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Rallye Allgemein
07.06.2024

Al-Rajhi und Gottschalk gewinnen Desafío Ruta 40

Down to the wire: Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk haben die Desafío Ruta 40 in einem wahren Herzschlagfinale für sich entschieden. Das saudi-arabisch-brandenburgische Duo feierte beim vierten Saisonlauf der FIA Marathon-Rallye-Weltmeisterschaft (W2RC) den ersten Saisonsieg auf emotionale Weise und hat sich damit auch einen Showdown um die WM-Krone bei Saisonfinale im Oktober erarbeitet.

In Argentinien bestimmten Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk von Beginn an mit Tages-Top-Resultaten das Tempo. Vor der abschließenden Etappe fiel der Vorsprung auf die ärgsten Verfolger – dem fünfmaligen "Dakar"-Sieger Nasser Al-Attiyah und seinem Beifahrer Edouard Boulanger (QAT/FRA, Prodrive) – mit 13 Sekunden äußerst knapp aus. Auf dem abschließenden, 218 Kilometer kurzen Teilstück entwickelte sich ein so ein wahrer Marathon-Rallye-Thriller, in dem die beiden Duos in der virtuellen Gesamtwertung zeitweise nur um eine Sekunde getrennt waren und die Führung mehrmals wechselte. Am Ende entschieden 40 Sekunden Vorsprung und ein beherzter Zielsprint zugunsten von Al-Rajhi/Gottschalk. 

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Die Desafío Ruta 40 führte durch die argentinischen Provinzen Córdoba und La Rioja und bot neben schnellen, Rallye-WM-ähnlichen Schotterpisten auch Off-Piste und sandiges Gelände, Trial-artige Passagen und die Spannweite zwischen fahrtechnisch anspruchsvollem Gelände und schnellen Passagen. Auch die Beifahrer waren mit kniffliger Navigation äußerst gefragt.

In der WM-Gesamtwertung verbesserte sich Yazeed Al-Rajhi damit auf die zweite Position der Gesamtwertung und liegt damit nur 25 Zähler hinter Spitzenreiter Al-Attiyah. Timo Gottschalk hat in der Beifahrerwertung nur 20 Zähler Rückstand auf den Führenden Edouard Boulanger. Die Entscheidung über WM- und "Vize"-Titel fällt damit beim fünften und abschließenden Lauf der W2RC bei der Rallye Marokko (05.–11. Oktober), bei dem maximal 55 Zähler vergeben werden.

Yzeed Al-Rajhi: „Wir freuen uns, in einem so engen Duell auf Augenhöhe einen so starken Gegner wie Nasser Al-Attiyah geschlagen zu haben. Beim kurzen Transfer während der letzten Etappe haben wir gesehen, dass Nasser uns 20 Sekunden abgenommen und damit die virtuelle Führung übernommen hatte. Danach haben wir nochmal alles gegeben – und das hat sich ausgezahlt. Wir sind sehr happy über diesen Sieg!“

Timo Gottschalk: „Das war nichts für schwache Nerven. Yazeed hat auf den letzten Kilometern noch einmal eine Rakete gezündet und alles rausgeholt, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. er ist wirklich fantastisch gefahren und ich musste mich manchmal richtig am Sitz festkrallen – aber das hat sich ausgezahlt. Wir freuen uns sehr über diesen Sieg! Die jetzt anstehende Sommerpause haben wir uns wohl verdient.“
 
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