Montag, 17. Januar 2022
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VLN
05.11.2015

Mathol Racing beim VLN-Finale

Kurios, spannend und erfolgreich – so lässt sich für Mathol Racing das Finale in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring zusammenfassen. Zweimal auf Platz eins im Ziel, einen neuen Rekord im Civic, alle acht gestarteten Autos in Wertung – viel besser hätte es beim letzten Lauf des Jahres nicht klappen können. Für viel Spaß sorgten die „Bentley-Boys“ in den beiden Honda Civics.
 
Teamchef Matthias Holle war nach dem Rennen wegen eines Protestes durchaus ungehalten. „Ich hab ja kein Problem, dass gegen eines unserer Autos ein Protest gemacht wird. Wir haben nichts zu verbergen. Aber dass hier ein wettbewerber der Klasse V6 gegen uns schießt, statt sich mit Platz vier über seine beste Platzierung des Jahres zu freuen, mutet befremdlich an, zudem wir nicht mal die schnellste Rennrunde gefahren sind.“ Letztlich stand aber das Sportliche für Holle im Vordergrund. Und da durfte er in den ersten Runden des Rennes gleich zwei spektakuläre Zweikämpfe erleben.
 
Zum einen in der Klasse V6, in der Ivan Jacoma und Claudius Karch am Ende die Nase vorne hatten. Zehn Runden lang passte zwischen den Zimmermann-Cayman von Mathol und den Porsche 991 von aesthetic racing kein Blatt. Yannick Fübrich am Steuer des gegnerischen Porsche lieferte sich mit Claudius Karch einen harten und engen Fight. Mal kam der Zimmermann-Cayman als Erster von der Nordschleife zurück, mal der 991. „Ein großes Komliment an aesthetic racing, die wirklich einen tollen Kampf geliefert haben.“ Unglücklicherweise endete das Rennen der Konkurrenten vorzeitig in der Leitplanke. „Wir hoffen, dass Yannick unverletzt geblieben ist. Schade, dass der Kampf so schon vorzeitig entschieden war“, sagte Holle, der sich schon jetzt auf die Saison 2016 in der Klasse V6 freut. Der zweite Cayman von Mathol Racing konnte das Tempo vorne nicht ganz mitgehen, lieferte aber dennoch eine gute Leistung mit Klassenrang sechs ab.
 
Beim Blick in die Klasse SP10 konnte der Teamchef aber wieder strahlen. Denn Wolfgang Weber, Hendrik Still und Norbert Bermes gewannen erneut die Klasse mit dem Aston Martin Vantage V8 GT4 in den Avia-Farben. Allerdings war der GT4-BMW von Sorg Rennsport unerwartet stark unterwegs. „Die Sorg-Jungs scheinen etwas gefunden zu haben, was über Jahre in den Tiefen des BMW geschlummert hat.“ Aber das Mathol-Trio ließ sich auch davon nicht beeindrucken und setzte sich letztlich mit fast drei Minuten Vorsprung gegen die Konkurrenz durch. Auf Rang drei folgte mit den Stadavita-Aston das zweite Auto von Mathol Racing.
 
Für Furore sorgten zum zweiten Mal in Folge die „Bentley-Boys“, die für ihre Nordschleifen-Permit-A in zwei Honda Civics von Mathol Racing kletterten. Mit Unterstützung von Dominik Fugel konnten sich letztlich Maxime Soulet, Andy Soucek und Jules Szymkowiak ihre nötigen Runden sichern, um im kommenden Jahr mit einem GT3-Auto antreten zu können. Den Funkspruch des Tages hörte Matthias Holle im ersten Renndrittel: „I think I have a rear-bumper at my front-bumper“, quäkte es im Kopfhörer des Teamchefs. Bei engen Zweikämpfen hatte sich an der Abschleppöse eines der beiden Civics eine Heckschürze eines BMW verhakt. Drei Runden lag fuhr der Civic die Schürze spazieren. Beim Boxenstopp kam dann Mannheller Racing vorbei und dankte Mathol Racing für die schnelle, wenn auch ungewöhnliche Teilelieferung.
 
Zufrieden war Matthias Holle auch mit dem Auftritt in der BMW Cup-Klasse. Der racenavigator-BMW mit Christian Volz, Andre Duve und Domenico Solombrino landete am Ende auf Rang 13 in der hart umkämpften Klasse. Dagegen musste der Avia-BMW wegen Getriebeproblemen in den letzten Runden ein wenig langsamer zu Werke gehen, was Platz 17 in der Wertung erklärt.
 
„Rückblickend hatten wir wirklich eine gute Saison. In der Klasse SP10 haben wir unsere Vorherrschaft behauptet, auch wenn wir leider zu wenige Starter in der Klasse haben, um hier in der Meisterschaft ein Wörtchen mitreden zu können. Ich bin sehr stolz auf die gesamte Mannschaft und freue mich schon auf das nächste Jahr. Die Winterpause haben sich alle redlich verdient, wobei ich nur kurz durchatme und dann die Saison 2016 plane“, resümierte Matthias Holle, „Wir freuen uns auf die Anfragen von interessierten Fahren und Fahrzeugbesatzungen. Es ist unerheblich, ob es sich um potentielle Klassensieger, Gentlemandriver oder Einsteiger handelt.“