Samstag, 19. September 2020
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ADAC GT Masters
14.06.2011

Christopher Haase verliert Podiumsplatz in der Box

Der Circiut Zolder (Belgien) wird in der Saison 2011 nun zum zweiten Mal, seit Bestehen der ADAC GT Masters, von den GT3-Protagonisten aufgesucht. Der 23jährige Christopher Haase hatte allen Grund, positiv in die dritte Runde zu starten. Gemeinsam mit Andreas Simonsen (SWE) steuerte er den Audi R8 LMS von Phoenix Racing Pole Promotion an die Spitze von Lauf 2 am Sachsenring.

Die anfängliche Freude auf diesen Kurs wurde im ersten freien Training kurzzeitig ausgebremst. „Andreas ist drei Runden gefahren und ich danach zwei Runden, als die Servolenkung ausgestiegen ist. So ein Fahrzeug ist ohne Servolenkung nicht mehr fahrbar. Die Lenkkräfte wirken einfach zu groß.“ erklärte Christopher Haase.

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Der Audi blieb während der ersten Trainingseinheit in der Box. Zum zweiten freien Training stand der Phoenix-Audi wieder zum Einsatz bereit und wurde für Qualifying und Rennen optimiert. „Das haben wir trotz der geringen Zeit sehr gut hinbekommen.“ Haase.

Die Qualifizierungsläufe des GT- Masters fanden im Regen statt. Andreas Simonsen zeitete sich für den Start des ersten Laufs am Samstag auf den Startplatz 13. Christopher Haase fuhr in Q2 auf Startplatz 3 für das Sonntagsrennen.

35 Sportwagen der GT3-Klasse drängten sich in Rennen 1 durch die schmalen Kurven der circa 4km langen belgischen Rennstrecke. Simonsen hatte beim Start Bremsprobleme und fiel auf P16 zurück. Mit Rang 9 im Gepäck trat der Schwede zum Pflichtstopp an und Christopher Haase übernahm das Steuer des Audi R8. „Ich hatte eine sehr gute Pace und konnte somit noch einige Platzierungen gut machen.“ Auf Platz 5 angekommen und aufgerückt auf den Abt-Audi (P3) und den Heico-SLS (P4) „reichte leider die restliche Rennzeit für einen Angriff nicht aus.“ Haase.

Ein Unfall mit Saftycar-Phase bremste die Piloten nach der ersten Runde des zweiten Rennens ein. Das Schwesterauto mit Rast/Landmann im Cockpit wurde unverschuldet ins Aus versetzt. Christopher Haase nutze den Restart für eine Attacke auf den zweitplatzierten Engstler-BMW (Lunardi/Mageritis) und setzte sich mit Rang 2 hinter den Fach-Porsche. „Wir legten ein enormes Tempo vor. Ich provozierte den Porsche in Fehler hinein und nutze einen Vorteil in einer Passage in Sektor 2, wo vielleicht niemand ans Überholen denkt.“ Haase übernahm die Führung, bekam aber gleichzeitig Druck von Lunardi.

Das Boxenstopp-Fenster wurde geöffnet. Haase ging spät zum Fahrerwechsel und dann der Fauxpas: Das Team unterschritt den vorgeschriebenen Boxengassenaufenthalt um 2 Sekunden und mit der auferlegten Strafe war an Sieg nicht mehr zu denken. Simonsen landete im Mittelfeld und brachte den Phoenix-Audi nach ein paar Zweikämpfen mit Platz 9 und zwei Pünktchen über die Ziellinie. Mit den 10 Zählern vom ersten Lauf  am Wochenende stehen Haase/Simonsen derzeitig auf Position 9 und 10 in der Meisterschaftstabelle des ADAC GT Masters.     

Christopher Haase: „Unser Auto war sehr schnell. Wir hatten ein absolutes Top-Setup. Es lief alles super. Das Podium war zum Greifen nahe und dann passierte der Fehler in der Box. Wir haben den Pflichtstopp um 2 Sekunden unterboten und mussten eine Stop-and-Go-Strafe absitzen. Es ist die Höchststrafe einen Sieg in der Box zu verlieren.“

Bernhard Demmer (Projektleiter GT3 Phoenix Racing Pole Promotion): „Trotz dem Platzierungsgewicht vom Sachsenring, haben wir das Auto nach vorne gebracht. Christopher hat in seinem Stint sehr gut performed. Wir hatten zwar den BMW im Nacken, waren aber sehr optimistisch, dass wir die Führung nach Hause fahren können. Leider ist uns beim Boxenstopp ein Fehler unterlaufen. Beim GT Masters geht alles so knapp auf knapp zu. Da achten alle auf jede Sekunde, um nach vorne zu kommen. Die zwei Sekunden haben uns am Ende den Sieg gekostet, was sehr ärgerlich ist.“