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OAKC
27.04.2016

Gelungenes Testrennen für Raspudic

In Wackersdorf fand am Wochenende der dritte Saisonlauf zum Ostdeutschen ADAC Kart Cup (OAKC) statt. Da an selber Stelle am kommenden Wochenende der Auftakt zur Deutschen Kart Meisterschaft stattfindet, nutzten zahlreiche Fahrer und Teams die Gelegenheit, um unter Rennbedingungen ihr Material testen zu können.

So auch Luke Raspudic und sein Team Valier Motorsport. Da viele Fahrer aus der DKM am Start waren, wollte man die Gelegenheit nutzen, um in einem starken Fahrerfeld erstmalig in einem Rennen die Konkurrenzfähigkeit des neuen Rexon-Motors auszuprobieren. Im Winter bzw. Frühjahr konnten bei Tests in Italien und Deutschland schon viele Informationen und daraus resultierende Verbesserungen gesammelt werden, sodass der aktuelle Status zuversichtlich stimmte und man mit dem Motor einen aussagekräftigen Vergleich unter Rennbedingungen anvisierte.

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Rexon-Geschäftsführer Karl Heinz Hahn sowie sein Entwicklungsleiter Karl Janda waren  ebenfalls vor Ort, um von der technischen Seite her für optimale Bedingungen zu sorgen. „Nach den vielen Entwicklungsphasen ist es für uns natürlich wichtig, zu sehen, wie sich der Motor nun an einem realen Rennwochenende zeigt. Auf dem Prüfstand macht der Motor wirklich einen guten Eindruck, aber Prüfstand und Performance auf der Strecke sind ja
bekanntlich manchmal zwei verschiedene Paar Schuhe”, so Hahn am Samstagvormittag.

Doch bereits vom ersten Training an zeigte sich, dass man sich mit dem Motor keinesfalls verstecken muss. Unter Berücksichtigung, dass die meisten der Teilnehmer Motoren von namhaften Tunern montiert hatten, konnte sich Raspudic stets im vorderen Mittelfeld behaupten, was dann natürlich auch die Zuversicht und Zufriedenheit von Lauf zu Lauf steigen liesß.

„Klar war ich zu Beginn auch gespannt, wie sich unser Motor an diesem Test zeigen würde. Relativ schnell konnte ich aber merken, dass wir mit dem Motor wiederum einen deutlichen Schritt gemacht haben. Man muss ja auch bedenken, dass dieser Motor – so wie wir ihn an diesem Wochenende fahren – im absoluten Serienzustand ist. Dass der eine oder andere getunte Motor dann noch Vorteile in bestimmten Drehzahlbereichen hat, ist selbstverständlich. Mich würde mal interessieren, wo wir stehen würden, wenn alle Teilnehmer an diesem Wochenende mit Kistenmotoren fahren würden”, gab Luke dann zufrieden nach den freien Trainings zu Protokoll.

Als sich zum Zeittraining auch noch Regen ankündigte, entspannte sich die Stimmung beim Team Valier noch zusätzlich. „Im Regen haben die getunten Motoren nicht mehr so einen großen Vorteil. Zusätzlich ist es für uns natürlich auch wichtig zu sehen, wie sich der Motor im Nassen verhält”, so Karl Janda von Rexon.

Und dementsprechend Zufriedenstellend lief es dann auch für alle Beteiligten. Mit Platz neun konnte sich Raspudic wiederum im vorderen Mittelfeld platzieren, war dann aber sogar unzufrieden weil noch mehr möglich gewesen wäre. „Da das Zeittraining das erste Training im richtig Nassen war und Wackersdorf ja eine neue Asphaltdecke bekommen hat, war es eine wenig tricky, sich an das Grip-Limit heranzutasten. Die letzte Runde ist dann dementsprechend auch meine schnellste gewesen. Und hier hatte ich dann sogar noch ein Überholmanöver dabei, was mich auch noch ein wenig Zeit gekostet hat. Wenn man dann sieht, dass ich mit einem Zehntel weniger sogar Fünfter gewesen wäre, ist es schon ein wenig blöd”, sagte Raspudic nach der Session.

Die Geschichte in den drei Wertungsläufen ist dann schnell erzählt. Der erste fand noch am späten Samstagnachmittag unter ebenfalls nassen Bedingungen statt. Beim Kampf um Position sechs kam es leider dazu, dass sich Luke von der Strecke drehte und daraufhin das Rennen leider beendet war. Im folgenden Lauf musste Luke dann dementsprechend von ganz hinten starten und konnte noch bis auf Rang 13 nach vorne fahren. Im letzten Wertungslauf kam es direkt nach dem Start zu zwei Kollisionen, von denen auch Luke in Mitleidenschaft gezogen wurde. Von Rang 21 in Runde eins konnte er sich dann immerhin wieder bis auf Rang zwölf nach vorne arbeiten.

Entsprechend zufrieden zeigten sich Teamchef Klaus Valier und die Rexon-Geschäftsleitung: „Wir sind völlig ergebnissoffen in das Wochenende gestartet, um zu sehen, wo wir mit unserem Motor derzeit stehen. Wenn man sich dann insbesondere den letzten Wertungslauf ansieht, der nahezu unter optimalen Witterungsbedingungen stattgefunden hat, sind wir alle super happy. Luke ist in der Lage, mit dem Serienmotor das Tempo aller anderen, bis auf den Erstplatzierten, mitzugehen. Die schnellste Rennrunde von ihm ist schneller als die des Zweit- bzw. Drittplatzierten. Mit ein wenig Rennglück fährt er hier sogar auf das Podium. Darüber hinaus machte der Motor keinerlei Probleme, egal ob es warm, kalt oder nass gewesen ist. Es ist natürlich dann auch schön für Techniker und Ingenieure wenn man das Ergebnis seiner Arbeit derart auf der Strecke bestätigt sieht.”

Der einzige, der nicht ganz zufrieden war, war der Pilot selbst: „Natürlich bin ich einerseits froh darüber, das Klaus (Valier) und Karl-Heinz (Hahn) zufrieden sind. Aber am Ende des Tages bin ich Rennfahrer und möchte ein Rennwochenende so weit wie möglich vorne beenden. Der blöde Dreher im ersten Lauf ging zu 100 % auf meine eigene Kappe. Kart und Motor haben sich so gut angefühlt, dass ich leider bei diesem Manöver einen kleinen Tick zu optimistisch vorgegangen bin. Platz vier im ersten Rennen wäre sonst absolut drin gewesen. Dann wäre ich natürlich auch im nächsten Rennen weiter vorne gestartet und hätte mit dem üblichen Mittelfeldgemetzel weniger zu tun gehabt. Ich weiss: hätte, hätte, Fahrradkette ...”

Also, man darf gespannt sein auf nächste Woche, wenn an selber Stelle die DKM beginnt.