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Seat Leon SC
05.06.2011

Shane Williams verteidigt die Gesamtführung

Austragungsort und Sieger des 6. Wertungslaufs im SEAT Leon Supercopa, Ausgabe 2011, passten diesmal perfekt zusammen. Nach 15 Runden am Sonntag erklang erstmals in der achtjährigen Geschichte des Markenpokals auf dem Red Bull Ring in der Steiermark die Hymne Österreichs. Der strahlende und passende Sieger dazu hieß Mario Dablander. Der 23-Jährige aus Silz bei Innsbruck gewann in einem spannenden Rennen vor Elia Erhart und dem Ungarn Gabor Weber.

Mit dem Sieg am Samstag vor Elia Erhart und Michael Slomian, seinem dritten Erfolg in dieser Saison, und Rang sechs einen Tag später verteidigte der Südafrikaner Shane Williams seine Gesamtführung.

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Kein Dramaturg hätte es besser inszenieren können. Als Sechster des Vortags ging Mario Dablander am Sonntag von der Pole Position aus ins Rennen. Nach gelungenem Start ergriff der Tiroler die Flucht nach vorne. Ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg schien vorprogrammiert. Der zweite Gewinner des Starts hieß Elia Erhart. Der Zweitplatzierte vom Samstag überholte gleich in Runde eins den Tschechen Petr Fulin und kassierte anschließend auch noch den jungen Polen Michael Slomian. Gleich vier Plätze machte Gabor Weber gut. Während Dablander zunächst noch unbehelligt seine Runden an der Spitze genießen durfte, nahm Weber die Verfolgung von Erhart auf.

Fulin und Slomian hatten sich zuvor dem wie entfesselt fahrenden Ungarn beugen müssen. Nun schien sogar der zweite Platz von Erhart in Gefahr, aber der Franke konnte die Angriffe des 39- Jährigen bis zum Ziel abwehren. Auch Dablander schwächelte zwischenzeitlich. Das Duo Erhart und Weber fuhr zwischen Runde sieben und 13 bis auf 0,7 Sekunden an den Führenden heran. Dann aber bekam Dablander die zweite Luft und brachte schließlich den ersten österreichischen Erfolg in der SEAT Leon Supercopa-Historie unter Dach und Fach. Einen herben Rückschlag musste dagegen der dreifache Champion Thomas Marschall hinnehmen. Drei Wochen nach seinem ersten Saisonsieg in Zandvoort fiel der 47-Jährige im zweiten Rennen am Sonntag nach einer Kollision mit dem Norweger Stian Paulsen mit einem Kühlerschaden bereits in der zweiten Runde aus.

Im Regenrennen am Samstag wechselte die Führung gleich dreimal. Nachdem Polesetter Elia Erhart nach sehr gutem Start, der zunächst von der Rennleitung wegen des Verdachts auf einen Frühstart kritisch beäugt wurde, in der siebten Runde Gabor Weber vorbei ziehen lassen musste, machte eine Durchfahrtsstrafe dem Ungarn einen dicken Strich durch die Rechnung. Die Strafe seitens der Rennleitung war fällig geworden, nachdem der 39-Jährige unter Gelb seine schnellste Sektorenzeit erzielt hatte. Rang neun war am Ende nur ein schwacher Trost für den Neueinsteiger aus Budapest. Allerdings durfte sich Erhart nur eine Runde über die unverhofft zurückgewonnene Führung freuen.

In Runde neun holte sich Shane Williams, der nach einem verkorksten Start von P2 auf Platz vier zurück gefallen war, nach einem sauberen Überholmanöver Platz eins von Erhart zurück und gab sie bis zum Ziel nicht mehr ab. Eine ebenfalls starke Vorstellung lieferte der Pole Michael Slomian ab. Der Sieger des zweiten Saisonrennens vom Hockenheimring arbeitete sich von Platz zehn Runde für Runde nach vorne und verdrängte in der vorletzten Runde den Norweger Stian Paulsen doch noch vom letzten Podestplatz. Verhaltene Freude herrschte im Lager des Lokalmatadoren Mario Dablander. Nach eher durchwachsenem Zeittraining mit Startplatz acht, machte der Tiroler zwei Ränge gut und holte sich als Sechster für das Rennen am Sonntag die Pole Position.

