Freitag, 19. Juli 2019
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VLN
31.10.2010

Frühes Einpacken zu Gunsten der Sicherheit

Noch einmal einen Klassensieg in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) 2010 – das war das von Thomas Kappeler ausgegebene Ziel für das Saisonfinale am vergangenen Wochenende. Während die Crew alles Tat, um dem Ziel nahe zu kommen, zeigt die Technik, dass sie sich keiner Absprache unterwirft.

Nach dem freien Freitagtraining zum zehnten und letzten Rennen der VLN 2010 gab es noch einige Reparaturen am BMW M3 zu erledigen. In erster Linie war es das Fahrwerk, welches nach dem Unfall im Rennen vor 14 Tagen Schaden genommen hatte, das neu justiert werden musste. Für die Mannschaft rund um Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler (Bad Saulgau) keine große Herausforderung, so dass diesmal schon früh die Lichter in der Kappeler Box ausgingen.

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Das offizielle Zeittraining am Samstagmorgen musste schon kurz nach dem Start wegen eines schweren Unfalls unterbrochen werden, so dass Thomas Kappeler und Werner Weiss (Mengen) – genau wie viele andere Protagonisten – mit rund 40 Minuten Verspätung ins Training starten konnten. Thomas Kappeler ging zuerst auf die Piste, kämpfte jedoch noch mit Fahrwerksproblemen und zahlreichen Unfallstellen, die seinen Fahrfluss immer wieder unterbrachen. Zwischen den einzelnen Trainingsrunden optimierten die Mechaniker nach Anweisung der Fahrer immer wieder das Fahrwerk, so dass Teamchef Kappeler mit einer Rundenzeit von 8:57 Minuten es schaffte, den Wagen auf Platz 1 der Klasse SP5 und an die Spitze der zweiten Startgruppe zu stellen. Werner Weiss drehte im Training nur eine Runde, die ebenfalls von reichlich Unfällen und schmieriger Piste geprägt war.

Thomas Kappeler übernahm den Start und führte die zweite Startgruppe ins Rennen. Von seinem nicht optimalen Start profitierte der Gegner auf Rang zwei: Er überholt Thomas Kappeler und fuhr als erster über die Kurzanbindung der Grand Prix-Strecke auf die Nordschleife. Kappeler konnte die Geschwindigkeit problemlos mithalten, als er nach einer halben Runde merkte, dass der Wagen sich schwerer lenken ließ und an Geschwindigkeit verlor. Als er vom nächsten Konkurrenten überholt wurde, war klar, dass ein technisches Problem vorlag: Ein schleichender Plattfuß hinten links zwang Kappeler, seinen Speed weiter zu drosseln. Kurz vor Erreichen der Grand Prix-Strecke löste sich der Reifen in Fetzen von der Felge, zerschlug den Kotflügel, zerstöre Türgriff und Spiegel auf der linken Seite. Auf der Felge rettete sich der Teamchef in die Box, wo die Crew mit frischen Pneus bereitstand. Kappeler ging erneut ins Rennen und machte sich auf die Verfolgung der Konkurrenz. Thomas Kappeler konnte während der folgenden Runde ordentlich Boden gut machen und blieb der Konkurrenz hart auf den Fersen. Völlig problemlos drehte er auf dem BMW M3 seine Runden, ehe er erneut – diesmal planmäßig – zur Box kam, um neue Reifen zu fassen und zu tanken. Mit reichlich Elan wollte er die Hatz fortführen, merkte aber schnell, dass erneut etwas nicht stimmte. Diesmal machte der Reifen vorne links Probleme und verlor langsam Luft. Thomas Kappeler steuerte in Runde elf die Box an und stellte den Wagen enttäuscht ab. Um kein weiteres Risiko einzugehen und um größere Schäden zu vermeiden, beendete er das Rennen vorzeitig.