Dienstag, 7. Juli 2020
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DTM
14.09.2014

Marco Wittmann krönt sich zum DTM-Champion 2014

Es ist vollbracht: Marco Wittmann genügte am Lausitzring ein sechster Platz, um sich vorzeitig zum DTM-Champion 2014 zu krönen. Pascal Wehrlein sicherte sich unterdessen seinen ersten DTM-Sieg vor Markenkollegen Christian Vietoris und Timo Scheider im Audi. Der achte DTM-Lauf 2014 versprach bereits vor Rennbeginn einiges an Spannung: Dank Regenschauern am späten Vormittag gingen die Piloten das Rennen auf einer nassen Strecke an.

Somit starteten die Piloten auf Regenreifen in das Rennen und es war für zusätzliche Spannung gesorgt. Neben der Frage nach dem Renngewinner, lag das Hauptaugenmerk auf BMW-Piloten Marco Wittmann. Der 24-Jährige kam als heißer Anwärter auf den DTM-Titelgewinn zum Lausitzring. Sein schärfster Konkurrent in der Meisterschaft war der Schwede Mattias Ekström. „Eki“ ging von Startplatz zwei ins Rennen, während Wittmann als bester BMW-Pilot das Rennen von Rang sieben aufnahm.

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Die Pole-Position sicherte sich am Samstag der Mercedes-Youngster Pascal Wehrlein und der 19-Jährige konnte seine erste Pole in der DTM mit einem perfekten Start verteidigen. Beinahe mühelos kontrollierte Wehrlein das Rennen an der Spitze, während es hinter dem Führenden reichlich Tumult gab. Der Zweitplatzierte Ekström kam beim Start nur schlecht weg und verlor diverse Positionen, reihte sich hinter Wittmann auf Rang acht ein. Wehrleins Markenkollege Daniel Juncadella konnte sich währenddessen auf Rang zwei etablieren, vor Audi-Pilot Jamie Green. Der große Gewinner des Starts hieß jedoch Cristian Vietoris: Der Mercedes-Fahrer machte beim Start etliche Positionen gut und hatte sich somit von Rang elf auf vier nach vorne gearbeitet.

Besonders viel Aufregung boten Positionskämpfe im hinteren Mittelfeld. So bekamen sich beispielsweise die beiden BMW-Piloten Martin Tomczyk und Bruno Spengler in die Haare. Der Kanadier touchierte seinen Markenkollegen, der sich daraufhin drehte. Die Rennleitung sprach Spengler daraufhin eine Durchfahrtsstrafe aus. Einen Drehwurm wird nach dem Lauf am Lausitzring wohl auch Audi-Fahrer Jamie Green haben: Der Brite drehte sich zu Rennbeginn und verlor damit seine aussichtsreiche dritte Position. In Runde zwölf manövrierte sich Green dann selbst ins Kies, nachdem er beim Überfahren der Kerbs die Kontrolle über seinen Boliden verlor. In Runde 24 dann der nächste Zwischenfall: Nach einem missglücktem Überholversuch fand sich Green im Heck von Tomczyk wieder, was in einem Dreher der beiden Piloten resultierte. Die Rennleitung verhängte daraufhin eine Durchfahrtsstrafe gegen Green, der somit aus den Punkterängen fiel. Drei Runden vor Rennende stellte er dann seinen Boliden in der Box ab.

Wenig Glück hatte mit Mattias Ekström auch ein weiterer Audi: Zunächst fand er sich während der Anfangsphase des Rennens aufgrund der extrem rutschigen Strecke im Kiesbett wieder und dann lief beim Pflichtboxenstopp alles schief, was nur schieflaufen konnte. Der Schwede wurde zu früh aus der Box entlassen, denn sein linkes Vorderrad war noch nicht gänzlich aufgezogen. Nur wenige Meter später war Ekström dann gezwungen, seinen Dienstwagen abzustellen.

Generell erlebte Audi am Lausitzring ein aufregendes, wenn auch wenig ertragreiches Rennen: Miguel Molina holte als Neunter zwei Meisterschafts-Zähler, Mike Rockenfeller als Zehnter einen. Der Höhepunkt der Ingolstädter in der Lausitz war sicherlich der starke dritte Platz von Timo Scheider, der sich in den letzten Runden noch einen erbitterten Kampf um Position zwei mit Christian Vietoris lieferte. Insbesondere Rockenfeller war im Rennen in viele aufregende Zweikämpfe und kleinere Zwischenfälle verwickelt: Erst lieferte sich einen harten Positionskampf mit Timo Glock (BMW), bei dem auch einige Karbonteile flogen, und dann kämpfte er sich im Feld nach vorne, zog im weiteren Rennverlauf allerdings immer wieder den Kürzeren und verlor einige Plätze.

Generell wurde den Zuschauern am Lausitzring einiges geboten. Positionskämpfe wie zwischen Augusto Farfus (BMW), Timo Glock und Paul di Resta (Mercedes) sorgten ebenso für Spannung wie die Strafen-Parade. Eine Gelb-Phase, die aufgrund eines Ausfalls von BMW-Rookie Antonio Felix da Costa eingeleitet wurde, sorgte dafür, dass mit Daniel Juncadella, Maxime Martin (BMW), Adrien Tambay (Audi), Vitaly Petrov (Mercedes) und Robert Wickens (Mercedes) ganze fünf Piloten für eine Durchfahrtsstrafe an die Box kommen, da sie unter Gelb zu schnell unterwegs waren.

Während all dieser motorsportlichen Appetithappen fuhr Marco Wittmann ein ruhiges Rennen im vorderen Mittelfeld, ging keine unnötigen Risiken ein und beendete das Rennen auf Rang sechs. Damit holte er genügend Punkte, um sich vorzeitig zum DTM-Champion 2014 zu krönen. Der Siegeszug der jungen Wilden in der DTM-Saison 2014 wurde mit Pascal Wehrleins erstem Sieg in der DTM komplettiert. „Ich bin sehr stolz, sehr froh. Es war ein sehr hartes Rennen, weil die Bedingungen immer schwierig waren. Es hat einfach alles gepasst heute“, so der strahlende Sieger. Auch der frischgebackene Champion war in der Pressekonferenz überglücklich: „Das sind Momente, wo man die Vergangenheit Revue passieren lässt“, so Wittmann. „Ein unheimlich toller Tag für mich, für das ganze Team, für BMW. Ich glaube, ich schwebe noch ein bisschen auf einer Wolke.“

Text: Antonia Grzelak - motorsport-xl.de