Keine Hauptrolle spielte dagegen Thomas Marschall. Nach P7 im Qualifying überquerte der 47-Jährige als Achter die Ziellinie.

Nach sechs von 15 Wertungsläufen heißt der Führende in der Gesamtwertung nach wie vor Shane Williams. Der Südafrikaner sammelte bislang 85 Punkte. Erster Verfolger von Williams ist nun Elia Erhart mit nunmehr 81 Zählern. Gabor Weber verteidigte mit 65 Punkten den dritten Gesamtrang vor Michael Slomian (60) und Petr Fulin (58). Der siebte Wertungslauf findet am 25. Juni im Rahmen des 39. Internationalen ADAC Zurich 24 h Rennens auf dem Nürburgring statt.

Stimmen nach dem ersten Rennen

Shane Williams (Sieger): „Mein Start war unglaublich schlecht. Danach bin ich regelrecht abgesoffen. In der Gischt meiner Vorderleute konnte ich kaum etwas erkennen. Dann aber kam mir die Durchfahrtsstrafe gegen Gabor Weber zu Hilfe. Nachdem ich wusste, wo Elia Erhart vor mir seine Schwächen hatte, bin ich ohne große Mühe und dank seiner fairen Fahrweise an die Spitze gefahren. Im Hinblick auf die Meisterschaft waren das natürlich sehr wichtige Punkte.“

Elia Erhart (Zweiter): „Nach einem sehr guten Start lief zunächst alles nach Plan. Ich konnte das Geschehen an der Spitze relativ locker kontrollieren. Dann aber hab ich in der siebten Runde in Kurve Nummer zwei einen Fehler gemacht. Damit war Shane Williams vorbei. Dennoch bin ich mit Rang zwei in Hinblick auf die Gesamtwertung sehr zufrieden.“

Michael Slomian (Dritter): „Das war ein Rennen, das richtig Spaß gemacht hat. Zunächst hing ich im Mittelfeld fest und musste mich gegen eine Reihe von Konkurrenten, vor allem aber gegen Petr Fulin, zur Wehr setzen. Nachdem ich diese Zweikämpfe hinter mir hatte, war der Weg frei. Stian Paulsen hat sich schließlich lange gewehrt. In der vorletzten Runde war es schließlich soweit.“

Stimmen nach dem zweiten Rennen

Mario Dablander (Sieger): „Nach einem guten Start habe ich sofort Druck gemacht, um mir einen Vorsprung zu erkämpfen. Die Rechnung ging auch zunächst auf. Aber zwischenzeitlich musste ich ein wenig Fahrt raus nehmen, konnte aber in den letzten beiden Runden meine Verfolger Erhart und Weber auf Distanz halten. Es ist ein Wahnsinn, in Österreich bei meinem Heimrennen ganz oben auf dem Podest zu stehen.

Elia Erhart (Zweiter): „Wir haben das Set Up bewusst so gewählt, dass ich mit zunehmender Renndistanz attackieren konnte. Leider aber hing mir Gabor Weber im Nacken. So konnte ich mich nicht auf die Verfolgung von Mario Dablander konzentrieren. Schließlich hatte ich alle Hände voll zu tun, mir Weber vom Hals zu halten. Dennoch bin ich mit meiner Bilanz in Spielberg hochzufrieden.“

Gabor Weber (Dritter): „Über die Durchfahrtsstrafe am Samstag hat sich mein Team mehr geärgert als ich. So etwas gehört nun einmal zu Motorsport dazu. Umso schöner und erfolgreicher war das Rennen am Sonntag. Ich war schneller als die Spitze, aber ich wollte mir mein zweites Rennen nicht auch noch kaputt machen. Deshalb war ich mit Rang drei zufrieden.“
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