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GTC
25.04.2010

Starke Haie und schwächelnde Meister

Der Saisonauftakt zur 13. GTC-Saison, den 9h von Hahn, war voller Überraschungen. Überraschung Nummer 1, die amtierenden Meister alle drei Divisionen hatten keine realistische Siegchance und mussten sich bestenfalls mit Rang 3 zufrieden geben. Die Honda 390er Division III erlebte einen deutlichen Sieg der aus der Div.II gewechselten Junioren des MSC Oberflockenbach.

Den Speed des Siegers konnte der amtierende Champ, Messebau Racing II, nicht mitgehen. Auch der zweite Rang lag nicht in Reichweite, da die Rookies vom ADAC Nordbaden eine starke Leistung ablieferten und fehlerfrei hinter den MSC O Junioren als Zweiter ins Ziel rollte. So blieb den „Messebauern“ nur Rang 3, den sie sogar noch gegen die MSC O Slalom Kids verteidigen mussten. Ebenfalls noch nicht auf der Höhe des Geschehens, die Scuderia Nove Rosso aus Berlin. Der Vice-Meister kam im Qualifying noch auf Platz 3, haderte im Rennen aber mit der Leistung des brandneuen Triebwerkes und musste sich mit dem 5ten Platz zufrieden geben. Die MSC O Junioren also mit einem überzeugenden Klassensieg, ganz anders als ihr Nummer 1 Team in der Division II.

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Der Titelverteidiger der Division II trat in Hahn mit einem neuen MS Chassis an und hat damit noch eindeutig Nachholbedarf bei der Abstimmung. Die schnellste Rundenzeit lag zwar auf Top-Niveau, aber eben nicht konstant genug über die gesamte Renndauer. So musste sich der „Champ“ mit Rang 3 zufrieden geben. Gleiches gilt, nach Klassen- und Chassiswechsel, auch für das VPA Team. Eindeutig hängt es an der mangelnden Erfahrung mit dem neuen Einsatzgerät, womit Rang 4 noch als Schadensbegrenzung anzusehen war. Das neuformierte Team von Scharmüller/Daytona by Solar Power hatte Pech und strandete gleich zweimal mit gebrochenen Gewichtskasten und das Curto Racing Team mit verendeten Briggs&Stratton Motor. Pech auch für das Live-Strip Racing Team. Nach einem wilden Ritt über die Randsteine verbog man sich das Kettenblatt, verlor die Kette und musste danach erst mal die Hinterachse wechseln. Wer nach all diesen Zwischenfällen glaubte der Klassensieg wäre eine sichere Beute des GTC Rekordteams, die Zehn Gebote/Hagen, hatte die Rechnung ohne die Cool Runnings gemacht. Die Schömberger lieferten eine ganz starke Leistung ab, sicherten sich die schnellste Rennrunde und heizten den Zehn Geboten 8 ½ Stunden richtig ein. Diese Perfomence hätte man den Cool Runnings so nicht zugetraut. Eine Stop&Go Starfe, wegen überfahren einer Haltelinie, entschied das spannende Rennen der Division II zu frühzeitig zu Gunsten der Zehn Gebote.

Eine weitere Überraschung lieferte der Rennverlauf in der Division I. Auch hier hatte der amtierende Meister, Honda Spirit/Offenbach keine realistische Siegchance. Am Freitag noch bei der Musik, verlor man sich in bis zum Rennstart in der Abstimmung. Zwei Zehntel auf die Topzeiten in dieser Klasse war zu viel, womit man mit Rang 4 zufrieden sein musste. Immerhin noch vor ATW Racing aus Reichartshausen die ebenfalls nicht richtig in die Saison fanden. ATW hatte sich die gesamte Distanz mit MBS Racing aus Köln auseinanderzusetzen, die extrem stark unterwegs waren. Die Ersten drei Plätze machten in Hahn andere Teams unter sich aus. Das Messebau Racing Team aus Sinsheim wurde ein simpler Stopp zur Luftkontrolle zum Verhängnis. Da dies keine deutliche Verbesserung mit sich brachte, fuhr man die dabei verlorene ½ Runde nicht mehr zu und durfte sich mit Rang drei begnügen. Um Platz 1 kämpften die gesamten 9 Rennstunden die Fahrschule Bolz/Kiel und Shark Endurance Racing aus Halvern. Die Sauerländer hatten ein Jahr Pause hinter sich und kamen gewaltig in die GTC zurück. Bei ihrem letzten Einsatz, dem 9h Rennen in Belleben 2008, hatten sie ihren ersten GTC Sieg vor Augen, als ein Rad verlustig ging. In Hahn blieb jedes Rad da wo es hingehört. Der letzte Boxenstopp brachte dann die endgültige Gewissheit. 32 Sekunden Vorsprung vor den Kielern und ein Einsatzgerät das keine Mucken machte. Auch in der Division I war die Überraschung perfekt. Die „Haie“ hatte so keiner richtig auf der Liste. In allen drei Divisionen gab es spannende Fights mit vielen Titelaspiranten die noch nicht richtig auf Drehzahl gekommen sind. Dies verspricht erneut eine interessante Saison.

Das nächste Highlight, das erstmals ausgetragene Super-Race-Weekend in Emsbüren, sollte für die nächsten Überraschungen sorgen können.