Sonntag, 17. November 2019
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TCR Germany
07.10.2016

Versöhnliches Saisonfinale für Mike Beckhusen

Es war ein aufregendes Debütjahr für den 16-jährigen Rennfahrer Mike Beckhusen aus Berlin, der als jüngster Fahrer im 330-PS starken TCR-Rennwagen zum Saisonbeginn in Oschersleben in der TCR Germany eingeschrieben war. Er hatte sich viel vorgenommen, um in der Juniorwertung ein Wörtchen mitzureden, obwohl er der einzige Fahrer war, der noch keinen Führerschein besitzt und nur ein paar Testkilometer absolviert hatte.

Dennoch ließ der 16 Jahre alte Pilot sein Talent schon am ersten Rennwochenende in Oschersleben aufblitzen, mit einem Juniorpodium am Rennsonntag, nachdem er am Samstagsrennen in eine unverschuldete Startkollusion verwickelt wurde.
 
Auch am zweiten Rennwochenende am Sachsenring stand der junge Rennfahrer mit seinem Team Target Competition zum zweten Mal als bester Junior auf dem Podium. Hier punktete Mike als erster Junior auf der schwierigen Rennstrecke am Sachsenring und ließ große Erwartungen an den weiteren Saisonverlauf zu. Gestartet war der junge Berliner mit einem Seat Leon TCR des Vorjahres bei den ersten beiden Rennwochenenden und hoffte im Verlauf der Saison auf den eingeschriebenen Opel Astra TCR, der im Vorfeld für viel Furore sorgte, einsteigen zu können.
 
Doch leider kam es in der Debütsaison der TCR Germany anders als geplant. Der Opel wurde nicht rechtzeitig konkurrenzfähig und so musste der Youngster auf einen Honda TCR ausweichen, was das komplette Konzept, auch bei den Sponsoren von Mike, durcheinander brachte.
 
Nach dem dritten Rennwochenende in Oschersleben, entschied sich das Management um den 16-jährigen Rennfahrer, die weitere Saison abzubrechen und erst wieder in das Geschehen einzugreifen, wenn der eingeschriebene Opel TCR an den Start rollt. Zum Saisonfinale am Hockenheimring war es dann soweit. Vier Opel Astra rollten an den Start, darunter der junge Berliner Mike Beckhusen mit seiner Schweizer Teamkollegin Jasmin Preisig für das Opel-Erfolgsteam Lubner Motorsport aus Thüringen. Viel Abstimmungsarbeit bei den freien Trainings auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Hockenheim ließen beim zweiten freien Training aufhorchen: Platz fünf im 26-köpfigen Feld der erfahrenen Piloten.
 
Im mitentscheidenden Qualifying erwischte Mike keine freie Runde und musste sich mit Platz 18 begnügen. Eine schwierige Ausgangsposition für den unerfahrenen jungen Piloten, der wegen Ausfalls eines Konkurrenten von Startplatz 17 in das erste Rennen gehen musste. Mike konnte einige Positionen gewinnen, hatte dann im Verlauf des Rennens eine leichte Berührung mit einem Konkurrenten bei einem Überholvorgang, bei dem er sich die Felge beschädigte und das Rennen in der Box beenden musste.
 
Im zweiten Rennen fuhr Mike bereits mit Platz neun in die Punkteränge und rangierte einige Zeit als bester Junior auf dieser Position, als er zur Mitte des Rennens mit Temperaturproblemen an der Bremse zu kämpfen hatte und einige Konkurrenten vorbeilassen musste. Mit seiner theoretischen Bestzeit, die auf ein Tausendstel identisch mit seiner gefahrenen Bestzeit war, unterstrich der Juniorfahrer, dass er alles gegeben hat, was er und sein Rennwagen leisten konnten.
 
„Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich in diesem so schwierigen ersten Jahr in dieser hochkarätigen Serie des ADAC im Debütjahr unterstützt und begleitet haben! Natürlich bin ich nicht glücklich über den Verlauf der Saison, der Tatsache geschuldet, dass ich drei Rennwochenenden auslassen musste. Ich möchte mich besonders bei meinen Werbepartnern, Sponsoren, bei allen, die mir die Daumen gedrückt haben, bei meinem Team Target Competition, mit denen ich die nötigen Punkte für den dritten Platz in der Juniorwertung holen konnte, bei Lubner Motorsport, bei Kissling Motorsport für den Support und den vielen Fans an der Strecke bedanken! Ein besonderes Dankeschön möchte ich an Ralph und meinen Papa richten, die mich hauptsächlich unterstützt haben! Es war ein Debütjahr für mich, bei dem ich viel lernen konnte, aber auch viel Enttäuschung erleben musste. Ich wäre gerne mit einem Autohersteller und einem Team in der Saison gewachsen, um zu zeigen was ich kann. Leider kam es unverschuldet anders, in einer Motorsportwelt, dessen Härte ich schon im ersten Jahr spüren musste. Ich werde mich nun mit meinen Partnern beraten wie wir gemeinsam 2017 durchstarten.“