Mittwoch, 11. Dezember 2019
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
USCC
22.09.2014

Entscheidung im Titelkampf fällt im Finale

Der Titelkampf in der Klasse GTLM der USCC wird erst im letzten Rennen der Saison entschieden. Auf dem Circuit of the Americas in Austin / Texas verteidigte Porsche durch einen dritten Platz des von Porsche North America eingesetzten 911 RSR seine Führung und geht mit besten Titelchancen in das Petit Le Mans, das Finale am 4. Oktober in Road Atlanta.

Porsche hat das 1.000-Meilen-Rennen im Vorjahr gewonnen und holte in dieser Saison bereits bei den zwei prestigeträchtigsten Langstreckenrennen in den USA den Sieg – bei den 24 Stunden von Daytona und den 12 Stunden von Sebring. Der 911 RSR mit der Startnummer 912 war der bestplatzierte der drei von Porsche North America aufgebotenen GT-Rennwagen aus Weissach.

Anzeige
Michael Christensen (Dänemark) ging vom dritten Startplatz ins Rennen, lag zwischenzeitlich in Führung und übergab sein Auto nach 1:45 Stunden an seinen Teamkollegen Patrick Long. Der Amerikaner hielt im heißen und schwülen Wetter des texanischen Sommers seine Position und kam hinter zwei Dodge Viper SRT als Dritter ins Ziel. Dadurch teilt sich Porsche vor dem Petit Le Mans die Führung in der Markenwertung mit Dodge.

Den fünften Platz belegte der 911 RSR mit der Startnummer 910, den sich die Franzosen Frédéric Makowiecki und Patrick Pilet teilten. Für die letzten zwei Saisonrennen gemeldet, lieferte dieser 911 RSR das wohl dramatischste Rennen: Nachdem Patrick Pilet die Pole-Position, die er am Vortag geholt hatte, wegen einer fehlerhaften Dachkamerahalterung aberkannt wurde, musste Frédéric Makowiecki im Rennen vom Ende des Feldes starten.

Bei seinem Debüt in der Tudor United SportsCar Championship zeigte er jedoch eine starke Leistung und überholte schon in der ersten Rennstunde mehr als die Hälfte des aus vier Klassen bestehenden Starterfeldes. Gebremst wurde die sehenswerte Aufholjagd der Franzosen durch eine Stop-and-Go-Strafe, die sich Patrick Pilet in der Rennmitte durch den Kontakt mit einem Konkurrenten einhandelte. Mit einer fehlerfreien Fahrt in der zweiten Rennhälfte sicherte er sich schließlich den fünften Platz.

Der 911 RSR mit der Startnummer 911 sah mit Jörg Bergmeister (Langenfeld) und Nick Tandy (Großbritannien) im Cockpit lange wie der sichere Klassensieger aus. Doch nachdem Nick Tandy insgesamt 39 Runden an der Spitze gefahren war, musste der Daytona-Sieger nur 20 Minuten vor dem Ziel wegen eines Antriebswellendefekts aufgeben. Der vierte 911 RSR, eingesetzt vom Kundenteam Falken Tire, belegte mit Wolf Henzler (Nürtingen) und Bryan Sellers (USA) den achten Platz in der Klasse GTLM.

Patrick Long: „Wir hatten einen sehr guten Boxenstopp und ich habe danach alles versucht, den Rückstand auf die Viper zu verringern. Doch nachdem der führende 911 RSR ausgefallen war, gingen wir kein allzu großes Risiko mehr ein und fuhren das Rennen sicher nach Hause. Wir haben heute wichtige Meisterschaftspunkte geholt.“

Michael Christensen: „Wir hatten ein gutes Auto. Während meines Stints haben sich die Streckenbedingungen immer wieder verändert. Das machte es schwierig. Wir haben unser Bestes gegeben, um es aufs Podium zu schaffen.“

Patrick Pilet: „Fred war am Anfang super unterwegs. Er ist als Letzter gestartet und kämpfte sich bis auf den fünften Platz nach vorne. Wir waren das schnellste GT-Auto auf der Strecke. Als ich in Turn 15 einen BMW überholte, tauchte vor mir plötzlich ein langsameres GTD-Auto auf, das ich hinten berührte. Nach der Stop-and-Go kämpfte ich mich wieder auf den fünften Platz vor. Es tut mir leid für unser Team, das einen sehr guten Job gemacht hat.“

Frédéric Makowiecki: „Von hinten zu starten ist nicht einfach. Ich habe versucht, schon in den ersten Runden so weit wie möglich nach vorne zu kommen. Unser Auto war richtig schnell. Wenn ich nicht von hinten gestartet wäre, hätten wir das Rennen gewinnen können.“

Nick Tandy: „Wir haben die erste Gelegenheit zum Boxenstopp genutzt und es hätte nicht besser für uns laufen können. Die Anderen konnten wegen der Safety-Car-Phase erst später an die Box. Diesen Vorteil nutzten wir und gingen in Führung. In der Schlussphase des Rennens kam ich aus Turn 14 und hatte plötzlich keinen Vortrieb mehr. Ich schaffte es noch bis an die Box, doch da war nichts mehr zu machen.“

Durch ihren zweiten Platz mit dem Porsche 911 GT America von Magnus Racing in der Klasse GTD haben die Amerikaner John Potter und Andy Lally im Saisonfinale noch alle Chancen auf den Titelgewinn. Pech hatten dagegen Mario Farnbacher (Ansbach) und Ian James (USA): Mit dem 911 GT America von Alex Job Racing lagen sie lange Zeit in Führung, bevor sie wegen eines mechanischen Problems in den Reifenstapeln landeten und aufgeben mussten.