Montag, 21. September 2020
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Rallye DM
13.10.2010

Favoriten vor der ADMV-Lausitz-Rallye im Gespräch

Vom 14. bis 16. Oktober findet die 11. ADMV-Lausitz-Rallye rund um das Rallyezentrum in Boxberg/O.L. als 6. Lauf zur Deutschen Rallye Serie (DRS) des Automobilclubs von Deutschland (AvD) statt. Die Saison war bisher geprägt durch die spannenden Fights der 3 Porsche-Piloten, die in der Lausitz auf allradgetriebene Fahrzeuge zurückgreifen.

So starten Olaf Dobberkau / Alexandra König (beide Schleusingen) in einem allradgetriebenen Mitsubishi Lancer und Maik Stölzel (Zwickau) / Thomas Windisch (Aue) in ihren Skoda Octavia WRC. Anton Werner (Altfraunhofen) / Ralph Edelmann verzichten auf einen Start und nehmen somit das Streichresultat der DRS in Anspruch. Dadurch hat Olaf Dobberkau die Chance, wieder die Führung in der DRS zu übernehmen. Maik Stölzel kann weiter zur Spitze aufschließen. Aber gerade an der Tabellenspitze wird auch der 7-fache Deutsche Rallyemeister, Matthias Kahle, ein Wörtchen mitreden. Über Ziele und Ambitionen der Piloten gibt folgendes Interview weitere Aufschlüsse.

Anzeige
Olaf, durch den Sieg bei der ADMV-Rallye „Zwickauer Land“ hat Anton Werner mit 3 Punkten die Tabellenspitze übernommen. Warst du mit deinem 2. Platz zufrieden?
Nein, wir wollten gewinnen! Und alles lief planmäßig bis 20.00 Uhr. Dann tauchte eine neue Ergebnisliste auf und wir waren plötzlich auf Platz 2 – 4,6 Sekunden hinter Anton Werner. Hätten wir das vor der letzten Prüfung gewusst, so hätten wir durchaus noch Reserven gehabt.

Die letzten Wochen über hat dich eine Grippe ziemlich geplagt. Bist du wieder fit für den Start in der Lausitz?
Ich bin wieder vollkommen genesen und wir wollen kämpfen. Besonders freue ich mich schon auf den Subaru Impreza WRC. Es war immer schon ein Traum von mir, so ein Auto mal auf Schotter zu bewegen.

Was ist für dich das Ziel bei der diesjährigen ADMV-Lausitz-Rallye? Auf was freust du dich am Meisten?
Wir möchten Punkte für die DRS sammeln: Unser Ziel bleibt nach wie vor der Titelgewinn in der DRS – und natürlich wollen wir mit dem WRC Spaß haben und den Fans eine tolle Rallyeshow bieten.

Maik, du hattest in diesem Jahr mit deinem Porsche leider viel Pech. Doch die Tendenz zum Saisonende zeigt steil nach oben. Wie beurteilst du bisher die DRS-Saison 2010 für dich?
Wir hatten eigentlich immer schon Probleme mit der Technik. Aber dieses Jahr war das wirklich extrem. Wir konnten bis August nie wirklich gute Zeiten fahren. Seitdem haben wir endlich die „normale“ Motorleistung und das neue Fahrwerk. Jetzt bin ich bei den letzten 3 Läufen wieder zurück im Kampf um die Spitze. Die Technik macht also nur noch kleinere Probleme, nur die besagte Pechsträhne will nicht so recht enden!

Du wirst in der Lausitz erstmalig seit einiger Zeit wieder mit deinem Skoda Octavia WRC starten. Was ist das für ein Gefühl?
Mit dem Porsche ist jede Schotterpassage eine Herausforderung. Mit dem Octavia kannst du mit Schotterfahrwerk und Schotterreifen davon nicht genug bekommen. Dafür wurde er gebaut. Zudem ist ein Start mit dem Octavia nach 1 ½ Jahren eine willkommene Abwechslung.

Was ist für dich das Highlight bei der ADMV-Lausitz-Rallye und was ist dein Ziel?
Natürlich sind die vielen Sprünge das Highlight. Ein Schotteranteil von 100% ohne Mischprüfungen sind sehr reizvoll – und das Ganze dann noch mit einem reinen Schotterfahrzeug. Mehr muss ich da nicht sagen. Mein Ziel ist ein Platz auf dem Podium.

Siehst du noch Chancen, dich in den Kampf an der Tabellenspitze zwischen Olaf und Anton einzumischen?
Da sehe ich keine großen Chancen mehr. Olaf und Anton hatten keine Ausfälle und haben konstant Top-Platzierungen in der DRS und auch in der DRM erreicht. Ich kann völlig befreit fahren: Mal schauen was geht.

Matthias, was ist das für ein Gefühl, bei der Heimrallye wieder mit dem schönen, „alten“ Skoda Octavia WRC an den Start zu gehen. Was weckt das für Erinnerungen?
Für mich war es eine der besten Kombinationen im Rallyesport. Ich mag den Octavia WRC genauso wie die tollen Schotterprüfungen in der Lausitz, wo ich meine ersten Schritte im Rallyesport gemacht habe. Es ist natürlich immer wieder schön in der Heimat für Fans, Familie und Freunde zu fahren. Für mich ist es ein persönliches Rallyefest der ganz besonderen Art – besonders mit tollen Erinnerungen an meine Rallyevergangenheit. Für mich und meinen Copiloten Christian wird es Fun pur!

Was war bisher dein schönstes Erlebnis bei der ADMV-Lausitz-Rallye?
Das schönste Erlebnis war natürlich mein 1. Sieg in der Lausitz. Das war 2004 mit dem Skoda Octavia WRC.

Auf was und vor allem auf welche Prüfungen freust du dich am Meisten?
Eine der schönsten WP ist „Reichwalde“. Die zahlreichen Sprungkuppen und schnelle Passagen machen sie deutschlandweit einmalig. Gerade auch die lang gezogenen Kurven im 6. Gang haben etwas Einzigartiges.

Dein Ziel kann nur ein Gesamtsieg sein. Spürst du dabei einen besonderen Druck in deiner Heimat?
Wir möchten vollem Spaß und Freunde haben – und dabei darf die Action für die vielen Rallyefans natürlich nicht zu kurz kommen.