld sicherlich mehr drin gewesen. Im zweiten Rennen bin ich durch das Startgedrängel gut durchgekommen und habe ein paar Positionen gutgemacht. Wenig später hat sich ein Auto vor mir gedreht und ich musste außen vorbei und habe dadurch wieder Plätze verloren. Ich hing dann leider hinter einem langsameren Auto fest und es hat nicht mehr ganz für einen Top-Ten-Platz gereicht.“ 

Teamchef Peter Mücke: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben wichtige Punkte mitgenommen und waren gleich zweimal auf dem Rookie-Podium. Wir wissen natürlich, dass man hier nicht jeden Tag gewinnen kann. Wir hätten am Sonntag aber auch zumindest unter die besten Drei fahren können. Zum einen wurde es dadurch verhindert, dass wir im Qualifying geblockt wurden. Da muss man sich in Zukunft vielleicht etwas Gedanken machen, ob man nicht Chancengleichheit für alle schaffen könnte. Ich denke da an Varianten wie Einzelzeitfahren oder Qualifying-Gruppen. Grundsätzlich sehe ich unsere Rookies auf einem sehr guten Weg. Dass wir mit den jungen Piloten in die Top-Ten fahren, bestätigt uns in unserer Philosophie, Nachwuchsfahrer an Bord zu nehmen. Aber auch über unsere erfahrenen Jungs bin ich happy, wie sie die jungen Piloten an die Hand nehmen. Das Wochenend-Highlight bleibt natürlich unser Sieg. Großen Dank an das gesamte Team. Jetzt gilt es, dies zu wiederholen.“ 

Matthias Kieper (PR & Team-Management): „Wir sind durchweg zufrieden mit diesem Wochenende in Most. Alles wird natürlich vom Sieg am Samstag überstrahlt. Wir mussten lange auf unseren ersten Sieg mit dem Audi R8 LMS warten und haben ihn nun endlich – mehr als verdient – eingefahren. Wir haben dem Autodrom Most unseren Stempel aufgedrückt und stehen nun für immer als die ersten Polesetter und Sieger des ADAC GT Masters auf dieser Strecke in den Geschichtsbüchern. Natürlich gibt es immer Dinge, die noch besser hätten laufen können. Nach einem so tollen und erfolgreichen Wochenende mit einem Sieg in der Gesamtwertung und einem Sieg sowie Platz zwei in der Junior-Wertung sind wir aber mehr als zufrieden. Perfekter Job von allen Fahrern & vom ganzen Team, vielen Dank!“ 

Michael Weiss (Technischer Leiter): „Es war alles andere als ein schlechtes Wochenende. Die Performance unserer Audi R8 LMS hat uns positiv überrascht. Am Samstag im Qualifying und im Rennen hat einfach alles zusammengepasst. Jeffrey ist eine sagenhafte Runde gefahren, das Auto war sagenhaft schnell und zu guter Letzt eine sagenhafte Teamstrategie und Umsetzung derselben von Stefan und Jeffrey. Wir konnten den Sieg dank des Vorsprungs sehr kontrolliert nach Hause fahren. Natürlich schade, dass Ricardo am Samstag ausgefallen ist, aber dafür lief es für ihn und Christopher am Sonntag umso besser. Mike David und Markus haben ebenfalls tolle Manöver in beiden Rennen gezeigt. Sich in einem so dichten Feld von Rang 26 auf elf nach vorne zu arbeiten, muss ihnen erstmal einer nachmachen. Wir haben nicht ganz damit gerechnet, dass wir in Most so gut abschneiden würden, aber das war hochverdient.“