Thiim gewann den Start und behauptete zunächst die Führung. Hinter ihm geriet Finn Wiebelhaus früh unter Druck, während sich das Feld ohne größere Zwischenfälle durch die ersten Kurven kämpfte. Bereits in der ersten Runde musste allerdings das Safety Car ausrücken. Grund dafür waren Trümmerteile auf der Strecke. Parallel überprüfte die Rennleitung einen möglichen Fehlstart von Startnummer 14.
Nach einer Runde hinter dem Safety Car wurde das Rennen wieder freigegeben. Zu diesem Zeitpunkt setzte leichter Regen ein, der die Bedingungen zunehmend erschwerte. Thiim behauptete die Spitze vor Wiebelhaus und Arjun Maini, während sich das Führungsduo leicht vom restlichen Feld absetzen konnte. Wiebelhaus blieb dem Dänen jedoch dicht auf den Fersen und setzte ihn permanent unter Druck.
Mit jeder Runde nahm der Regen zu. Vor allem beim Anbremsen gerieten die GT3-Fahrzeuge auf Slickreifen immer häufiger ins Rutschen, obwohl Teile der Strecke zunächst noch vergleichsweise trocken blieben. Als das Boxenstoppfenster näher rückte, verschlechterten sich die Bedingungen deutlich.
Die schwierigen Verhältnisse führten schließlich zu einer Kettenreaktion. Zunächst kollidierte Marco Mapelli mit Matteo Cairoli, der anschließend in Luca Engstler geschoben wurde. Die Rennleitung unterbrach das Rennen daraufhin mit der Roten Flagge, damit das beschädigte Fahrzeug geborgen und die Strecke von Trümmerteilen befreit werden konnte.
Nach einer rund zehnminütigen Unterbrechung wechselten alle Teams auf Regenreifen. Als das Rennen 44 Minuten vor Schluss – zuzüglich drei weiterer Runden – wieder aufgenommen wurde, führte das Feld zunächst zwei Runden hinter dem Safety Car. Beim anschließenden Restart verteidigte Thiim souverän die Führung vor Wiebelhaus und Maini.
Im Kampf um Rang drei entwickelte sich ein spannendes Duell zwischen Lucas Auer und Arjun Maini. Zunächst konterte Maini einen Angriff des Österreichers erfolgreich. Wenig später kamen beide Fahrer jedoch etwas zu weit nach außen, wodurch Auer schließlich dauerhaft vorbeiziehen und den dritten Platz übernehmen konnte.
Mit der Öffnung des ersten Pflichtboxenstoppfensters begann die Strategiephase. Zahlreiche Teams wechselten wegen der abtrocknenden Strecke wieder auf Slickreifen.
Für Timo Glock endete das Rennen vorzeitig. Ein technischer Defekt – offenbar war ein Bauteil am Fahrzeug gebrochen – zwang den ehemaligen Formel-1-Piloten zur Aufgabe. Später musste auch Marco Mapelli sein Fahrzeug endgültig in der Box abstellen.
An der Spitze blieb das Duell zwischen Thiim und Wiebelhaus das bestimmende Thema. Wiebelhaus absolvierte seinen ersten Pflichtstopp vor dem Dänen und verkürzte dank der bereits auf Temperatur befindlichen Reifen den Rückstand zunächst wieder. Thiim reagierte jedoch stark und behauptete seine Führung.
Im zweiten Pflichtboxenstoppfenster setzte Wiebelhaus den ersten Schritt und bog vor Thiim an die Box ab. Sein Stopp dauerte allerdings 9,7 Sekunden und kostete wertvolle Zeit. Thiim blieb zunächst draußen, absolvierte anschließend einen schnellen Service von nur 7,3 Sekunden und kehrte mit einem komfortablen Vorsprung wieder auf die Strecke zurück. Da beide Fahrer nahezu zeitgleich gestoppt hatten, verfügte Wiebelhaus über keinen entscheidenden Reifenvorteil mehr.
In der Schlussphase kontrollierte Thiim das Rennen souverän. Zwar blieb Wiebelhaus in Schlagdistanz, der Däne ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und verteidigte seine Führung fehlerfrei. Zwei Runden vor Schluss betrug der Vorsprung rund zwei Sekunden. Mit Beginn der letzten Zusatzrunde sprach schließlich alles für einen Erfolg des Aston-Martin-Piloten.
Nach Ablauf der Rennzeit brachte Nicki Thiim seinen Vorsprung sicher ins Ziel und feierte einen souveränen Sieg. Finn Wiebelhaus belegte nach einer starken Leistung den zweiten Platz, während Lucas Auer als Dritter das Podium komplettierte. Hinter dem Spitzentrio folgten Arjun Maini und Jules Gounon auf den weiteren Positionen. Ein turbulentes Rennen mit wechselnden Wetterbedingungen, einer Safety-Car-Phase, einer Rotunterbrechung und mehreren strategischen Entscheidungen fand damit einen verdienten Sieger in Nicki Thiim.
Stolz sein durfte Youngster Finn Wiebelhaus: "Leider hat es nicht ganz gereicht. Aber wir können zufrieden sein. Das Rennen hat mir viel abverlangt. Norisring liegt uns scheinbar."
Durch den Doppelsieg konnte sich Nicki Thiim auch die Tabellenführung vor Maro Engel sichern.
Rennen 2 DTM Norisring
| Pos. | Fahrer | Team | Fahrzeug |
| 1 | Nicki Thiim | Comtoyou Racing | Aston Martin Vantage GT3 Evo |
| 2 | Finn Wiebelhaus | HRT Ford Performance | Ford Mustang GT3 |
| 3 | Lucas Auer | Mercedes-AMG Team Landgraf | Mercedes-AMG GT3 Evo |
| 4 | Arjun Maini | HRT Ford Performance | Ford Mustang GT3 |
| 5 | Jules Gounon | Mercedes-AMG Team Mann-Filter | Mercedes-AMG GT3 Evo |
| 6 | Thierry Vermeulen | Emil Frey Racing | Ferrari 296 GT3 |
| 7 | Maro Engel | Mercedes-AMG Team Winward | Mercedes-AMG GT3 Evo |
| 8 | Bastian Buus | Allied Racing | Porsche 911 GT3 R |
| 9 | Thomas Preining | Manthey EMA | Porsche 911 GT3 R |
| 10 | Marco Wittmann | Schubert Motorsport | BMW M4 GT3 Evo |
| 11 | Mirko Bortolotti | ABT Lamborghini | Lamborghini Huracán GT3 Evo2 |
| 12 | Ricardo Feller | Land-Motorsport | Audi R8 LMS GT3 Evo II |
| 13 | Ben Dörr | Dörr Motorsport | McLaren 720S GT3 Evo |
| 14 | Jannes Fittje | FK Performance | BMW M4 GT3 Evo |
| 15 | Nicolas Baert | Comtoyou Racing | Aston Martin Vantage GT3 Evo |
| 16 | Luca Engstler | Grasser Racing Team | Lamborghini Huracán GT3 Evo2 |
| DNF | Marco Mapelli | Grasser Racing Team | Lamborghini Huracán GT3 Evo2 |
| DNF | Timo Glock | Dörr Motorsport | McLaren 720S GT3 Evo |





