Samstag, 18. September 2021
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Porsche Super Cup
31.07.2011

Kuba Giermaziak 50. Supercup-Sieger

 In einem turbulenten Regenrennen feierte Kuba Giermaziak auf dem Hungaroring vor den Toren Budapests seinen ersten Sieg im Porsche Mobil 1 Supercup. Der Pole ging damit als 50. Sieger in die Erfolgsgeschichte des schnellsten internationalen Markenpokals der Welt ein, in dem bisher 201 Rennen ausgetragen wurden.

Mit seinem 450 PS starken Porsche 911 GT3 Cup, der auf dem Leichtbau-Straßensportwagen 911 GT3 RS basiert und einer unglaublich starken Leistung distanzierte der VERVA-Racing-Pilot den zweitplatzierten Niederländer Jeroen Bleekemolen (Team Abu Dhabi by tolimit) um 18,783 Sekunden. Auf dem dritten Platz kam dessen britischer Teamkollege Sean Edwards ins Ziel, der damit die Führung in der Gesamtwertung übernahm.

Anzeige
Ein so großer Vorsprung, wie ihn Kuba Giermaziak auf dem Weg zum ersten polnischen und überhaupt ersten osteuropäischen Sieg im Porsche Mobil 1 Supercup herausgefahren hat, hat absoluten Seltenheitswert in der hart umkämpften Rennserie. Eine Vielzahl junger Fahrer konnte den Markenpokal im Rahmen der Formel 1 bereits als Sprungbrett für eine äußerst erfolgreiche Karriere im internationalen GT Sport nutzen und mit Leistungen, ähnlich wie sie der mit 21 Jahren jüngste Fahrer im Starterfeld zeigte, auf sich aufmerksam machen. Vom fünften Startplatz losgefahren, mischte Giermaziak sofort im Kampf um die Spitze mit, war nach einer Runde schon Dritter und ging in der vierten Runde in Führung.

Auf dem regennassen Grand-Prix-Kurs wechselten die Positionen vor allem in den ersten Runden fast im Sekundentakt. Kévin Estre, der französische Supercup-Neuling von Hermes Attempto Racing, nutzte seine erste Pole-Position und ging in Führung. Als er noch im ersten Umlauf von der Piste rutschte, setzte sich René Rast (Frankfurt) an die Spitze. Doch auch der Tabellenführer von VELTINS Lechner Racing blieb unter den schwierigen Bedingungen nicht fehlerfrei und fiel wieder zurück. Im weiteren Rennverlauf musste der Titelverteidiger immer mehr Konkurrenten ziehen lassen und sein Auto schließlich vier Runden vor dem Ziel mit technischen Problemen abstellen. Dadurch verlor er auch seine Führung in der Gesamtwertung. Ein Verlierer dieses siebten Saisonrennens war auch Nick Tandy. Der Brite vom Team Konrad Motorsport drehte sich bereits in der zweiten Runde und schaffte danach nicht mehr den Anschluss an die Spitze. Als Neunter musste der Vizemeister des Vorjahres wohl auch seine letzten Titelhoffnungen begraben.

An der Spitze setzte sich Kuba Giermaziak immer weiter von seinen Verfolgern ab. Mit seinem VERVA Racing Team hatte er im Vorfeld auf dem Hungaroring bei Regenwetter getestet – die dabei gewonnenen Erkenntnisse hat die Mannschaft um Teamchef Timo Rumpfkeil für das Rennen fast 1:1 umsetzen können. Hinter dem Spitzenreiter konnten Sean Edwards und Kévin Estre ihre Positionen lange behaupten, bevor der Franzose nach mehreren kleinen Fehlern den Anschluss verlor und schließlich als Fünfter ins Ziel kam. Für den Briten bedeutete das aber noch keinen geruhsamen weiteren Rennverlauf, denn von hinten machte sein Teamkollege Jeroen Bleekemolen gewaltig Druck und sicherte sich in der letzten Runde kurz vor dem Ziel noch den zweiten Platz. Für den zweifachen Supercup-Gewinner war das seine erste Podiumsplatzierung in dieser Saison.

Hinter dem Duo vom Team Abu Dhabi by tolimit wurde die sehenswerte Aufholjagd von Norbert Siedler mit dem vierten Platz belohnt. Der Österreicher, den sein Team VELTINS Lechner Racing wie auch René Rast mit komplett neuen Regenreifen ins Rennen geschickt hatte, war nach einem schwachen Qualifying nur vom zehnten Startplatz losgefahren. Robert Lukas holte als Sechster hinter seinem Teamkollegen Kévin Estre sein bisher bestes Saisonergebnis.

Kuba Giermaziak (Sieger): „Ich freue mich riesig über meinen ersten Sieg im Porsche Mobil 1 Supercup, aber mein größter Dank gilt meinem Team. Es ist unglaublich, wie hart die Jungs arbeiten, um uns in jedem Rennen ein optimales Auto hinzustellen. Wir haben hier in Budapest getestet, zum Glück auch im Regen, und das hat sich ausgezahlt. Wir wussten, dass wir auf nasser Strecke sehr gut unterwegs sein würden, dass es allerdings ein so großer Vorsprung werden würde, damit haben wir nicht gerechnet. Obwohl die Bedingungen sehr schwierig waren, habe ich keinen Fehler gemacht. Ich freue mich vor allem auch für die vielen polnischen Fans, die den weiten Weg auf sich genommen haben, um uns zu unterstützen. Auch ihnen herzlichen Dank.“

Jeroen Bleekemolen (Zweiter): „Das war ein sehr gutes Rennen. Ich kam vom siebten Startplatz und hatte am Anfang überhaupt keinen richtigen Grip, fiel erst einmal zwei Positionen zurück. Doch dann konnte ich in jeder Runde aufholen, hatte einige gute Überholmanöver, die richtig Spaß gemacht haben. Ich habe die ganze Zeit versucht, meine Reifen zu schonen, sogar in der Aufwärmrunde, und davon habe ich zum Schluss auf der abtrocknenden Strecke profitiert, nicht zuletzt beim Überholen von Sean.“

Sean Edwards (Dritter): „Was für ein verrücktes Rennen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte die ganze Zeit keinen wirklich guten Grip und habe hart kämpfen müssen, um meine Position zu verteidigen. Gegen Jeroen konnte ich zum Schluss nichts mehr ausrichten, aber ich bin auch so total zufrieden. Beide Autos vom Team Abu Dhabi by tolimit auf dem Podium, zum ersten Mal in dieser Saison, das ist ein sehr gutes Ergebnis. Ich hoffe, dass wir beim nächsten Rennen in Spa da weitermachen können, wo wir heute aufgehört haben. Die Meisterschaft ist jetzt wieder richtig spannend.“