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ADAC Opel Rallye Cup
28.10.2014

Audex Motorsport: Filmreifes Finale mit Happy End

Spannender hätte die Saison 2014 kaum zu Ende gehen können. Wieder einmal fand sich der schwedische Audex-Pilot Emil Bergkvist in einer der Hauptrollen wieder und verwandelte seinen Rallye Match-Ball am vergangenen Wochenende zum Gesamtsieg im ADAC Opel Rallye Cup. Seine Teamkollegen glänzten ebenfalls mit ihren Auftritten.

Benjamin Krusch wurde Zweiter beim Saisonfinale und Yannick Neuville war einer der schnellsten Piloten bis ihn eine gebrochene Antriebswelle einbremste. Die Winterpause nach einem packenden Saisonfinale haben sich sowohl die Audex-Piloten als auch Teamchef Guido Deppe wohl verdient.

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„Was die Piloten rund um das bayerische Kirchham abgeliefert haben, war wirklich nicht gerade nervenschonend“, fasst Deppe das Wochenende zusammen, denn für ihn nahm das Rallye-Wochenende innerhalb von zwei Minuten und zwei Telefonaten gleich zwei Mal eine jähe Wendung: Nachdem drei der insgesamt fünf Titelaspiranten mit technischen Problemen entweder ausgefallen oder zurückgefallen waren, spitzte sich das Duell zwischen den beiden Skandinaviern Emil Bergkvist und Jacob Lund Madsen zu. „Nach WP 6 erreichte mich ein Anruf von Emil von mit der Info, dass die Antriebswelle gebrochen sein. Damit waren für uns alle Hoffnungen auf den Meistertitel dahin“, so Guido Deppe, der aber keine zwei Minuten später eine weitere Info bekam: Madsen musste die Rallye vorzeitig beenden. „Jeder Teamchef kann wahrscheinlich nachempfinden, was diese zwei Minuten für mich bedeuteten. Ein Nervenkrimi ist nichts dagegen“, ergänzte Deppe.

Bergkvist wird Champion in seiner ersten Saison

Bergvist schaffte die Etappe bis zum Servicepark, wo sein Opel Adam an allen erdenklichen Ecken so gut wie möglich abgesichert wurde, damit auch ja nichts mehr schief gehen konnte. Nachdem auch die defekte Antriebswelle getauscht wurde, entließ das Team den Schweden auf die letzte Wertungsprüfung, nicht ohne noch einmal darauf hinzuweisen, dass er nur noch ankommen müsse, um den Cup zu gewinnen. Gesagt, getan: Emil Bergkvist, der für den ADAC Ostwestfalen Lippe an den Start ging, kommt auf Platz acht ins Ziel und gewinnt den ADAC Opel Rallye Cup 2014. „Ich bin unheimlich erleichtert und freue mich auf die neuen Herausforderungen, die nun vor mir liegen. Die Leistungsdichte im Cup ist enorm und ich brauche wohl erst noch ein paar Tage bis ich tatsächlich realisiert habe, was wir hier vollbracht haben“, erklärte der frisch gebackene Champion.

Krusch beendet Saison mit Glanzleistung

Sein bestes Saisonergebnis und starke Nerven bewies bei der ADAC 3 Städte Rallye Benjamin Krusch. Im Schatten des Meisterschaftskampfes zeigte der Hesse sein volles Potenzial und rückte sich selbst mit Platz zwei am Ende der Saison ins perfekte Licht. „Was für ein toller Saisonabschluss“, freute sich der 26-Jährige, der in dieser Saison nicht immer zufrieden war mit seinen Platzierungen und auf eine Top-Fünf-Platzierung beim Finale gehofft hatte. „Das Ergebnis hat unsere Erwartungen nun sogar übertroffen, aber wenn es bei uns einmal passt, dann eben richtig“, meinte Krusch und sein Co-pilot Robert Patzig ergänzt: „Endlich hatten auch wir mal etwas Glück und haben auf der allerletzten WP noch einmal alles gegeben. Mit der zweitschnellsten Zeit war uns dann auch der zweite Platz an diesem Wochenende sicher. Das war einfach nur perfekt“, ergänzt Co-Pilot Robert Patzig.

Antriebswelle zerstört Siegchance für Neuville

Auf dem Weg zu seinem ersten Sieg im ADAC Opel Rallye Cup wurde das dritte Talent aus den Reihen von Audex Motorsport jäh gestoppt. Der Belgier hatte nach dem Unfall von Jacob Lund Madsen die Führung im Cup übernehmen wollen, doch genauso wie bei Bergkvist machte auf WP 5 die Antriebswelle schlapp und er fiel zurück. Doch trotz des herben Rückschlages ließ er sich nicht beirren und legte in der letzten Prüfung noch einmal eine Fabelzeit vor. „Leider zu spät, aber ich denke, wir haben zeigen können, was in uns steckt und mit einer Bestzeit die Saison zu beschließen, ist auch nicht das schlechteste. Wir schauen jetzt mit einem guten Gefühl auf das kommende Jahr. Ich habe viel gelernt und will das im kommenden Jahr in die entsprechenden Ergebnisse umsetzen“, so Neuville, der auch in Bayern wieder mit der deutschen Co-Pilotin Christina Kohl an den Start ging.