Mittwoch, 24. April 2019
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Kartsport Allgemein
30.09.2015

Hunsrückring in Hahn vor dem Aus

Wie heute bekannt wurde, steht der Hunsrückring in Hahn vor dem Verkauf. Geschäftsführer Norbert Stumpf bestätigte dies heute auf Nachfrage von Motorsport XL. Die 1998 erbaute Kartstrecke zählt zu den jüngsten und beliebtesten Kart-Anlagen Deutschlands, die 2000 sogar Schauplatz der CIK-FIA Europameisterschaft war.

Mit ihrem großzügigen Fahrerlager, einer Streckenlänge von bis zu 1.377 Meter und dem angeschlossenen Eventbereich des Paddock-Clubs ist der Hunsrückring bei Fahrern und Veranstaltern gleichermaßen beliebt. Clubsport-Serien, die DKM, das ADAC Kart Masters und die ROTAX MAX Challenge machen alljährlich Station auf der Anlage inmitten des Flughafengeländes von Hahn.

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Im Hinblick auf die Terminplanung für 2016 blockt der Hunsrückring aktuell die zweite Jahreshälfte, sodass alle Rennveranstaltungen in Hahn bis zum 30. Juni 2016 stattfinden müssen. „Nach diesem Termin wird es eine neue Lösung für die Kartbahn geben”, sagt Eigentümer Norbert Stumpf, und weiter: „Der Verkauf der Kartbahn beschäftigt mich schon länger und es gibt zahlreiche Gespräche und Verhandlungen. Ich bin nun 63 Jahre alt und der Hunsrückring war immer schon als Altersvorsorge eingeplant. Trotzdem ist die Kartbahn mein Lebenswerk, das ich natürlich für die Nachwelt und den Kartsport erhalten möchte.”

Potenzielle Verhandlungen gäbe es schon seit geraumer Zeit mit dem ADAC Mittelrhein.  Der Regionalclub sei daran interessiert, die 80.000 Quadratmeter große Anlage motorsportgerecht weiterzuführen, allerdings stockten die Verhandlungen aufgrund des Verkaufspreises von 2,7 Million Euro (netto) derzeit. „Mittlerweile habe ich mich auch mit dem Gedanken abgefunden, dass es die Kartbahn, die immer gewinnbringend betrieben wurde, in ihrer jetzigen Form vielleicht nicht mehr geben wird. Die angrenzenden Firmen sowie die Industrie haben großes Interesse am Gelände und bereits angemessene Angebote gemacht, wonach das Grundstück aber leider komplett oder zerstückelt in ein Industriegebiet umgewandelt würde.”

Wie genau es mit dem Hunsrückring weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Fakt ist, dass die Kartbahn endgültig verkauft wird und der Rennbetrieb vorerst nur noch bis zum 30. Juni 2016 gewährleistet ist – sofern sich kein Käufer findet, der den Erhalt der Kartstrecke garantiert. Letzteres wäre tatsächlich das Worst-Case-Szenario, das folgenschwere Auswirkungen für den Kartsport in Deutschland haben könnte.

Würde der Hunsrückring dem Erdboden gleichgemacht, reduziert sich das Angebot moderner Kartrennstrecken, die für Großveranstaltungen geeignet sind, auf ein Minimum. Sollte in wenigen Jahren auch noch der Erftlandring in Kerpen endgültig dem Braunkohle-Tagebau weichen, bleiben fast nur noch Ampfing, Oschersleben und Wackersorf zur Wahl. Aufgrund strenger Umwelt- und Genehmigungsverfahren sowie zunehmender Bürgerinitiativen sieht die Zukunft für neue Kartbahnen ohnehin alles andere als rosig aus.