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VLN
29.10.2014

TAM-Racing: Starker Langstrecken-Einstand

Nachdem der Porsche Carrera Cup Deutschland und die Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN) abgeschlossen waren, entschied sich die Mannschaft von TAM-Racing, das Porsche-Team aus Niederkrüchten, in der VLN auf dem Nürburgring einen Gaststart zu absolvieren. Ziel von TAM-Racing ist es, im nächsten Jahr auch hier ein bis zwei Rennfahrzeuge einzusetzen.

Fahrer, die für 2015 noch einen Fahrerplatz suchen, sollten so eine Möglichkeit bekommen, sich von der Performance von TAM-Racing zu überzeugen. Beim Saisonfinale, dem 39. DMV Münsterlandpokal, startete TAM-Racing mit dem Porsche 997 GT3 Cup (Baujahr 2011).

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Als Partner von Stammpilot Christopher Gerhard (Viersen) wurde Rallyefahrer Marc Wallenwein (Stuttgart) gewonnen. Der Deutsche Rallyemeister aus dem Jahr 2012 verfügt über etwas Rundstrecken-Erfahrung und war auch schon einmal in der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring am Start. „Wir möchten unsere Kapazitäten für 2015 besser nutzen und zwei oder drei Rennserien bestreiten. Eine interessante Alternative ist die VLN und daher waren wir am Start“, sagt Marc Poos, Teamchef und technischer Leiter von TAM-Racing.

Im Training lief es für TAM-Racing schon fast sensationell gut. Bei nebligen Bedingungen und feucht-nasser Strecke ging Gerhard auf die Strecke und fuhr mit dem Porsche in seiner zweiten Runde die zweitschnellste Zeit (10:09,302 Minuten) im Gesamtklassement. Erst in den letzten zehn Minuten des Trainings, als viele Teams noch einmal auf eine schnelle Runde gingen, TAM-Racing aber in der Box blieb, fiel der TAM-Porsche auf Rang fünf zurück. „Schade, die erste Startreihe wäre der Hammer gewesen, aber Platz fünf ist schon gut und auch nur durch den Regen möglich gewesen“, so Gerhard.

Beim Start war die Strecke noch nass, sodass alle Fahrzeuge mit Regenreifen auf die Reise gingen. Wallenwein fuhr mit dem Porsche in der Spitzengruppe mit, als in der dritten Runde das Rennen mit der roten Flagge abgebrochen wurde. Die Sichtverhältnisse waren zu schlecht geworden. Anschließend wurde von der Rennleitung entschieden, die erste Startphase komplett zu vergessen und mit dem zweiten Durchgang über 185 Minuten vollständig neu zu beginnen. Diesmal übernahm Gerhard den Anfangspart. Dabei leistete sich das Team den Fehler, den Porsche auf Regenreifen in die Startaufstellung zu schicken.

Bei TAM-Racing war man davon ausgegangen, die Reifen noch in der Voraufstellung wechseln zu dürfen. Das war aber nicht gestattet und auf fast komplett trockenerer Piste waren die Regenreifen die falsche Wahl. Gerhard blieb nichts anderes übrig, als sofort nach der Einführungsrunde zum Reifenwechsel an die Box zu kommen. Dadurch verlor das Team über drei Minuten und anschließend weitere Zeit, da sich der Porsche von Rang 122 erst wieder nach vorne kämpfen musste. Sowohl Gerhard als auch später Wallenwein fuhren danach auf Angriff und verbesserten sich stetig. Es ging noch bis auf Platz 19 nach vorne. In der Klasse war es der fünfte Platz von neun Startern. Kurz zuvor ist Gerhard noch mit einer Zeit von 8:34,807 Minuten die zweitschnellste Rundenzeit in der Klasse gefahren.

Christopher Gerhard: „Es ist natürlich schade, dass wir beim zweiten Start aufgrund eines Fehlers, statt von unserer schönen fünften Position, als 122er der 171 Starter dem Feld hinterherjagen mussten. So war am Ende mehr als Platz 19 nicht drin. Aber es hat mich gefreut, dass wir im dritten Stint das schnellste Cup-Auto waren, auch schneller waren als die Getspeed-Truppe rund um Adam Osieka, die in der VLN das Geschehen in der Porsche-Cup-Klasse fast die ganze Saison dominiert haben. Wir waren also auf Anhieb konkurrenzfähig und ich würde 2015 gerne parallel zum Carrera Cup in der VLN fahren.“

Mark Wallenwein: „Bei diesen schwierigen Verhältnissen habe ich natürlich gemerkt, dass es mir an Erfahrung auf der Nordschleife mangelt. Ich habe an diesen beiden Tagen aber sehr viel gelernt und das Team war happy mit meiner Performance.“

Marc Poos: „Für uns ein interessantes Rennen. Die Bedingungen waren vom Wetter her schwierig und das liegt uns und unserem Stammfahrer Christopher Gerhard. Wir haben eine tolle Aufholjagd von Mark (Wallenwein) und Christopher (Gerhard) gesehen. Und der letzte Stint hat gezeigt, was möglich ist. Christopher war im Durchschnitt der Runden im letzten Stint fünf Sekunden pro Runde schneller als der zweitschnellste Cup-Porsche. Das war krass. Aber auch Mark hat bei seiner Porsche-Premiere in der VLN einen guten Eindruck bei uns hinterlassen.“