Sonntag, 26. März 2017
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Formel 1
14.03.2017

YouTube, Facebook und Instagram machen Nico Rosberg gaga

In der neuen Ausgabe von „ZEITmagazin MANN” spricht der überraschend zurückgetretene Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg über sein Leben nach dem Profi-Sport: „Ich fühle mich echt frei. Wann immer ich in den vergangenen 20 Jahren auf den Kalender geschaut habe, war alles durchgetaktet, von Januar bis Dezember. Und wenn ich jetzt meinen Kalender aufschlage, ist da nicht viel. Teilweise Inseln von kompletter Leere. Herrlich!”

Ganz frei in den Tag hineinleben möchte Rosberg aber nicht: „Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich einen Plan habe, und das ist auch jetzt so. Ich gehe jeden freien Tag mit Disziplin an. Wenn ich das nicht mache, versinke ich in YouTube, Facebook und Instagram, und dann bin ich abends vollkommen gaga. Ich brauche Struktur. Ein freier Tag fängt bei mir um acht Uhr an mit Meditation, dann mache ich eine Stunde Sport. Danach teile ich mir den Tag ein in Familienzeit, Bürozeit und so weiter. Nur so fühle ich mich wohl.”

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Über seine lebenslange Rivalität mit Lewis Hamilton sagt Rosberg: „Das ist einfach extrem bei uns beiden. Wir wollten immer besser sein als der andere, auch wenn es ums Pizzaessen ging: Man will einfach das eine Stück mehr essen. Total übertrieben.” Seinem Konkurrenten aus dem Weg gehen kann Rosberg nicht so leicht: „Wir wohnen immer noch im selben Haus, hier direkt nebenan. Das hat Lewis mir nachgemacht: Ich wohnte schon da, als er einzog. Er dachte wohl: Wo der Nico wohnt, das muss ja das Beste sein, also ziehe ich da auch mal hin. (...) In dem Haus sind viele Wohnungen, da läuft man sich kaum über den Weg.”

Darüber, wie es ist, Sohn des Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg zu sein, sagt Nico Rosberg: „Es war nur oft schwierig, weil ich dauernd darauf angesprochen wurde, weil jeder gefragt hat, wie es ist, der 'Sohn von' zu sein. Wenn du das hundertmal gehört hast, fängt es an zu nerven. Und die Erwartungen sind sehr hoch.” Aus diesem Grund fühlt er auch mit Michael Schumachers Sohn mit: „Schauen Sie sich doch Mick Schumacher an, den Sohn von Michael Schumacher: Gerade habe ich irgendwo gelesen, er sei Favorit auf den Formel-3-Titel. Und er ist erst in seinem ersten Jahr! Lewis ist in seinem ersten Jahr in der Formel 3 Fünfter geworden. Meiner Ansicht nach braucht man zwei Jahre, um dort erfolgreich zu sein. Und wenn jetzt schon geschrieben wird, dass Mick Favorit ist, kann er nur enttäuschen. Das ist heftig. Ich habe sehr viel Mitgefühl für ihn, weil ich weiß, wie das ist. Ich kann nur hoffen, dass er stark nach seinem Vater kommt und dem keine Bedeutung beimisst.”